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Nachhaltigkeitsdebatte in der Zukunftskommission

Selbstbestimmung und soziale Sicherheit

Die Arbeit der ersten Zukunftskommission wurde 2003 mit der Vorlage des Zukunftsberichts abgeschlossen. Zur aktuellen Arbeit der Zukunftskomission >>mehr

 

Im Herbst 1999 hat die Rosa-Luxemburg-Stiftung mit dem Aufbau einer Alternativen Zukunftskommission begonnen. Ihre Arbeit war zunächst bestimmt durch einen Verständigungsprozess über den für die Arbeit der Kommission bestimmenden Wert »Gerechtigkeit« auf die entsprechenden Verhältnisse in der Gesellschaft und über verschiedene Entwicklungspfade als Antwort auf die Brüche unserer Zeit.

Seit Sommer 2000 entsteht ein eigener Zukunftsbericht alternativ zu den Berichten der Freistaatenkommission, der Friedrich-Ebert-Stiftung, dem Verbundprojekt »Arbeit und Ökologie« unter der Federführung der Hans-Böckler-Stiftung und anderen. Dieser Bericht entwirft die Konturen eines Szenarios, das ein selbstbestimmtes Leben von Menschen in einer solidarischen Gesellschaft ermöglichen könnte und benennt Reformalternativen auf zentralen Handlungsfeldern. Er folgt einem eigenen Leitbild für eine gerechte Gesellschaft: der selbstbestimmt und solidarisch handelnde Mensch in einer Gesellschaft sozial gleichen Zugangs für jede und jeden zu den Grundbedingungen eines Lebens in Würde.

Dieses Leitbild verweist auf den organischen Zusammenhang von Freiheit, Gleichheit und Solidarität. Die individuelle Freiheit, das eigene Leben selbst bestimmen und in der Gesellschaft mit entscheiden zu können, erfordert soziale Gleichheit in der Teilhabe an entscheidenden Lebensbedingungen, an elementaren Freiheitsgütern. Nur die Solidarität in den Kämpfen um tatsächliche Freiheit und Gleichheit vermag diese beiden Dimensionen einer gerechten Gesellschaft zu verwirklichen.Dieses Leitbild ist dem in manchen anderen Zukunftsberichten entgegengesetzt. Es widerspricht vor allem dem neoliberalen Bild vom »Menschen als Unternehmer seiner Arbeitskraft und Daseinsvorsorge«, der durch Rücknahme sozialer Sicherungsstandards zurückgeworfen auf sich selbst und orientiert auf seine Selbstvermarktung fl exibel im Marktmechanismus zu funktionieren hat. Solcher Reduktion auf Funktionalität wird die Suche nach Bedingungen für die freie und universelle Entwicklung der Individualität eines jeden Menschen entgegengesetzt.

Die Zukunftskommission hat mit mehreren Bildungsveranstaltungen ihren Arbeitsprozess öffentlich gemacht: zum Thema des 1. Zukunftsberichts »Selbstbestimmung und soziale Sicherheit«, zu den Ergebnissen empirischer Untersuchungen über Meinungen und Stimmungen in der Bevölkerung zu diesem spannungsgeladenen Problemkreis und zur Frage nach den Akteuren, die Reformalternativen tragen könnten. Gemeinsam mit dem Leiter der Akademie für politische Bildung der Friedrich-Ebert-Stiftung wurden die dort vertretenen Ansätze mit denen der Rosa Luxemburg Stiftung verglichen und diskutiert. Auffassungen in der Jugend zur Berichtsproblematik wurden in einer Veranstaltung mit dem Hauptautor der jüngsten Jugend-Shell-Studie analysiert.

 

>>"Leben statt gelebt zu werden. Zukunftsbericht der Rosa- Luxemburg-Stiftung" (Manuskripte 38)