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Linke Strategien zur Eurokrise

Publikationen, Dokumentationen und kommende Veranstaltungen

Wie können linke Antworten auf die Krise der Eurozone und der Weltwirtschaft aussehen? Nicht zuletzt angesichts einer wachsenden Euro(pa)-Skepsis steht die Linke in dieser Frage vor großen Herausforderungen. Welche Maßnahmen ergriffen werden müssten, dazu gibt es die unterschiedlichsten Auffassungen und Vorschläge.

«Euro – so nicht!» hieß ein Wahlkampfslogan der PDS einst. Die linke Kritik an der Struktur der Währungsunion Ende der 1990er Jahre erweist sich als zutreffend. Denn berücksichtigt wurden für die Euro-Stabilität nur Schuldenstand, Neuverschuldung und Inflation in den Euroländern. Nicht in Betracht kamen dagegen Leistungsbilanzen, Produktivitätsentwicklung, Sozialleistungs- und Lohnniveaus. Unterschiedliche Produktivität im europäischen Währungsraum ließ sich überdies nicht mehr durch Wechselkursanpassungen ausgleichen. Zugleich fehlten einheitliche soziale Mindeststandards sowie eine Art Länderfinanzausgleich, der über Regional- und Konversionsfonds hinausgeht. Als möglicher Ausgleichsmechanismus blieben nur Lohn- und Tarifpolitik sowie die weitere Absenkung sozialstaatlicher Standards in Ländern mit Leistungsbilanzdefiziten.

Die Eurokrise hat in der deutschen und europäischen Linken eine Diskussion über Ursachen und Strategien zu ihrer Überwindung entfacht, die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung begleitet wird. Dazu gehörte die Debatte über die Option eines «geregelten Austritts» einzelner Länder aus dem Euro und die Rückkehr zu nationalen Währungen als eine mögliche Lösung im Sinne der am stärksten von der Krise betroffenen Gesellschaften, insbesondere Griechenlands. Zugleich ließe sich ein unkontrolliertes Auseinanderbrechen der Eurozone verhindern, argumentieren etwa die Wirtschaftswissenschaftler Heiner Flassbeck und Costas Lapavitsas. 

Tagungen in 2013

Euros letzte Chance?
Zur Eröffnung der neuen Reihe des Eduard-Heimann-Colloquiums «Europa am Scheideweg» am 28.11.2013 in Hamburg diskutieren Heiner Flassbeck (ehem. Chef-Ökonom der UNCTAD), Stefan Schulmeister (Ökonom am Austrian Institute of Economic Research in Wien) und Theodoros Paraskevopoulos (ökonomischer Berater bei Syriza in Griechenland) über die Entwicklungschancen des Euro, notwendige Maßnahmen zum Erhalt der Eurozone und einer Überwindung der Eurokrise.

Am 30.5.2013 fand in Berlin eine Fachkonferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung zum Thema statt. Heiner Flassbeck und Costas Lapavitsas haben ihre Studie «The Systemic Crisis of the Euro – True Causes and Effective Therapies» dort präsentiert und mit linken Ökonomen und Politikern diskutiert. In einer Antwort auf diese Studie («No Exit», Standpunkte 07/2013) vertritt  Mario Candeias die Position, dass mit der Befürwortung einer Ausstiegsoption nicht nur falsche Hoffnungen geweckt, sondern auch falsche Gegensätze aufgemacht werden.

Weitere Analysen und Positionspapiere beschäftigen sich z.B. mit der Rolle der EZB in der Eurokrise (Thomas Sablowski), den europäischen Auswirkungen der deutschen Sparpolitik (Michael Schlecht), der neonazistischen Mobilmachung in Griechenland (Dimitris Psarras) und der rechtspopulistischen AfD in Deutschland (Gerd Wiegel, Alban Werner). Eine Übersicht der Publikationen findet sich unten. Veranstaltungen wie die Konferenz «20 Jahre nach Maastricht - Die Europäische Union in der Krise?» (10./11.10. in Potsdam) oder «Austerity kills» über die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Europa (18.10. in Berlin) sind hier dokumentiert.

In den kommenden Wochen und Monaten finden im Stiftungsverbund zahlreiche Veranstaltungen zur Eurokrise statt. Im Zentrum steht dabei die Veranstaltungsreihe «Europa am Scheideweg», so der diesjährige Titel des sozialökononomischen Eduard-Heimann-Colloquiums, das an der Uni Hamburg gemeinsam mit der RLS und weiteren Partnern durchgeführt wird. Die Reihe beginnt am 28.11. mit der Diskussion «Euros letzte Chance» mit Prof. Heiner Flassbeck (Uni Hamburg), Prof. Wilhelm Hankel (Uni Frankfurt) und Theodoros Paraskevopoulos (Berater von Syriza, Athen).

Veranstaltungen

Donnerstag,
25.08.2016
20:00 Uhr,
Richard-Wagner-Hain, Leipzig
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