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Veranstaltung

Diskussion / Vortrag
16.03.2012 | 15:00 Uhr
Hochschule Wismar, , Wismar
Mit Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Haber, Freising

Die unbequemen Wahrheiten der Ökologie Eine Nachhaltigkeitsperspektive für das 21. Jahrhundert

Plakat: Duncan Ó Ceallaigh

„Nachhaltigkeit kann nur gelingen, wenn wir die Ökologie nicht verklären.“ Diese Ansicht vertrat Prof. Dr. Dr. h.c. Haber in der ersten Carl-von-Carlowitz-Vorlesung. Er erteilt darin mystifizierenden Bildern vom Wesen des Menschen und der Natur eine klare Absage. Der Weg in eine nachhaltige Zukunft könne nur gelingen, wenn wir uns auf die Wirklichkeit besinnen und unseren Blick auf die Schlüsselprobleme des 21. Jahrhunderts richten – auf die Endlichkeit der Ressourcen und das immense Bevölkerungswachstum. Dies als äußere Bedingung menschlichen Handelns zu begreifen und zu akzeptiere, ist Teil der human-ökologischen Perspektive, mit der Wolfgang Haber an die Einsichten von Carl v. Carlowitz anknüpft, der vor mehr als 200 Jahren als Oberberghauptmann der sächsischen Königreichs den Begriff „Nachhaltigkeit“ entwickelte.Eine besondere Rolle im Vortrag von Prof. Haber wird der von ihm in die Ökologie eingeführte Begriff der Ökologischen Fallen spielen, denen sich die Menschheit ihm Verlauf ihrer Entwicklung ausgesetzt sah. Daraus begründet er, dass romantisierende Vorstellungen von einer „Wohlfühlökologie“ mit einer Rückkehr etwa zu früheren (undefinierten) Zuständen oder einer Orientierung zu einer „intakten“ Natur mit biologischer Vielfalt keine Richtpunkte eines verantwortungsvollen ökologischen Handelns sein können. Bei einem täglichen Zuwachs der Weltbevölkerung um ca. 200 000 Menschen muss nachhaltiges Handeln stets den Aspekt der Nahrungssicherheit, der Armutsbekämpfung und der gerechten Teilhabe aller am Wohlstand im Auge haben. Wie das nachhaltig geschehen kann, will der Referent vermitteln.

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Haber gilt als der Doyen der deutschen wissenschaftlichen Ökologie. Er war bis zu seiner Emeritierung Leiter des Lehrstuhls für Landschaftsökologie an der TU München und hat über lange Jahre als Wissenschaftler und Berater die deutsche Umwelt- und Naturschutzpolitik wesentlich geprägt. Er begründete die Biotopkartierung, engagierte sich für die Einrichtung der ersten deutschen Nationalparke und gilt als Vater des ersten deutschen Nationalparks Bayrischer Wald. Er ist Mitglied in zahlreichen auch internationalen Gremien. Wiederholt hielt er sich z. B. in der VR China als Berater in Fragen des Umweltschutzes auf. Für seine Pionierarbeit zeichnete ihn die Deutsche Bundesstiftung Umweltschutz 1993 als ersten Preisträger mit ihrem Umweltpreis aus.

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