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Freitag, 27. Juli 2012
Autor/Innen: Maik Hennig, Gabriele Kickut

«Good for Business? Worker Participation on Boards.»

Die Studie über Auswirkungen von Unternehmensmitbestimmung in Irland wurde von der RLS gefördert.

Die Studie des linken irischen Think Tanks TASC (Think tank for Action on Social Change) untersucht die Situation der Mitbestimmung in Irland – einem Land, in dem die Beteiligung von ArbeiterInnen und Angestellten traditionell kärger ausfällt als in mittel- und nordeuropäischen Ländern. ArbeitnehmerInnen als Vorstandsmitglieder („worker directors“) werden in Irland durch die Gewerkschaften nominiert und durch die gesamte Belegschaft gewählt. Verbreitet ist diese Form der Mitbestimmung jedoch nur in staatlichen oder halbstaatlichen Betrieben. Deren Umstrukturierung und Privatisierung hat die Bedeutung der worker directors für die irische Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten langsam erodieren lassen.

Für die Untersuchung wurden Interviews mit worker directors in staatseigenen Betrieben, weiteren Vorstandsmitgliedern der Arbeitgeberseite,  ManagerInnen sowie unabhängigen ExpertInnen ausgewertet.

Die Vertretung der ArbeitnehmerInnen im Vorstand hat generell positive Auswirkungen auf das Unternehmen, so das Ergebnis der Studie. Hervorgehoben wurde insbesondere deren wichtige Rolle für Informationsflüsse und Konfliktmoderation im Unternehmen und das Einbringen abweichender Auffassungen in Vorstandsdebatten. Rollenkonflikte oder Loyalitätsprobleme wurden kaum beobachtet. Eine große Mehrheit der Interviewten spricht sich dafür aus, das Mitbestimmungsmodell auf den gesamten öffentlichen Sektor auszuweiten – eine Forderung, der sich die Studie anschließt. Abgelehnt wird von einer Mehrheit jedoch dessen Einführung im privatwirtschaftlichen Sektor.

Aus deutscher Sicht sind die Ergebnisse der Studie nicht überraschend, decken sie sich doch mit Forschungsresultaten zur Rolle von Betriebsräten oder der Auswirkung der Konzernmitbestimmung (wobei sich beides stark vom irischen Modell unterscheidet). In Irland hat jedoch bislang relativ wenig Forschungsarbeit zu diesem Thema stattgefunden.

Neben der Ausweitung der Mitbestimmung auf den gesamten öffentlichen Sektor empfiehlt die Studie eine minimale Quote von 25 Prozent worker directors im Vorstand sowie regelmäßige Trainings- und Fortbildungsmaßnahmen.

Die Erstellung der Studie «Good for Business? Worker Participation on Boards.» wurde von der irischen National Worker Director Group und der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert. Der linke Think Tank TASC beschäftigt sich vorwiegend mit der Erforschung und Bekämpfung der großen ökonomischen Ungleichheit in der irischen Gesellschaft.

Gabriele Kickut, Maik Hennig (Referat EU, UNO und OECD)