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Veranstaltung

Seminar
Mit Dr. Asaf Angermann, Dr. Marcus Hawel und Dr. Salvador Oberhaus
Samstag, 09.02.2013 | 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Centro Sociale, Hamburg
Sternstraße 2
20357 Hamburg

Karte

Israel und Palästina: Zionismus und Nakba - Zwei Narrative, die einander ausschließen?

In der Geschichtswissenschaft beschreibt der Begriff der Meistererzählung (Masternarrative) den Prozess der Konstruktion sozialer, politischer, kultureller und besonders nationaler Identitäten. Es handelt sich um die großen, zusammenhängenden und auf den Nationalstaat orientierten Darstellungen von Historie zum Zwecke ihres öffentlichen Gebrauchs. Auf diese Weise bestimmen Meistererzählungen die öffentlichen Debatten wie auch die Ausrichtung der Staatsräson – sie stellen gleichsam eine Legitimationsgrundlage für vergangenes, gegenwärtiges und zukünftiges Handeln her. Für Israel und Palästina kommen zwei und mit der deutschen Perspektive sogar drei, zueinander in Bezug stehende aber wenig vergleichbare und konfliktäre Masternarrative in Betracht. Diese Masternarrative bilden die Matrix für die Wahrnehmung des Nahostkonflikts auch in der deutschen Linken. Die Veranstaltung will die Konstruktionen der konkurrierenden israelischen und palästinensischen Masternarrative in ihrer Entstehung, Entwicklung und Bedeutung nachzeichnen und analysieren und auf diese Weise einen Beitrag zu einer sachlich-kritischen Debattenkultur leisten.

PROGRAMM

I: Kurzfilm als Diskussionsgrundlage

«Eretz Nehederet» (Wundervolles Land) Antizionismus in Israel – Gespräche über Identität. Ein Film von Daniel Ziehten. 75 min. Hebräisch/Englisch mit deutschen Untertiteln.

II: Geschichtserzählungen sind aus Interessen und Befindlichkeiten konstruiert

Impulsvortrag: Dr. Marcus Hawel (Soziologe, Berlin), anschließend gemeinsame Diskussion

III: Zur Vor- und Frühgeschichte des Nahostkonflikts

Impulsvortrag: Dr. Salvador Oberhaus (Historiker, Mainz) anschließend gemeinsame Diskussion

IV: Das israelische und palästinensische Masternarrative im Wandel:

Vortrag: Dr. Asaf Angermann (Philosoph, Tel Aviv): Zum Zionismus als Staatsräson Israels und der verhinderten Staatsgründung Palästinas, anschließend gemeinsame Diskussion

Zu den Referenten:

Dr. Marcus Hawel studierte Soziologie, Sozialpsychologie und Literaturwissenschaften. Er wurde an der Leibniz-Universität Hannover zum Thema «Die normalisierte Nation. Vergangenheitsbewältigung und Außenpolitik in Deutschland» promoviert. Bis 2011 Lehrbeauftragter am Institut für Politische Wissenschaften der Universität Hannover. 2010 hat er den Sammelband «Der Nahostkonflikt. Befindlichkeiten der deutschen Linken» herausgegeben.

Dr. Salvador Oberhaus studierte Geschichte und Politikwissenschaft und wurde an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zum Thema «‹Zum wilden Aufstande entflammen› Die deutsche Ägyptenpolitik 1914–1918. Ein Beitrag zur Propagandageschichte des Ersten Weltkrieges» promoviert. Bis 2011 Lehrbeauftragter am Historischen Institut der Universität Düsseldorf.

Dr. Asaf Angermann studierte Philosophie und Kulturwissenschaften in Tel Aviv und Berlin. Er wurde am Institut für Philosophie der Goethe Universität Frankfurt am Main mit einer Arbeit zur Ideologiekritik und Subjektivitätstheorie bei Kierkegaard und Adorno promoviert. Seit Januar 2013 Postdoctoral Research Fellow am Rosenzweig Minerva Center, The Hebrew University of Jerusalem.

Hinweis:
Die Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg vertritt beim Themenbereich Nahostkonflikt  eine ausdifferenzierte Position, die als Zielvorstellung die friedliche Beilegung des Nahostkonflikts hat. Das schließt für uns sowohl das Existenzrechts Israels, als auch das Recht der Palästineser_innen auf einen eigenen Staat ein. Auch in den Bildungsprojekten, die wir zum Nahostkonflikt in den letzten Jahren in Hamburg durchführten (beispielsweise mit Dr. Steffen Hagemann, Dr. Angelika Timm, Prof. Moshe Zimmermann, Prof. Moshe Zuckermann u.a.) wurde dieses Lernziel vorausgesetzt. Zur Illustration des Seminars "Israel und Palästina: Zionismus und Nakba - Zwei Narrative, die einander ausschließen?" verwandten wir eine Landkarte, auf der die territoriale Dimension des Nahostkonflikts dargestellt wurde.  Wir wollten damit nur sichtbar machen, welche (z.T. illegitimen) territorialen Besitzansprüche und Konflikte es gibt. Da die Karte zu bedauerlichen Missverständnissen Anlaß bot, werden wir diese Karte künftig nicht mehr verwenden. Dieses insbesondere, weil wir als Ziel unserer Bildungsarbeit - auch mit diesem Seminar, um das es hier geht - zu mehr Klarheit in der Wahrnehmung des Nahostkonflikts beitragen wollen.

Kontakt

Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg e.V.
Alstertor 20
20095 Hamburg

Telefon: 040 28003705
Fax: 040 28003678
E-Mail: info@rls-hamburg.de

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Kosten

5 Euro

Besonderheiten

Das Seminar ist ausgebucht. Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger bestätigter Anmeldung möglich. Eine Warteliste ist eingerichtet. Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Link

anmeldung@rls-hamburg.de


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