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Veranstaltung

Diskussion / Vortrag
Mit Prof. Dr. Wolfram Pyta, Universität Stuttgart
Freitag, 08.08.2014 | 19:00 Uhr

Projekt Heimatmuseum, Ludwigshafen
Seilerstraße 26
67063 Ludwigshafen
Ladenlokal

Karte

Hindenburg - Hitlermänner in Herrenheim

 

in Kooperation mitdem Projekt Heimatmuseum Ludwigshafen im Rahmen des Ludwighafener Kultursommers 2014

Der 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkrieges bietet Anlass, sich mit erinnerungskulturellen Praktiken in der Bundesrepublik auseinanderzusetzen. Noch immer prägt das Erinnern und ehrende Gedenken an Militaristen und Antidemokraten den öffentlichen Raum in nahezu allen Städten und Gemeinden. Fragwürdige Benennungen öffentlicher Straßen und Plätze geben hierfür berede Zeugnis. Es sind dies nicht zuletzt Rudimente geschichtspolitischer Auseinandersetzungen und Traditionen aus der Zeit des Kalten Krieges, deren von Wandlungen und Kontinuitäten geprägten vergangenheitspolitische Inanspruchnahmen und deren Ursprünge überwiegend in den Nachkriegszeiten seit 1918 und 1945 sowie im nationalsozialistischen Deutschland liegen.

Beispielhaft hierfür steht der Namen Paul von Hindenburg. Der 1847 geborene Sohn eines preußischen Offiziers wurde noch zu Lebzeiten als Legende des preußischen Militarismus und deutscher Weltgeltungsansprüche mythisch verklärt. Der politische Reaktionär galt seit seiner Zeit als Oberbefehlshaber der 8. Armee in der Schlacht von Tannenberg (August 1914) wie nur wenige andere als nationale Symbol- und Integrationsfigur für das Deutsche Kaiserreich, die Weimarer Republik und das nationalsozialistische Deutschland. Nach seiner Berufung in die 3. Oberste Heeresleitung (gemeinsam mit Erich Ludendorff im August 1916) stieg Hindenburg zum „Charismatischen Herrscher“ (Wolfram Pyta), zum politisch und militärisch faktisch stärksten Mann des Kaiserreiches auf. Mit dem Namen Hindenburg ist wesentlich die Totalisierung und Brutalisierung der deutschen Kriegsführung an den Fronten und in der Heimat verbunden.

Für die militärische Niederlage Deutschlands und den Untergang der Monarchie machte Hindenburg, der, welch Ironie der Geschichte möchte man meinen, im April 1925 die Nachfolge Friedrich Eberts als deutscher Reichspräsident antrat, „die Revolution“ im November 1918 auf fatale Weise nachhaltig wirkungsmächtig verantwortlich. Die Revolutionäre hätten die bis dahin erfolgreiche und unbesiegte deutsche Armee hinterrücks erdolcht: Die „Dolchstoßlegende“ war geboren und mit ihr ein wesentliches ideologisches Fragment und Instrument antidemokratischer, faschistischer Kräfte. Hindenburg war ein politischer Wegbereiter des Nationalsozialismus, so wird man konstatieren müssen.

Bis heute wird Hindenburg mal unbedacht zumeist aber bewusst ein ehrendes Andenken im öffentlichen Bewusstsein bewahrt. Unzählige Straßen und Plätze tragen seinen Namen. Vielerorts organisiert sich Widerstand, wird ein kritischer Umgang mit der deutschen Geschichte im öffentlichen Erinnern eingefordert. Kann und darf es sich ein demokratisch verfasstes Gemeinwesen erlauben, einem ausdrücklichen Antidemokraten ein ehrendes Gedächtnis zu bewahren? Die Antwort darf eigentlich nur lauten: Nein!

Der Historiker und Hindenburg-Experte Prof. Dr. Wolfram Pyta, Autor der Studie Hindenburg. Herrschaft zwischen Hohenzollern und Hitler, München 2007 präsentiert in seinem Vortrag zentrale Ergebnisse seiner weitgehend meinungsbildenden Forschungen zu Paul von Hindenburg. Gemeinsam wollen wir die Frage alternativer erinnerungspolitischer Perspektiven im Umgang mit Hindenburg und der deutschen Geschichte diskutieren.

 

Kontakt

Rheinland-Pfalz RLS-Regionalbüro
Neckarstr. 27
55118 Mainz

Telefon: 06131-6274703
Fax: 06131 6274727
E-Mail: sebastian.frech@rosalux.de

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Besonderheiten

in Kooperation mit dem Projekt Heimatmuseum und dem Kultursommer der Stadt Ludwigshafen