Springe direkt zu: Textanfang Hauptmenü Suche Weitere Informationen Metanavigation

Hauptmenü



Theorie gegen Menschenfeindlichkeit

Bildungsmodule für demokratische Kultur – gegen Nazis und unmenschliche Ideologien

Ursprung, Wesen und Erscheinung des Faschismus: Zur Interpretation des Faschismus in den Faschismustheorien

Beschreibung

Einführungsseminar in die wesentlichen Faschismustheorien

Kurz vor seinem Tod hat sich der britische Historiker T. W.  MASON folgende Frage gestellt: „Whatever happened to Fascism?” In der Tat begegnet Mensch diesem Terminus heutzutage entweder in inflationär entstellter Form, als Pejorativ oder als Kampfbegriff. Auf die Frage nach dem „Wesen“ des Faschismus wird der Fragende i.d.R. mit lauter Nichtauskünften konfrontiert: Der Faschismus sei  antidemokratisch, antikommunistisch, antipluralistisch, etc. Das damit bereits alles gesagt sei, ist jedoch zu bezweifeln. Was der Faschismus, zumindest in seiner historischen Variante tatsächlich war und wie er sich als Gegenstand von wissen-schaftlichen, politischen oder lebensweltlichen Debatten etablieren konnte, darüber  möchte   dieses Seminar aufklären.

Das Seminar setzt sich zunächst mit „Ursprung“ und „Wesen“ faschistischer Bewegungen auseinander. Es wird versucht diese „Erscheinungen“ in einen historischen, soziopolitischen und kulturellen Kontext einzubetten. Dies soll vorallem auch vor dem Hintergrund der bürgerlich-kapitalistischen Vergesell-schaftung  geschehen.

Im zweiten Teil erfolgt eine Einführung in die wesentlichen Faschismustheorien. Dies wird zunächst in Form eines Referats geschehen. Anschließend sollen ahand der eigenen Lektüre in einzelnen Kleingruppen die Stärken und Schwächen der einzelnen Konzepte herausgearbeitet werden. Zu erörternde Fragestellungen wären dabei: Ist der Faschismus nur ein historisches Phänomen? Ist er das Negativ für ein sich selbst als emanzipatorisch verstehendes Selbstverständnis?  Ist er nichts anderes als eine totalitäre Massenbewegung? Besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft und  faschistischen Ideologien? Hat der Faschismus einen spezifischen Klassencharakter? Ist der Faschismus nur die radikalste Ausdrucksform eines regressiven  Kulturpessimismus, nur eine negative Reaktion auf zahllose Erosions- und Transformationsprozesse der Moderne, auf die kapitalistische Durchdringung der Gesellschaft und auf die Anwesenheit einer verdinglichten Herrschaft; kurzum: Ist er nur ein Krisenlösungsmodell?

Im letzten Teil sollen Aktualität und Relevanz der Thematik diskutiert werden: Ist heutzutage überhaupt noch Potential für eine Refaschisierung der Gesellschaft vorhanden oder ist dieser Begriff mittlerweile völlig obsolet geworden?
Anmerkung: Das Seminar erhebt nicht den Anspruch eine oberflächliche Bewertung und verkürzte Kritik einzelner Theorielinien vorzunehmen. Vielmehr soll sich die Frage gestellt werden, welche Stärken und Schwächen all diese Konzepte enthalten. Interesanter ist demnach die Frage danach, warum sich gewisse Deutungen durchsetzten konnten und welche Konsequenzen sich möglicherweise daraus ergeben haben (im Fall der Agententheorie zum Beispiel die Problemstellung einer  Sozialfaschismusthese).

Methoden

Referat, Präsentation, gemeinsame Analyse von Audio- und Textmaterial, Lektüre, gemeinsame Diskussion

Formen

Wochenendseminar, in stark eingedampfter Form auch als Tagesseminar möglich

Referent_innen, Anbieterorganisation

Mirko Fischer (Stipendiat der RLS)

Kosten

Honorar (auf Anfrage), Anreise, ggf. Unterbringung

Technische Voraussetzungen

Beamer/CD-Player (zum Abspielen von Audio-DVDs)/Flipchart/ Textmaterial und Reader sind vorhanden und werden vorher zugeschickt/am effektivsten lässt sich das Seminar mit ca. 10-15 Personen durchführen ist, das ist aber kein unbedingtes Muss.

Zur Kritik des Antisemitismus am Beispiel der Kritischen Theorie

Beschreibung

Drei Impulsreferate:

1. zur Einführung ins Thema und zur Kritik an der bürgerlichen und marxistischen Antisemitismus-Forschung
2. zum Ansatz der Kritischen Theorie von Horkheimer und Adorno sowie
3. zum Ansatz von Moishe Postone.

Der Schwerpunkt des Seminars liegt auf der Verbindung zwischen Kapitalismus und Antisemitismus, insbes. auf der Struktur des Antisemitismus und dessen Bedeutung für den Nationalsozialismus (Aufspaltung und Personifizierung gesellschaftlicher Widersprüche sowie Antisemitismus als Denkform: „Pathische Projektion“ bei Horkheimer/Adorno, „Naturalisierung und Personifizierung des Abstrakten“ bei Postone). 

Methoden

Textarbeit (Kleingruppen und Plenum) mit Passagen aus den «Elementen des Antisemitismus» von Horkheimer/Adorno (aus der «Dialektik der Aufklärung») sowie aus «Antisemitismus Nationalsozialismus» von Moishe Postone.

Formen

Halbtagesseminar mit Impulsreferaten

Referent_innen, Anbieterorganisation

Frank Engster, promoviert an der FU-Berlin über Geld und Zeit, arbeitet freiberuflich im Bereich der politischen Bildung und ist in antifaschistischen Organisationen aktiv.

Kosten

Honorar (auf Anfrage), Anreise, ggf. Unterbringung

Technische Voraussetzungen

Räumlichkeiten für Kleingruppenarbeit, Tafel o. Flipchart 

Zur Kritik des Antisemitismus am Beispiel der Kritischen Theorie (Horkheimer/Adorno und Moishe Postone)

Beschreibung

Kritik der bürgerlichen Antisemitismus-Forschung und des Antisemitismus-Begriffs der marxistischen Faschismustheorie; Unterschied zwischen Antisemitismus (AS) und Rassismus; Unterschied zwischen religiösem Antijudaismus und modernem AS; AS-Kritik und Psychoanalyse; AS-Kritik und Marxsche Ökonomiekritik; Struktur des AS und seine Bedeutung für verkürzten linken und rechten Antikapitalismus.

Methoden

 

Formen

Vortrag, je ca. 45 min., anschließend Diskussion o. zeitl. Begrenzung, eventl. Bildmaterial

Referent_innen, Anbieterorganisation

Frank Engster, promoviert an der FU-Berlin über Geld und Zeit, arbeitet freiberuflich im Bereich der politischen Bildung und ist in antifaschistischen Organisationen aktiv.

Kosten

Honorar (auf Anfrage), Anreise, ggf. Unterbringung

Technische Voraussetzungen

 

Nazis und soziale Frage - Was ist rechter Antikapitalismus?

Beschreibung

Historische Ursprünge des rechten Antikapitalismus und seine aktuelle Entwicklung und Erscheinungsform; antikapitalistisches Selbstverständnis des historischen und des aktuellen Nationasozialismus; „Nationaler Sozialismus“ als Überwindung des Kapitalismus und dritter Weg; Unterschied zwischen Nationalsozialismus/Rechtextremismus und Rechtspopulismus; Unterschied zwischen rechtem Antikapitalismus und linker Kapitalismuskritik. 

Methoden

 

Formen

Halbtagesseminar mit Impulsreferaten, Textarbeit in Kleingruppen und gemeinsamer Diskussion im Plenum

Referent_innen, Anbieterorganisation

Frank Engster, promoviert an der FU-Berlin über Geld und Zeit, arbeitet freiberuflich im Bereich der politischen Bildung und ist in antifaschistischen Organisationen aktiv.

Kosten

Honorar (auf Anfrage), Anreise, ggf. Unterbringung

Technische Voraussetzungen

Räumlichkeiten für Kleingruppenarbeit, Tafel o. Flipchart

«Auf zwei Seiten der Mauer» – Schwierigkeiten des Umgangs mit dem Israel-Palästina-Konflikt

Beschreibung

Die Linke in der Bundesrepublik befindet sich in einem Dilemma. Einerseits wird die israelische Palästinapolitik als menschenverachtend, inhuman, Menschenrechte verletzend gekennzeichnet, auf der anderen Seite weckt diese Kritik antiisraelische Vorbehalte und Antisemitismus in der Bevölkerung. Die deutschen Massenmedien sind proisraelisch, wie die Außenpolitik der Bundesregierung auch. Der Israel-Palästina-Konflikt ist ein besonderer aufgrund des speziellen deutsch-israelischen Verhältnisses durch den Holocaust. Er treibt bunte Blüten, wenn an diesem Konflikt andere politische Auseinandersetzungen hochkochen.
Gemeinsam wird die Vorgeschichte der Auseinandersetzung mit dem Nahostkonflikt in der DDR und in Westdeutschland betrachtet, Einstellungsmuster und Traditionen bewusst gemacht. Emotionale Ambivalenzen werden bearbeitet mit dem Ziel, Kriterien und Haltelinien für den Umgang mit dem Konflikt zu entwickeln. Was sollten wir lassen, was können wir tun?

Methoden

Diverse

Formen

Abendveranstaltung, Tagesseminar oder Wochenendeseminar

Referent_innen, Anbieterorganisation

Regina Stosch, Diplomsoziologin, Trainerin in der politischen Bildung

Kosten

Honorar (auf Anfrage), Anreise, ggf. Unterbringung

Technische Voraussetzungen

Beamer, Flipchart, Pinnwand

«Zuchtvieh, Mutterkreuz und Bund Deutscher Mädel» – Frauen im Dritten Reicht

Beschreibung

Warum erhielt der Nationalsozialismus trotz seiner zutiefst frauen- und menschverachtenden Ideologie großen Zuspruch durch die Frauen bei Wahlen und im Alltag? Ein Aspekt ist eine gelungene Umdeutung und Übernahme der Forderungen der ersten Frauenbewegung. Der Faschismus verspricht die Verwirklichung der Ziele der bürgerlichen und sozialistischen Frauenbewegung: in der gleichberechtigten Teilhabe am Aufbau des Deutschen Reiches - wahre Frauenemanzipation als Mutter, Zuchtvieh, Hausfrau und Hüterin der arischen Rasse. Die „Faschisierung von Frauen“ (Reinhard Kühnl) ist ein ideologietheoretisches Lehrstück, um die Zuwendung der Bevölkerung zum Faschismus zu verstehen. Beleuchtet wird die persönliche und politische Ausgangsituation der Frauen in der Weimarer Republik und die schrittweise organisierte Einwilligung. Bezüge zur Gegenwart werden hergestellt.

Methoden

Diverse

Formen

Abendveranstaltung, Tagesseminar oder Wochenendeseminar

Referent_innen, Anbieterorganisation

Regina Stosch, Diplomsoziologin, Trainerin in der politischen Bildung

Kosten

Honorar (auf Anfrage), Anreise, ggf. Unterbringung

Technische Voraussetzungen

Beamer, Flipchart, Pinnwand