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Sonntag, 31. Januar 2016
Autor/Innen: Bernd Hüttner

Elger: Dadaismus, Köln 2016

"das Buch berichtet weniger über die Netzwerke oder die Textproduktion des Dadaismus, sondern Elger stellt im Hauptteil insgesamt elf Mitglieder mit einem oder mehreren Werken vor"

Der 5. Februar 1916, als in Zürich das Cabaret Voltaire eröffnet wurde, gilt als Startschuss des Dadaismus. Die Verlage nehmen die 100. Wiederkehr dieses Tages zum Anlass, eine Unzahl von Titeln zu publizieren. Neue, wie etwa der Züricher Verlag Scheidegger & Spiess; oder auch Reprints, wie jetzt Taschen. Hier wurde anlässlich des Jubiläums der bereits 2004 erschienene Band „Dadaismus“ in der preiswerten „Kleinen Reihe“ neu aufgelegt.

Dietmar Elger bietet zuerst einen kurzen Überblick über die Geschichte des Dadaismus, der ungefähr ein Viertel des Bandes ausmacht: Den Höhepunkt und gleichzeitig das Ende der dadaistischen Bewegung setzt er für das Jahr 1922 an. Während Dada Zürich eher literarisch gewesen sei, habe sich Dada Berlin (mit Grosz und Heartfield) viel stärker und pointierter politisch positioniert, etwa mit der ersten Internationalen DADA Messe (30. Juni bis 25. August 1920).

Das Buch berichtet weniger über die Netzwerke oder die Textproduktion des Dadaismus, sondern Elger stellt im Hauptteil insgesamt elf Mitglieder mit einem oder mehreren Werken vor. Auf einer Doppelseite findet sich jeweils eine ganzseitige Abbildung und gegenüber der dazugehörige Text. Obwohl sich Dada auch als Antikunst versteht, werden hier im Grunde „Kunstwerke“ von z.B. Arp, Duchamp, Grosz, Hannah Höch oder Kurt Schwitters präsentiert.

Das Buch stellt in erster Linie Bilder, Montagen und Skulpturen vor, es kreist um diese wenigen, womöglich als repräsentativ anzusehenden Werke. Insofern ist es keine, wie vielleicht angenommen werden könnte, „Geschichte des Dadaismus zur Einführung“, sondern ein Band über einige „KünstlerInnen“ aus dem Kontext Dada, der aber z.B. auch die damaligen sozialen und kulturellen Hintergründe anspricht und ebenso die Verrats-, Ausverkaufs- und Authentizitätsdebatten innerhalb des Dadaismus diskutiert.

 

Dietmar Elger: Dadaismus, 96 Seiten, 9,99 EUR, Taschen Verlag, Köln 2015