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Veranstaltung

Tagung / Konferenz
Donnerstag, 22.09.2011 18:00 Uhr bis Samstag, 24.09.2011 17:00 Uhr

IG Metall, Berlin
Alte Jakobstraße 149
10969 Berlin

Karte

Revolutionäre Realpolitik in Zeiten von Kürzungspolitik und Krise

Transformative Organizing – Strategies to Challenge the Cuts and Change Society

Aktion von „Restaurant Opportunities Center United" auf dem US-Sozialforum 2010. Auf den Plakaten sind VerteterInnen des Civil Rights Movements zu sehen: Rosa Parks, Martin Luther King, César Chávez. (Bild: Sasha Y. Kimel / flickr)

Schuldenbremsen, „Austerity Politics“ und Sozialabbau zwingen soziale Bewegungen und linke Politik in vielfache Abwehrkämpfe. Oft gelingt es dabei nicht, Perspektiven über den aktuellen Horizont hinaus zu entwickeln. Die Orientierung auf kurzfristige Verbesserungen oder längerfristige Transformation wird oft als Gegensatz behandelt und ist Gegenstand von Konflikten und gegenseitiger Isolierung – Fundis gegen Realos, Reformer gegen Antikapitalisten. Welche Strategien können dagegen gefunden werden?
In den USA mobilisieren Community-Organizing-Projekte meist pragmatisch um konkrete Belange der betroffenen Gruppierungen, Gemeinden, Interessenverbänden. Unter dem Begriff „Transformative Organizing“ wird versucht, eine Perspektive der Transformation systematisch in die alltägliche Arbeit einzubeziehen. Können von hier Anstöße für die Konzipierung von Einstiegsprojekten, für eine „revolutionäre Realpolitik“ (Rosa Luxemburg) gewonnen werden?
Erfahrungen aus amerikanischen wie deutschen Projekten, Bewegungen und Mobilisierungen sollen auf der Tagung präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.

Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt:

  • Wie wird in den Projekten konkret vorgegangen, was sind die Erfahrungen in der Praxis?
  • Welche spezifischen Probleme ergeben sich in den USA, worin liegen zentrale Unterschiede (Finanzierung, Staatsverständnis, politische Kultur)? Was lässt sich von den Erfahrungen für den deutschen / europäischen Kontext lernen?
  • Allgemeiner: welchen Beitrag könnte (transformatives) Community-Organizing für die Förderung der Mosaik-Linken leisten?
  • Welches Interesse kann/sollte eine institutionalisierte Linke an einer Stärkung und eigenständigen Entwicklung von Armen- und anderen sozialen Bewegungen haben?

Weitere Informationen unter: http://www.zeitschrift-luxemburg.de/

 

Wie lassen sich transformatorische Perspektiven in Abwehrkämpfen gegen Schuldenbremse, Krise und Kürzungspolitik entwickeln?

USA und Deutschland im Vergleich: Staat und Zivilgesellschaft. Lassen sich Strategien übertragen? Kann Alinsky für linke Strategien genutzt werden?

Wie können sich Mobilisierungen um gewerkschaftliche und Community Themen gegenseitig stärken?

Organisierung in Stadt und Kommune

Bündnisse und Netzwerke: Ethnische Minderheiten, Parteien und Bewegungen

Was genau ist transformatorisch an unserer Praxis? Welche Ansätze und Praxen sind erfolgreich?

Programm

  • Donnerstag, 22. September 2011
  • Freitag, 23. September 2011
  • Samstag, 24. September 2011

18.00 Uhr: Eröffnungspodium
Wie lassen sich transformatorische Perspektiven in Abwehrkämpfen gegen Schuldenbremse, Krise und Kürzungspolitik entwickeln?
Nik Theodore (Univ. Chicago), Lian Hurst Mann (Labor/Community Strategy Center, Los Angeles), Margit Mayer (FU Berlin), Tasos Koronakis (Synaspismos, Athen)
Moderation: Christina Kaindl (Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Anschließend: Empfang

10.00 Uhr USA und Deutschland im Vergleich: Staat und Zivilgesellschaft. Lassen sich Strategien übertragen? Kann Alinsky für linke Strategien genutzt werden?
Alex Demirovic (TU Berlin/Rosa-Luxemburg-Stiftung), Maite Tapia (Cornell Univ., Ithaca - Abstract), Gunter Jancke (Deutsches Institut für Community Organizing, Berlin)
Moderation: Margit Mayer (FU Berlin)

12.30 Uhr Mittagessen

14.00 Uhr Wie können sich Mobilisierungen um gewerkschaftliche und Community Themen gegenseitig stärken?
Steve Williams (POWER, San Francisco), Eric Mann (Labor/Community Srategy Center, Los Angeles), Jana Seppelt (Ver.di Stuttgart, angefr.)
Moderation: Catharina Schmalstieg (FSU Jena)

16.30 Uhr Organisierung in Stadt und Kommune
Sendolo Diaminah (People's Durham), Nik Theodore (Univ. Chicago), Margit Mayer (FU Berlin), Max (Plattform gegen Verdrängung Altona, Hamburg) und Flo (Arbeitskreis Umstrukturierung Wilhelmsburg, Hamburg)
Moderation: Britta Grell (WZB)

10.00 Uhr Bündnisse und Netzwerke: Ethnische Minderheiten, Parteien und Bewegungen
Cindy Wiesner (global grassroots justice), Pascal Meiser (Bereichsleiter Kampagnen und Parteientwicklung, DIE LINKE), Patricia Watkins (United Congress of Community and Religious Organizations, Chicago), Christina Kaindl (Krisenproteste, Rosa-Luxemburg-Stiftung)
Moderation: Koray Yilmaz-Günay (Rosa-Luxemburg-Stiftung)

12.30 Uhr Mittagessen

14.00 Uhr Was genau ist transformatorisch an unserer Praxis? Welche Ansätze und Praxen sind erfolgreich?
Cindy Wiesner, Eric Mann (Standpunkte 29/2011), Sendolo Diaminah, Patricia Watkins, Steve Williams, Tasos Koronakis, Pascal Meiser, Luis Juberías und alle weiteren Aktiven
Moderation: Christina Kaindl (Rosa-Luxemburg-Stiftung)

17.00 Uhr Ende

English programme

Infos zu ReferentInnen

Demirovic, Alex
ist Gastprofessor für Politikwissenschaft an der TU Berlin. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Staats- und Demokratietheorie. Er ist Redaktionsmitglied der Zeitschriften „LuXemburg. Gesellschaftsanalyse und linke Praxis“ und „Prokla. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaften“ sowie Mitglied im Vorstand der Rosa-Luxemburg-Stiftung und im wissenschaftlichen Beirat von Attac.
Publikationen (Auswahl):
•    mit Julia Dück, Florian Becker und Pauline Bader (Hg.): VielfachKrise. Im finanzdominieretn Kapitalismus. Hamburg, 2011.
•    mit Stephan Adolphs und Serhat Karakayali (Hg.): Das Staatsverständnis von Nicos Poulantzas: Der Staat als gesellschaftliches Verhältnis. Baden-Baden, 2010.
•    Demokratie in der Wirtschaft. Positionen - Probleme – Perspektiven. Münster, 2007.
•    Demokratie und Herrschaft. Aspekte kritischer Gesellschaftstheorie. Münster, 1997.

Diaminah, Sendolo
Queer-, Black- und working-class-Aktvist aus Durham. Er arbeitet als Organizer bei People’s Durham, einem Movement Center, das Working Class Communities und Communities of Color aufbaut und unterstützt.

Flo
ist Stadtteilaktivist beim Arbeitskreis Umstrukturierung Wilhelmsburg (Hamburg) / http://aku-wilhelmsburg.blog.de/ 

Jancke, Gunter
arbeitet beim Deutschen Institut für Community Organizing (DICO). Das DICO will Impulse zur Gründung von Bürgerplattformen geben und begleitet deren Aufbau, u.a. durch Aus- und Weiterbildung Aktiven.

Koronakis, Tasos

ist Mitglied des Parteivorstandes und des politischen Sekretariats der griechischen Linkspartei Synaspismos (Koalition der Linken, der Bewegungen und der Ökologie), die viertgrößte Partei Griechenlands. Im Parteivorstand ist er zuständig für Massenmobilisierungen und Organisationsfragen und war in diesem Rahmen in der in der Bewegung des Syntagma-Platzes aktiv.

Mann, Eric
ist Direktor des Labor/Community Strategy Center in Los Angeles und Mitbegründer der Bus Riders Union, der US-weit größten Organisation im öffentlichen Personenverkehr. Das Strategy Center ist ein praxisorientierter „Think Tank“, der Organizer ausbildet und öffentlichkeitswirksame Kampagnen organisiert, u.a. zu ökologischer Gerechtigkeit, öffentlichen Personenverkehr und Bürgerrechten. An der National School for Strategic Organizing des Strategic Center werden über 100 Organizer ausgebildet, die innerhalb der gesamten USA arbeiten.
Mann war als Organizer in verschiedenen Bewegungen aktiv, u.a. in der Bürgerrechts- und der Ökologiebewegung, sowie der Bewegung gegen den Vietnamkrieg. Zehn Jahre lang hat er als Organizer und Campaigner für die United Auto Workers gearbeitet.
Publikationen (Auswahl):
•    Playbook for progressives: 16 qualities of the successful organizer. Boston: Beacon Press, 2011.
•    The 7 Components of Transformative Organizing Theory, 2011
•    Katrina's Legacy: White Racism and Black Reconstruction in New Orleans and the Gulf Coast. Los Angeles: Frontlines Press, 2006.

Mann Lian, Hurst
leitet die Publikations-Abteilung des Labor/Community Strategy Center in Los Angeles und ist Herausgeberin von AhoraNow, der vierteljährlichen Zeitschrift des Strategy Center.
Sie war in den 60er Jahren Mitbegründerin der Berkeley/Oakland Women's Union und zehn Jahre als Organizerin in Fabriken tätig. An der University of  California, Berkeley hat sie in Architektur promoviert.
Publikationen (Auswahl):
•    mit T. Dutton (Hg): Reconstructing architecture : critical discourses and social practices. Minneapolis, Minn.: University of Minnesota, 1996.

Max
ist Stadtteilaktivist bei der Plattform gegen Verdrängung Altona (Hamburg) / http://kein-ikea-in-altona.lnxnt.org/ 

Mayer, Margit
ist Professorin für Politikwissenschaft am John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der FU Berlin. Sie forscht u.a. zu neuen sozialen Bewegungen in den USA und in Deutschland, sowie zum Umbau des Wohlfahrtsstaats und zu Armut in den USA und Deutschland in vergleichender Perspektive.
Publikationen (Auswahl):
•    Social movements in the (post-)neoliberal city. London, 2010.

Meiser, Pascal
leitet den Bereich „Kampagnen und Parteientwicklung“ in der Bundesgeschäftsstelle der Partei DIE LINKE. 
Publikationen (Auswahl):
•    Mit Werner Dreibus: Für die Zukunft. Das Projekt »LINKE 2020« und die Frage, welche Organisationsstrukturen unsere Partei braucht, in: Disput, April 2011.

McQuarrie, Michael
Professor für Soziologie an der University of California, Davis. Forscht u.a. zur institutionellen Logik von Community-Organisationen, zur politischen Autorität von Organizern und zu Solidaritäts- und Konfliktdynamiken in gesellschaftlichen Transformationsprozessen.
Publikationen (Auswahl):
•    Community Organizing and the Reconstruction of Urban Authority, in: Craig Calhoun und Richard Sennett (Hg.): Creating Authority (im Erscheinen).
•    mit Nicole Marwell: The Missing Organizational Dimension in Urban Sociology in: City and Community, 8/3, 2009.

Raffo, Jeffrey
ist Projektleiter für Organizing & Windenergie im IG Metall-Fachbereich „Mitglieder und Kampagnen“. Er war für zehn Jahre als Campaigner bei der Gewerkschaft UNITE sowie bei der Krankenhausgewerkschaft 1199 in den Vereinigten Staaten und in Kanada tätig. In Deutschland war er Mitbegründer von OrKa (Organisierung und Kampagnen), einem Netzwerk für gewerkschaftliche Kampagnen.
Publikationen (Auswahl):
•    Organizererfahrungen aus Nordamerika – und aus Nordrhein-Westfalen, in: P. Bremme, U. Fürniß und U. Meinecke (Hg.): Never work alone. Organizing – ein  Zukunftsmodell für Gewerkschaften, Hamburg, 2007.

Tapia, Maite
ist Nachwuchsforscherin am Institut für Arbeitsforschung in Bologna und promoviert an der Cornell Universität mit einem Vergleich der institutionellen, kulturellen und sozio-ökonomischen Bedingungen von Organizing-Konzepten in Deutschland, USA und Großbritannien.

Theodore, Nik
Direktor des Center for Urban Economic Development (University of Illinois, Chicago) und Professor am Department of Urban Planning and Policy. Schwerpunkt seiner Forschung sind Probleme sozioökonomischer Ungleichheit, die durch die Restrukturierung städtischer Ökonomien entstehen. Eng verbunden mit der politischen Praxis des Community-Organizing kombiniert er in seinen Analysen empirische Forschung, politische Lageeinschätzungen und Theorieentwicklung, um die komplexen (oft widersprüchlichen) Prozesse zu beleuchten, durch die wirtschaftliche Not in städtischen Communities entsteht. Zurzeit forscht er u.a. zu Arbeitsbedingungen im Niedriglohnsektor und Community-basierten Strategien bei Verstößen gegen grundlegende Arbeitsrechte, sowie zu informeller Ökonomie.
Publikationen (Auswahl):
•    mit J. Peck, and N. Brenner: Neoliberal Urbanism: Cities and the Rule of Markets, in: G. Bridge and S. Watson, Hg., New Companion to the City. London: Blackwell, 2010.
•    When Workers Take the Lead. Leadership Development at the National Day Laborer Organizing Network, 2009.
•    mit H. Cordero-Guzman, N. Martin und V. Quiroz-Becerra: Voting with their Feet: Nonprofit Organizations and Immigrant Mobilization, in: American Behavioral Scientist 52(4), 598-617, 2008.

Watkins, Patricia
Mitbegründerin des Chicagoer United Congress of Community and Religious Organizations, einem basisdemokratischen und multiethnischen Bündnisses für Menschenrechte, das für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Menschen in marginalisierten Communities mobilisiert. In verschiedenen lokal verankerten und regional vernetzten Initiativen ist sie sich u.a. für gerechte Bildung und eine Reform der Strafjustiz aktiv.

Wiesner, Cindy
arbeitet seit langem als Organizerin in basisorganisierten Organisationen. Zurzeit ist sie Programmkoordinatorin der Grassroots Global Justice Alliance (GGJ).
Publikationen (Auswahl):
•    Globalizing the USSF: A Conversation between Louis Head and Cindy Wiesner, in: Left Turn, 1. Juni 2010.

Williams, Steve
Co-Direktor und Mitbegründer von POWER (People Organized to Win Employment Rights) und aktiv in verschiedenen sozialen Bewegungen, u.a. dem US-Sozialforum, Grassroots Global Justice und der May 1st Alliance. Vor der Gründung von POWER war er als Organizer für die sozialen Rechte von Obdachlosen in der San Francisco Coalition on Homelessness engagiert.
Publikationen (Auswahl):
•    mit J. Browne, M. Franco, J. Negron-Gonzales: Towards Land, Work & Power: Charting A Path Of Resistance To U.S. -Led Imperialism. Unite To Fight Press, 2006.

Wissmeier, Georg
arbeitet bei ORKA (Organisierung und Kampagnen) im Rahmen der Planung, Organisierung und Begleitung von Kampagnen, mit dem Ziel eine handlungs- und beteiligungsorientierte Politik für alle gewerkschaftlich Aktiven zu entwickeln. Dabei sollen betriebliche und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrungen aus dem US-amerikanischen Organizing verknüpft werden.
Publikationen (Auswahl):
•    Diesseits der Leuchttürme – Die Welt der gewerkschaftlichen Kampagnen, in: Analyse & Kritik, Nr. 546, 01/2010.
•    Organizing to win – Unterwegs im US-amerikanischen Niedriglohnsektor, in: Fantômas, Nr. 8, Winter 2005/06.

Kontakt

Christina Kaindl

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Besonderheiten

Konferenz wird simultan übersetzt. Anmeldung erforderlich (Bitte per Email mit dem Betreff "Anmeldung" an kaindl@rosalux.de)