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Publikation

Reihe rls papers
Erschienen: Oktober 2011

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Organische Krise des Finanzmarkt-Kapitalismus: Szenarien, Konflikte, konkurrierende Projekte

Thesen des Instituts für Gesellschaftsanalyse, August 2011

Vor kurzem noch wurde der »Aufschwung XXL« verkündet und jetzt fällt bei den Herrschaftseliten der verdiente Urlaub aus. Die Wachstumsprognosen werden nach unten korrigiert und die Aktienkurse sind deutlich gefallen. Jede gerade erst erarbeitete und verkündete »Lösung« der jeweils jüngsten Krise ist wenige Tage oder Wochen später veraltetet. Weder kommen die Märkte zur »Ruhe«, noch die betroffenen Bürgerinnen und Bürger. Die hektischen Versuche neuer Sparprogramme in Italien und Frankreich und die Proteste der von der Gesellschaft Aufgegebenen in England oder der Jugend in Spanien oder Israel, die Hungersnot in Ostafrika und die nicht enden wollende Auseinandersetzung um Stuttgart 21 fallen nicht zufällig in die gleiche Zeit. In der aktuellen Situation wirken verschiedene, teils gegensätzliche Entwicklungen gleichzeitig. Nachdem 2008 der Neoliberalismus weitgehend desavouiert und der Kapitalismus bis ins bürgerliche Feuilleton hinein in Verruf geraten war, hat die Krisenbearbeitung die neoliberalen Fraktionen nicht geschwächt, sondern kurzfristig gestärkt. Die bisherige Art der Krisenbearbeitung hat den Neoliberalismus stabilisiert und andere, sozial und ökologisch reformerische Lösungen zunächst ausgeschlossen. Dieser stabilisierte Neoliberalismus ist besonders autoritär, instabil und konfliktär. Dies stellt die verschiedenen Gruppen der Linken vor völlig neue Herausforderungen. Eine der wichtigsten Aufgaben in dieser Situation ist politische Selbst-Aufklärung: Sagen, was ist!

An der Erarbeitung und Diskussion dieser Thesen haben mitgewirkt: Lutz Brangsch, Michael Brie, Mario Candeias, Erhard Crome, Judith Dellheim, Ralf Ehlert, Markus Euskirchen, Conny Hildebrandt, Christina Kaindl, Dieter Klein, Tadzio Müller, Rainer Rilling, Florian Wilde und Fanny Zeise.