16.02.2012 | 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Heinrich-Wolgast-Schule, Hamburg
Mit Luigi De Magistris (Bürgermeister von Neapel, Italia dei Valori, Italien); Maite Mola (Vizepräsidentin der Europäischen Linkspartei, Izquierda Unida Spanien); Christophe Ventura (Vorstand Parti de Gauche, Frankreich); Nikolaj Villumsen (Mitglied des Folketing, Enhedslisten, Dänemark)
Das machen wir von Links! Europäische Stimmen gegen die kapitalistische Krise
Auftakt der Reihe: Europa - Krise - Hegemonie
Die Krise hat unterschiedliche Formen, aber überall hinterlässt sie eine Spur der Zerstörung. Mit dem Spardiktat wurde in Griechenland die Wirtschaftsleistung reduziert und die Zahl der Arbeitslosen verdoppelt. In Spanien ist knapp die Hälfte der jungen Leute ohne Beschäftigung, in anderen europäischen Ländern trifft das mindestens ein Drittel junger Menschen. In allen Ländern geht die gesellschaftliche Umverteilung von unten nach oben voran, die Kürzung staatlicher Daseinsvorsorge wird verschärft. Auch der Kampf für Alternativen kennt unterschiedliche Formen, Farben und Forderungen. Die Veranstaltung mit führenden Vertreter_innen linker Parteien und Gewerkschaften aus Europa soll diesen Zusammenhang verdeutlichen. Und sie soll dazu beitragen, von Erfahrungen und Ideen aus anderen Ländern zu lernen, um den Kampf gegen die kapitalistische Krise gemeinsam erfolgreicher zu führen.
„Die Krise besteht gerade in der Tatsache, dass das Alte stirbt und das Neue nicht zur Welt kommen kann.“ (Antonio Gramsci)
Die Wirtschafts- und Finanzkrise bestimmt die Agenda der politischen Eliten Europas: Hektische Versuche mittels neuer Sparprogramme die Lage in den Griff zu bekommen, Kürzungen zu Lasten der öffentlichen Haushalte und prekär Beschäftigten sind in den südlichen Ländern des Kontinents auf der Tagesordnung. Die Maßnahmen erscheinen als Sachzwang und werden häufig unter Ausschaltung demokratischer Grundprinzipien durchgesetzt. Dabei ist es allen voran die Bundesrepublik, die mit ihren Handelsbilanzüberschüssen die Auswirkungen der Finanzkrise auf ihre europäischen 'Partner' abwälzt und bedingungslose Anpassungsprogramme einfordert.
Eine Politik, die bei den Betroffenen zunehmend auf Widerstand trifft. In Spanien haben “die Empörten“ im Frühsommer vergangenen Jahres eine Protestbewegung angestoßen, die in Griechenland, Italien und Portugal von den sozialen Bewegungen aufgenommen wurde. Die Forderung „Еchte Demokratie Jetzt“ („Democracia Real Ya“), richtet sich gegen eine nur mehr formale Demokratie, aber auch für eine gerechte Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums; sie ist, bei aller Unterschiedlichkeit der Bewegungen, zum gemeinsamen Bezugspunkt der Proteste herangewachsen. Auch wenn Konservative und rechts-nationalistische Kräfte in Portugal, Griechenland oder Spanien im letzten Jahr an die Regierung gelangt sind und die neoliberalen Politikansätze eine Restauration erfahren, unverkennbar ist, dass neue Akteure und Politikformen die bestehende Hegemonieverhältnisse provozieren. Die Krise schafft eine gesellschaftliche Ahnung von den Grenzen und der Endlichkeit kapitalistischer Arbeits- und Lebensweisen. Neue Fragen an die Umsetzung einer alternativen, einer gerechten und tatsächlich demokratischen Gesellschaft entstehen, aber auch neue Entwürfe, Bezugspunkte und Entwicklungspfade linker und emanzipatorischer Politik sindKontakt
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