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Updating radical democracy! Über Hegemonie und radikale Demokratie

Voller Saal im Abgeordnetenhaus

 
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externer Link in neuem Fenster folgtFotoserie »prager frühling«

Die belgische Politikwissenschaftlerin Mouffe hatte sich die Aufgabe gestellt, ihren in den 80er Jahren gemeinsam mit Ernesto Laclau entwickelten Postmarxismus auf seine Aktualität hin zu überprüfen. Welche Veränderungen und Konkretisierungen sind angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen der letzten zwanzig Jahre geboten, so die Fragestellung der Vorlesung.

Alex Demirovic formulierte in seinem Kommentar eine theoretisch informierte Kritik dieser Konzeption, Katja Kipping untersuchte in praktisch-politischer Hinsicht, in wie weit postmarxistische Ansätze einen Leitfaden für eine Erneuerung linker Politik bereitstellen können. Michael Brie skizzierte eingangs Mouffes Interpretation von Rosa Luxemburg als Beitrag für eine substantielle, radikale Reintrepretation des Demokratieverständnisses Luxemburgs. 

Mouffe entwickelte ihr hegemonietheoretisches Argument auf der Grundlage einer Kritik von Hardt/Negris „Multitude“-Konzeption und deren Votum für „Exodus“, dem sie ein Plädoyer für radikale Intervention entgegensetzte. Kontrovers wurde die Debatte, als Mouffe und Demirovic (und das Publikum) über die Frage der „Exklusion“ stritten: Hegemonie geht zwingend mit Exklusion einher und ist geradezu unvermeidlich (so Mouffe), wogegen Demirovic die Arbeit an der Möglichkeit einforderte, Hegemonie und Exklusion zu relativieren und letztlich in den zentralen historischen Konfliktpunkten das Element der Exklusion zu überwinden. 

Gemeinsam mit Ernesto Laclau hat Chantal Mouffe in den 1980er Jahren in „Hegemonie und radikale Demokratie. Zur Dekonstruktion des Marxismus“ die theoretischen Grundlagen einer radikaldemokratischen Linken ausgearbeitet. Unterschiedliche Aspekte der Veröffentlichung, insbesondere die diskurstheoretische Lesart des gramscianischen Hegemoniekonzepts, haben ganze Forschungszweige inspiriert. Mouffes Studien zur „agonalen Demokratie“ sind in politischen Theoriediskussionen populär und wurden von ihr in den letzten Jahren weiter verfolgt, die hegemonietheoretischen Grundlagen und ihre Verbindung zu praktischen politischen Auseinandersetzung sind demgegenüber zumindest in der akademischen Rezeption ein wenig aus dem Blickfeld geraten.

 

»Luxemburg Lecture«


„Die Humanität in unserer Gesellschaft wird sich auch danach bemessen, inwieweit wir das Erbe Rosa Luxemburgs in Ehren halten.“ (Walter Jens)

Das Institut für Gesellschaftsanalyse und das Kulturforum der Rosa-Luxemburg-Stiftung führen ein neues neues Format ein:

Die internationale »Luxemburg Lecture«

Mit diesen Vorlesungen soll in der Tradition der Wissenschaftlerin, Politikerin und Persönlichkeit Rosa Luxemburg eingegriffen werden in die geistigen Auseinandersetzungen der Gegenwart. Die aktuellen Krisen der heutigen Zivilisation und des Kapitalismus sind der Ausgangspunkt, um Fragen nach Möglichkeiten zukünftiger Entwicklung und konkreter Alternativen zu stellen.

Die »Luxemburg Lecture« gibt international ausgewiesenen Persönlichkeiten der Linken aus Wissenschaft, Politik, Kultur und Kunst sowie der Zivilgesellschaft die Möglichkeit, ihre Positionen zu Grundfragen der Zeit zu äußern. Die »Luxemburg Lecture« wird vier bis sechs Mal in Berlin gehalten werden. Nach dem Auftakt im historisch bedeutungsvollen Festsaal des Abgeordnetenhauses von Berlin, an dem am 1. Januar 1919 die KPD gegründet wurde, werden die nächsten Lectures im Berliner Prater stattfinden. Im Wintersemester wandert die »Luxemburg Lecture« in die Hochschule. 

Veranstaltungen der Reihe:

 

 

Begrüßung:
Thomas Flierl, Kulturforum der RLS
Michael Brie, Institut für Gesellschaftsanalyse der RLS
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Lecture:

Chantal Mouffe
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 Kommentar:

Alex Demirovic
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Kommentar:

Katja Kipping
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