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Neue Feminismen – alte Ungleichheiten?

Die Ökonomisierung öffentlichen wie privaten Lebens, die radikale Durchsetzung des Marktprinzips bis in die letzten Lebensbereiche hinein, wie auch entsprechende Wandlungen des individuellen Selbst zeigen: Die Ausformungen neoliberaler Politik sind keineswegs so geschlechtslos, wie sie in der öffentlichen Rede oft dargestellt werden. Im Gegenteil, sie sind vergeschlechtlicht und wirken vergeschlechtlichend. Gleichzeitig handelt es sich entsprechend eines neuen normativen Imperativs, wonach es keine Ungleichheit per Geschlecht (mehr) gibt, um unsichtbar gemachte Ungleichheiten.

Im Mittelpunkt der Tagung standen neue Formen von Geschlechterdiskriminierung und Ungleichheitserfahrungen per Geschlecht. Wie ordnen sich die »Neuen Feminismen« und öffentlich vermittelten Geschlechterbilder hier zu? Sind sie eine adäquate Antwort auf die Alltagsrealität von Frauen (und Männern) heute?

Nicht nur die Lebensverhältnisse, auch die Bedingungen politischen Handelns und gesellschaftlicher Teilhabe haben sich massiv verändert. Zu fragen ist deshalb auch, wie Alternativen und Hoffnungsansätze, Widerstandsformen und konkrete Utopien entwickelt werden können. Vor diesem Hintergrund ging es auf der Tagung auch darum, die Formierung einer »Neuen Linken« geschlechterkritisch zu begleiten.

An der Schnittstelle zwischen kritischer Wissenschaft, Politik und Bewegung richtete sich die Veranstaltung an alle Interessierte eines linken und feministischen Gedankenaustausches.

 

Dokumentation der Beiträge:

(wird schrittweise erweitert)

 

Programm:

Freitag, 17. Oktober

ab 14.30 Uhr: Ankommen

15.00 Uhr: Eröffnung und Einführung
Evelin Wittich, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung;
Eva Schäfer, Referentin Politische Bildung/Geschlechterverhältnisse, RLS

I Analyse: Neue Ungleichheiten?

Facetten des Wandels in den Geschlechterverhältnissen
Exklusionsprozesse und wie der Umbau des Selbst als sozialer Kitt fungiert
Kornelia Hauser, Universität Innsbruck

Jenseits der »Behaglichkeit«? Lebensentwürfe von Frauen ohne Kinder
Lena Correll, Philipps-Universität Marburg

Postsozialistische Männlichkeiten in einer globalisierten Welt
Sylka Scholz, TU Dresden

Moderation: Katrin Schäfgen, RLS

ab 18.00 Uhr: Kontaktbörse und Networking

Besucher/innen der Tagung sind eingeladen, ihre eigenen Projekte und Unternehmungen wie auch Publikationen zu präsentieren. Wir bitten dies rechtzeitig anzumelden.

Mit Buffet und Salonmusik, Margarete Frank, Tenorsaxophon und Querflöte

Samstag, 18. Oktober

10.00 Uhr: II Politische Praxis: Zwischen linkem Patriarchat und feministischer Intervention

Alles Neoliberalismus – oder was?
Feministische Einsprüche gegen Mythen und Klischees der LINKEN
Ingrid Kurz Scherf, Philipps-Universität Marburg

Links ist mehr als Antineoliberalismus und Antikapitalismus – Anmerkungen aus der politischen Praxis
Katina Schubert, DIE LINKE

Feministische Offensive – auf dem Weg zu einem geschlechtergerechten Parteiprogramm
Caren Lay, MdL, Sächsischer Landtag, DIE LINKE

Moderation: Astrid Landero

12.30 Uhr: Mittagessen

13.30 Uhr: III Selbstbilder und Fremdbilder

Junge Frauen und Neue Feminismen
Feminist revival – Wie politisch sind die neuen Feminismen?
Franziska Rauchut, Universität Lüneburg

Frauen auf dem Sprung – Männer unter Druck? (Brigitte-Studie 2008)
Christine Puschmann, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

Moderation: Katharina Weise, RLS

15.00 Uhr: Erobern die »Alpha-Mädchen« die Macht? Was junge Frauen heute sich vom Leben versprechen

Gesprächsrunde mit:
Doris Achelwilm, freie Kulturjournalistin, Pressesprecherin DIE LINKE. in der Bremischen Bürgerschaft;
Daniela Dräger, PR-Beraterin und Projektleiterin, Paula Panke Berlin;
Katalin Gennburg, Studierende, stellv. Frauenbeauftragte TU Berlin;
Maren Kaminski, Studierende, Landespressesprecherin DIE LINKE. Niedersachsen;
Laura Paetau und Anne Lenz, Politikwissenschaftlerinnen, FU Berlin/Universität Potsdam;
Julia Seeliger, Parteirätin Bundespartei Bündnis90/Die Grünen, Frauen- und geschlechterpolitische Sprecherin im LV Berlin

Moderation der Gesprächsrunde: Vera Vordenbäumen

16.30 - 17.00 Uhr: Fazit und Ausklang

 


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