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Schöne Grüne Welt
Über die Mythen der Green Economy. 3. überarbeitete Auflage. Reihe «luxemburg argumente».
Sie stoppt den Klimawandel und das Artensterben und schafft nebenbei hohe Wachstumsraten und Millionen Arbeitsplätze: Die Green Economy. Sie gilt als Wunderwaffe, die den globalen Kapitalismus stabilisiert – und auch noch nachhaltig macht. Was aber ist Green Economy? In ihr sollen politische Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass Kapital fließt, um die Wirtschaft zu «begrünen» und «grüne» Arbeitsplätze zu schaffen. Unternehmen sollen für Umweltschäden einen «angemessenen» Preis zahlen. Und nicht zuletzt soll der Staat seine öffentliche Beschaffung (alle Einkäufe, die der Staat tätigt) am Nachhaltigkeitskriterium ausrichten und nachhaltige Infrastrukturen fördern.
Im Juni 1992 brachte die UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro einen Begriff hervor, der jahrelang als Leitmotiv die globale Politik prägen sollte: die «nachhaltige Entwicklung». 20 Jahre später, auf der UN-Konferenz Rio+20 (wieder im Juni, wieder in Rio) sollte die Green Economy die nachhaltige Entwicklung als neue Zauberformel ablösen. Seit mehr als 20 Jahren wird von der Begrünung des Kapitalismus geschwärmt. Gleichzeitig ist offensichtlich: Irgendwie geht es mit der nachhaltigen Entwicklung nicht recht voran. Die CO2-Emissionen steigen, die biologische Vielfalt schrumpft. Hunger, Armut und Ungleichheit nehmen in vielen Ländern zu. Die gefeierte «Versöhnung von Ökologie und Ökonomie» gestaltet sich zäh. Die Zauberkraft der Green Economy ist zweifelhaft.
Diese Broschüre soll zeigen: Green Economy ist ein umkämpfter Begriff. Er wird je nach Interessenlage mit vielen, teils widersprüchlichen Inhalten gefüllt. Auf den folgenden Seiten soll deutlich werden, wo die Vorschläge zu kurz greifen, zu schnell den Kompromiss mit den herrschenden Kräften suchen und Alternativen eher verdrängen als fördern. Doch was sind Alternativen, und wie sähe ein Gegenbild zur Green Economy aus? Auch darum soll es hier gehen. Denn fest steht: Wenn eine Green Economy nicht mit den Strukturen der Old Economy bricht und lediglich der Begrünung oder gar Ausweitung des Kapitalismus und als Wachstumsprogramm dient, so wird sie sehr schnell ihren Glanz verlieren. Daher folgt aus der hier formulierten Kritik an der Green Economy das plurale Projekt einer sozial-ökologischen Transformation.
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Bildungsbroschüre Schöne Grüne Welt
«luxemburg argumente» Nr. 3, 3. aktualisierte, überarbeitete Auflage
Berlin, März 2013
ISSN 2193-5831
Autor: Ulrich Brand
(Unterstützung bei der Recherche: Jana Flemming)
Andere Sprachen:
- Beautiful Green World, English version
http://www.rosalux.de/publication/38457/
Kontakt:
Rosa-Luxemburg-Stiftung
Gesellschaftsanalyse und politische Bildung e. V .
Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
Steffen Kühne, Tel. (030) 44310-402, kuehne@rosalux.de
Antonella Muzzupappa, Tel. (030) 44310-421, muzzupappa@rosalux.de
Sabine Nuss, Tel. (030) 44310-448, nuss@rosalux.de
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