Dokumentation Ein faschistischer Begriff des Politischen - am Beispiel von Carl Schmitt

Mit ergänzenden Thesen zur Kritik des Linksschmittianismus. Reihe: Philosophische Gespräche

Information

Veranstaltungsort

Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Kopenhagener Str. 76
10437 Berlin

Zeit

22.03.2016

Mit

Dr. Ingo Elbe

Themenbereiche

Gesellschaftliche Alternativen, Gesellschaftstheorie

Carl Schmitt (1888-1985) gilt heute nicht nur der Neuen Rechten als Meisterdenker, auch einige Linke sehen in ihm den Begründer einer wegweisenden Theorie "des Politischen". Der Vortrag skizziert dagegen kritisch den genuin faschistischen Gehalt von Schmitts Politik- und Rechtsbegriff: Zum einen versucht Schmitt mittels der Behauptung einer überlegalen "Verfassungssubstanz" rechtsstaatliche Schutzmechanismen und die Möglichkeit nicht kapitalkonformer Eingriffe des Parlaments abzuwehren, zum anderen vertritt er einen um Feindschaft und die Bejahung des Krieges zentrierten, letztlich in der Feier des möglichen Opfers des Individuums resultierenden Begriff des Politischen.

Der Vortrag soll auch zeigen, in welcher Form dieses Denken in den heutigen Debatten über die "Selbstbehauptung des Rechtsstaats" (Depenheuer) und über den "Kampf gegen Kosmopolitismus und Universalismus" (Mouffe) aufgegriffen und fortgeschrieben wird.

Referent: Dr. Ingo Elbe (wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Philosophie der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg. 2010 erschien in 2. Aufl. sein Buch Marx im Westen. Die neue Marx-Lektüre in der Bundesrepublik. Aktuelle Veröffentlichung: Paradigmen anonymer Herrschaft. Politische Philosophie von Hobbes bis Arendt. Würzburg 2015. Online-Texte, auch zu Carl Schmitt, unter www.rote-ruhr-uni.com)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut für Sozialtheorie Bochum e.V.

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