06.02.2009 | 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar, Weimar
Ein Festakt zur Geburtsstunde unserer Demokratie
»Rekonstruktion des Anfangs der Weimarer Republik« Szenische Lesung zum 90. Jahrestag des Beginns der parlamentarischen Demokratie
Von der ersten Minute an bis zum Ende nach zwei Stunden war die Veranstaltung anlässlich des 90. Jahrestags des Beginns der parlamentarischen Demokratie in Deutschland spannend und humorvoll zugleich. Dies verdankte sie einer hervorragenden Dramaturgie, einer guten Auswahl und Zuordnung von teilnehmenden Akteuren und Akteurinnen und nicht zuletzt dem authentischen Ort des Geschehens. Das Deutsche Nationaltheater Weimar war der würdigste Ort für den Festakt der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Gekommen waren zu diesem Spannung versprechenden Ereignis weit mehr Menschen, als das Nationaltheater fassen konnte. Leider fanden einige aus Platzgründen keinen Eintritt. Hier hatten die Veranstalter ihr eigenes Programm unterschätzt. Dennoch, wo, wenn nicht an diesem Ort hätte eine solche szenische Lesung sonst stattfinden können.
Eingeleitet durch einen Film, der auf die Ereignisse von 1919 einstimmte, gab als erster Leser Gregor Gysi den damaligen Volksbeauftragten Friedrich Ebert. Und in diesem Stil ging es weiter, wobei die Veranstalter, insbesondere Regisseur Franz Sodann ein gutes Händchen bei der Auswahl der jeweiligen Vortragenden bewiesen. Katja Kipping las einen Beitrag der Abgeordneten Luise Zietz, und Pröbstin Elfriede Begrich einen Brief von Rosa Luxemburg. Den Publizisten Michel Friedman als ‚Vater der Weimarer Verfassung’, Hugo Preuß, zu erleben, das hatte schon seinen ganz eigenen Reiz. Uwe Steimle führte souverän durch die Lesung.
Peter Sodann hatte die dankbare Aufgabe, Gedichte und Textstücke zu lesen, die die strenge Dokumentation ergänzten.
Zwei Stunden lang wurde also diese Nationalversammlung lebendig und erfahrbar. Besser hätte an diesen Tag nicht erinnert werden können. Es war ein wirklich würdiges Gedenken an die Geburtsstunde unserer Demokratie. Einer Demokratie, die in den Kinderschuhen steckte, die scheiterte und erst nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland einen Neuanfang nehmen konnte. Und selbst die Demokratie wird sich verändern und anpassen müssen, wie sich die Welt verändert und die Lebensverhältnisse in ihr, wenn sie nicht zur hohlen Floskel erstarren soll.
Zum Nachlesen:
Textbuch der szenischen Lesung
»Applaus für Scheidemann«, Neues Deutschland, 09.02.2009
»Die neue Tradition der Linken«, sueddeutsche.de, 09.02.2009
»Rosa hätte nicht gefeiert«, Thüringische Landeszeitung, 06. 02. 2009
Liste der Akteure und Rollen:
Ulf Annel – Gustav Noske
Pröpstin Elfriede Begrich – Rosa Luxemburg
Sabine Berninger
Matthias Biskupek – Hugo Haase
André Blechschmidt
Roland Claus – Philipp Scheidemann
Dr. Dagmar Enkelmann – Marie Juchacz
Friederike Fischer
Dr. Michel Friedman – Hugo Preuß
Dr. Volkhardt Germer
Dr. Gregor Gysi – Friedrich Ebert
Dieter Hausold – Philipp Scheidemann
Luc Jochimsen – Lore Agnes
Dr. Karin Kaschuba
Katja Kipping – Luise Zietz
Dr. Birgit Klaubert – Marie Juchacz
Knut Korschewsky – Hugo Preuß
Sebastian Kreuz
Dr. Felix Leibrock
Petra Pau – Friedrich Naumann
Bodo Ramelow – Eduard David
Dr. Paul Schulz – Hugo Preuß
Petra Sitte
Franz Sodann – Gottfried Traub
Peter Sodann
Michaele Sojka
Frank Spieth – Philipp Scheidemann
Uwe Steimle
Dr. Kirsten Tackmann – Adolf Gröber
Steffen Trostorff
Heinz Vietze – Oskar Cohn
Dr. Florian Weis – Hugo Preuß
Dr. Ulrich Wilken – Hugo Haase
Gabi Zimmer – Luise Zietz
Chor: Schülerinnen und Schüler der Klasse 8a des Goethegymnasiums Weimar
Als erzählender Chronist und Kommentator führte durch die Lesung: Uwe Steimle
Regie: Franz Sodann
Kontakt
Wolfgang Bey
Email: bey@rosalux.de
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Besonderheiten
Gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen, der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag und der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag


