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Montag, 19. Dezember 2016

Was vom Sommer übrig blieb

Die internationale Arbeitsgruppe «Migrations- und Grenzregime» der Rosa-Luxemburg-Stiftung präsentiert ihre Arbeitsergebnisse aus 2016 und stellt sie für die politische Bildung zur Verfügung.

Governing the Balkan Route
Von wegen sicher
Asyl in der Republik Zypern
Der kälteste Sommer

Welche Kämpfe, Strategien und Bewegungen für das Recht auf Bewegungsfreiheit, auf Asyl und ein gutes Leben für Alle hat der lange Sommer der Migration 2015 in Europa, der Türkei und Nordafrika sichtbar gemacht oder sogar hervorgebracht? Wie haben Regierungen und EU-Institutionen darauf reagiert? Welche neuen oder erneuerten Formen des Managements der Migration, der Kontrolle von Grenzen und Bewegungen sind zu beobachten? Wie könnte vor diesem Hintergrund eine linke Migrationspolitik aussehen? Diesen Fragen widmet sich die internationale Arbeitsgruppe «Migrations- und Grenzregime» der Rosa-Luxemburg-Stiftung. In Kooperation mit NGOs und Wissenschaftler*innen sind 2016 eine Reihe von Publikationen, ein Blog und ein Kurzfilm entstanden, die kostenlos hier heruntergeladen oder bestellt und in der politischen Bildung verwendet werden können. Sie versuchen, aus verschiedenen Perspektiven, das momentane politische Konfliktfeld der Migration zu kartieren, zu analysieren und Antworten zu formulieren.

Die vom Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Belgrad herausgegebene Studie «Governing the Balkan Route» analysiert wie Regierungen, internationale Organisationen und NGOs die Migrationsroute über den Balkan in einen engmaschig kontrollierten Korridor verwandelten. Die ebenfalls vom Belgrader Büro herausgegebene Broschüre  «Von wegen sicher» («Not safe at all») und der von der Akademie für politische Bildung der Stiftung produzierteKurzfilm «Abgelehnt» («Rejected») kritisieren das Konzept der Sicheren Herkunftsstaaten als juristisch fragwürdige Form der Vorverlagerung von Grenzen und der Aushöhlung des Rechts auf Asyl. Sie zeigen am Beispiel der Roma-Bevölkerung der Balkan-Staaten die dramatischen sozialen Folgen des Konzepts.

In Kooperation mit Borderline Europe e.V. ist eine aktualisierte Neuauflage der Studie «Asyl in der Republik Zypern» entstanden. Sie zeigt auf, wie der Zugang zum Asylverfahren in den Ländern an den EU-Außengrenzen systematisch behindert, AsylbewerberInnen unrechtmäßig inhaftiert und die Verfahren in die Länge gezogen werden.

Der Blog «HarekAct – Reporting on the Turkish Border Regime» informiert regelmäßig in deutscher, englischer und türkischer Sprache über die soziale und menschenrechtliche Situation von Geflüchteten in der Türkei, an der syrischen Grenze und die Folgen des so genannten EU-Türkei-Flüchtlingsdeals vom März 2016.

In Form eines Comics präsentieren die Europabüros in Brüssel und Athen drei autobiografische Erzählungen von Flüchtlingen. Das Buch «Der kälteste Sommer» enthält neben den Zeichnungen auch einen literarischen Text und zwei kurze Essays über Migration. Es ist inzwischen in fünf Sprachen übersetzt.

Die Broschüre «Migrant Detention in the European Union» ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem RLS-Büro in Brüssel und migreurop. Sie analysiert die Privatisierung des so genannten Inhaftierungsbusiness für Geflüchtete und MigrantInnen in der EU.

In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk kritische Migrations- und Grenzregimeforschung (kritnet) schließlich ist der dritte Sammelband in der Reihe Grenzregime mit dem Titel «Der lange Sommer der Migration» erschienen. Die AutorInnen der rund 20 Beiträge rekonstruieren die Kämpfe der Migration des letzten Sommers, stellen transnationale Initiative der Unterstützung wie Alarmphone Sea Watch sowie Moving Europe vor und untersuchen die neuen Entwicklungen der europäischen Migrationspolitik am Beispiel verschiedener Länder innerhalb und außerhalb Europas.
 

 



Alle hier vorgestellten Materialien sind für den Einsatz in der politischen Bildung konzipiert.

Sie können einzeln oder im Paket bei Workshops, Seminarreihen, öffentlichen Veranstaltungen oder Rundreisen zum Thema migrantische Organisierung und Grenzregime in Europa, Afrika und dem Nahen Osten eingesetzt oder auf Büchertischen ausgelegt werden.
Die Materialien können gratis heruntergeladen oder bei uns bestellt werden.

Wenn Sie Veranstaltungen planen, nennen wir gerne auch weiterführende Materialien der Rosa-Luxemburg-Stiftung und vermitteln Kontakt zu den AutorInnen sowie zu anderen kompetenten ReferentInnen in diesem Themenfeld.

Kontakt: Franziska Albrecht, Stefanie Kron, Johanna Bussemer


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