Bedingungsloses Grundeinkommen: Kongress mit internationalen Aktivist/innen.
Das Bedingungslose Grundeinkommen ist ein Zukunftsprojekt. Doch wie kommt die Zukunft in die Welt?
„Wege zum Grundeinkommen“ lautet das Thema des internationalen Kongresses, der vom 14. bis zum 16. September im Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn bei München vom Netzwerk Grundeinkommen veranstaltet wird.
Diskutiert werden die wichtigsten Fragen zum bedingungslosen Grundeinkommen und Strategien der politischen Durchsetzung. Dabei geht es nicht nur um die Situation in Deutschland oder Europa. Der Gedankenaustausch umfasst vielmehr die weltweite Bewegung.
Die ehrenamtlich arbeitende Vorbereitungsgruppe hat für den BIEN-Kongress mit großem Arbeitseinsatz aus rund 180 Vorschlägen für Vorträge und Diskussionen ein attraktives Programm mit Beiträgen von rund 150 Referentinnen und Referenten aus 28 Ländern in fünf Kontinenten zusammengestellt und den Kongresses organisatorisch vorbereitet. Das vollständige Kongressprogramm findet sich auf der deutsch- und englischsprachigen Kongress-Website.
Als speziell eingeladene ReferentInnen werden in Ottobrunn Götz Werner (Deutschland), Renana Jhabvala (Gewerkschafts- und Frauenaktivistin, Indien), Tereza Campello (Ministerin für soziale Entwicklung und Hungerbekämpfung, Brasilien), Bruna Augusto Pereira (Grundeinkommensaktivistin, Brasilien), Rolf Künnemann (Human Rights Director, FIAN International, Deutschland), Min Geum (Präsidentenkandidat der Sozialistischen Partei Südkoreas) sowie Baptiste Mylondo (Philosoph, Bewegungsaktivist, Frankreich) dabei sein.
Natürlich sind auch die langjährigen Aktivisten und Mitglieder des Vorstandes des Basic Income Earth Networks (BIEN) mit neuen Beiträgen beteiligt, u. a. Prof. Philippe van Parijs (Belgien), Prof. Guy Standing (Großbritannien), Prof. Ingrid van Niekerk (Südafrika), Eduardo Suplicy (Brasilien) und Prof. Claus Offe (Deutschland).
Grußworte werden gehalten von Katja Kipping (MdB, Mitgründerin des Netzwerks Grundeinkommen, Berlin, Deutschland), Sabine Schiedermair (KAB-Bundesvorsitzende, Köln, Deutschland), Karl Bär (Bundesvorsitzender Grüne Jugend, Berlin, Deutschland).
Während des gesamten Kongress wird sowohl vom Deutschen ins Englische als auch umgekehrt übersetzt.
Sinnvoll ist es, sich rechtzeitig anzumelden und die Teilnahmegebühr zu überweisen, da wegen der begrenzten Kapazitäten des Tagungshauses nicht garantiert werden kann, dass für alle Platz ist, die am Kongress teilnehmen möchten.
Vor und während des 14. BIEN-Kongresses stehen zahlreiche weitere Veranstaltungen an verschiedenen Orten im Münchner Raum und direkt am Veranstaltungsort des BIEN-Kongresses in Ottobrunn auf dem Programm. Auch diese werden in den nächsten Tagen auf der Kongresswebsite veröffentlicht.
Vorbereitungsteam BIEN-Kongress (http://www.bien2012.de)
1. Pressemitteilung zum 14. BIEN-Kongress in Deutschland
Inhaltlicher Hintergrund:
Das Bedingungslose Grundeinkommen ist ein Zukunftsprojekt. Doch wie kommt die Zukunft in die Welt? Die Antworten auf diese Frage sind so vielfältig wie die Schar der Grundeinkommensbefürworterinnen und -befürworter bunt ist. In den Wissenschaften steht die Frage nach den Gründen für ein Grundeinkommen und den mit ihm gegebenen Problemlösungsmöglichkeiten sowie, davon abgeleitet, möglichen Einführungs- und Ausgestaltungsschritten im Vordergrund der Debatten. Für die zivilgesellschaftlichen Organisationen spielen darüber hinaus Überlegungen zu politisch-strategischen Ausrichtungen, praktischer Bündnispolitik und realen politischen Umsetzungsmöglichkeiten eines Grundeinkommens eine wichtige Rolle in den Diskussionen.
Der Kongress öffnet sich bewusst der Vielfalt der theoretischen und praktischen Dimensionen dieser Fragen. Als wissenschaftliche Veranstaltung soll er zum Einen theoretisch mögliche Wege zu einem Grundeinkommen diskutieren. Der Kongress bietet die Möglichkeit, auch bereits eingeschlagene praktische und politische Wege hin zu einem Grundeinkommen zu diskutieren. Auch für Diskussionen über globale Möglichkeiten der (schrittweisen) Einführung eines Grundeinkommens ist hier Platz.
Zum Anderen soll neben der Erörterung möglicher Wege zum Grundeinkommen auch die handlungsorientierte Ebene eine Rolle spielen. Zivilgesellschaftliche und politische Akteure kommen zu Wort. Das Bedingungslose Grundeinkommen ist ein Querschnittsthema. Die Vielfalt unterschiedlicher Ansätze und Zugänge zum Thema wollen wir durch die Wahl dreier Themenbereiche sinnvoll strukturieren:
- Geografisch („WO“): Länderspezifische Debatten, Pilotprojekte, europäische und globale Perspektive
- Sachlich („WAS“): Ökonomische, fiskalische, ethische, gerechtigkeitstheoretische, ökologische und geschlechterspezifische Fragen, etc.
- Politisch („WIE“): Gemeinsamkeiten, Differenzen der Akteure; politische, zivilgesellschaftliche Hindernisse; politische Machbarkeit etc.
Weitere Inforamtionen zum Programm: hier
Zu den Referent/innen:
Renana Jhabvala aus Ahmedabad (Indien) ist seit Jahrzehnten aktiv in Organisationen von Frauen. Sie beschäftigt sich mit grundsätzlichen Fragen der armen Frauen und der informellen Wirtschaft von Frauen. Sie ist bekannt für ihre langjährige Verbundenheit mit dem bekannten Self-Employed Women 's Association (SEWA) und für ihre Schriften zu Fragen der Frauen in der informellen Wirtschaft. Zu Zeit betreut sie Projekte in Indien mit conditional social cash transfers und unconditional social cash transfer (Grundeinkommen), die auch durch ein Forschungsprojekt begleitet und verglichen werden. Mehr zu Renana Jhabvala auch hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Renana Jhabvala Renana Jhabvala spricht englisch.
Min Geum (Südkorea) studierte Recht in Seoul und Göttingen. Er war 2007 Präsidentschaftskandidat der Sozialistischen Partei Südkoreas. Min Geum gründete mit anderen das Grundeinkommensnetzwerk in Südkorea (Basic Income Korean Network) und ist Vorsitzender des Vorstands des Netzwerks. Er beschäftigt sich insbesondere mit dem Thema "Grundeinkommen aus republikanischer Perspektive". Interview mit Min Geum im ND:
Baptiste Mylondo (Frankreich) ist Philosoph und Politikwissenschaftler. Er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Grundeinkommen und ist Autor der Publikationen: "Ne pas perdre sa vie à la gagner" sowie "Travailler moins, trois fois moins"! Mylondo ist Gründer des gemeinnützigen Vereins "Alter‐Conso" für Fairtrade und nachhaltiges Konsumieren und ist sowohl in der Grundeinkommensszene als auch in der Decroissance-Bewegung aktiv. Näheres zu Baptiste Mylondo findet sich auch unter baptiste-mylondo.pdf und hier: http://www.degrowth.net/Baptiste-Mylondo
Bruna Augusto Pereira (Brasilien) ist Koordinatorin von ReCivitas, einer Bürgerinitiative in Brasilien, die ein Grundeinkommensprojekt im brasilianischen Quatinga Velho betreibt. Dieses Projekt geht über das staatliche bedingte Mindestsicherungsprogramm "bolsa familia" hinaus, das als erster Schritt zum Grundeinkommen (in der brasilianischen Verfassung verankert) gilt. Blog von Bruna Augusto Pereira: http://blogln.ning.com/profile/BrunaaugustoPereiraZum Grundeinkommensprojekt von ReCivitas siehe Neues Deutschland.
Karl Reitter (Österreich) ist Mitglied ist Redakteur bei »grundrisse - Zeitschrift für linke theorie & debatte« und Dozent für Philosophie an den Unis Wien und Klagenfurt. Er ist Mitglied des österreichischen Netzwerk Grundeinkommen. Jüngst veröffentlichte er »Marx, Spinoza und die Bedingungen eines freien Gemeinwesens«. Reitter beschäftigt sich unter anderem mit Fragen der gesellschaftlichen Perspektiven der Arbeit und Grundeinkommen. Hier dazu ein Interview im Neuen Deutschland
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Die RLS produziert eigens für den Kongress eine Broschüre "Von der Idee des Grundeinkommens zur politischen Bewegung in Europa" (Autor: Ronald Blaschke, englischsprachig). Blaschke, Ronald / Otto, Adeline / Schepers, Norbert (Hrsg.): Grundeinkommen. Geschichte - Modelle - Debatten, rls- Texte 67, Berlin 2010
Veranstaltet wird die Konferenz vom Netzwerk Grundeinkommen. Die Rosa Luxemburg Stiftung und die GLS Treuhand Stiftung unterstützen die Konferenz.
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Telefon: (089) 51996353
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