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Dienstag, 16. Februar 2016

Voigt / Sünker (Hgg.): Arbeiterbewegung - Nation - Globalisierung; Weilerswist 2014

"...macht der Band deutlich, dass eine radikale Kritik der Nation weder von der akademischen Wissenschaft noch von der politischen Linken zu erhoffen ist."

Olaf Kistenmacher, dessen Dissertation Arbeit und »jüdisches Kapital« über antisemitische Aussagen in der KPD-Tageszeitung Die Rote Fahne während der Weimarer Republik (mehr) soeben erschienen ist, rezensiert für www.sehepunkte.de 

Sebastian Voigt / Heinz Sünker (Hgrsg.): Arbeiterbewegung - Nation - Globalisierung. Bestandsaufnahmen einer alten Debatte, Velbrück Verlag, Weilerswist 2014, 231 S., ISBN 978-3-942393-71-3, EUR 24,95

Kistenmacher schreibt: "In ihrer Artikelserie Nationalitätenfrage und Autonomie schrieb Rosa Luxemburg sechs Jahre vor dem Ersten Weltkrieg, die Sozialdemokratie sei "nicht zur Verwirklichung eines Selbstbestimmungsrecht der Nationen berufen, sondern des Selbstbestimmungsrecht der arbeitenden Klasse, der ausgebeuteten und unterdrückten Klasse - des Proletariats". (1) Ihre Position blieb innerhalb der ArbeiterInnenbewegung eine Minderheitenposition. Auch die Bolschewiki kritisierte Luxemburg nach der russischen Revolution für ihre "dröhnende nationalistische Phraseologie", die das Proletariat "verwirrt und der Demagogie der bürgerlichen Klassen ausgeliefert" habe. (2)

Hundert Jahre später hat sich an dem problematischen Verhältnis der Parteilinken zur Frage der Nation wenig geändert. Der von Heinz Sünker und Sebastian Voigt herausgegebene Band Arbeiterbewegung - Nation - Globalisierung. Bestandsaufnahme einer alten Debatte, der auf einer Konferenz des Jahres 2012 basiert, versteht sich als Intervention. 2010 hatte Peter Brandt, Vertrauensdozent der Hans-Böckler-Stiftung, in einem Interview mit der rechtskonservativen Jungen Freiheit von der politischen Linken ein "positives - was nicht heißt: unkritisches Verhältnis zu Volk und Nation" gefordert (10). Eine Debatte über das Verhältnis der politischen Linken zu Nation und Volk haben schon viele versucht anzustoßen. (3) Thomas Haury hat in einer umfassenden Studie zur frühen DDR nachgezeichnet, inwiefern die parteikommunistische Linke immer wieder einen Gegensatz zwischen der Nation und "dem Kapital" konstruierte. (4) Von dieser Debatte führen die ersten Beiträge in Arbeiterbewegung - Nation - Globalisierung allerdings zunächst einmal weg. Marcel van der Linden, auf den Michael Vester antwortet, rekapituliert vor allem in Hinblick auf die Gewerkschaftsbewegung die verschiedenen Phasen des Internationalismus und fordert abschließend die Entwicklung eines "transnationalen Internationalismus", muss jedoch einräumen, dass dies ein "schwieriger Prozess sein wird" (40). Man hätte es sich denken können."

De gesamte Rezension ist bei www.sehepunkte.de online.