Springe direkt zu: Textanfang Hauptmenü Suche Weitere Informationen Metanavigation

Hauptmenü



Publikation

Online-Publikation
Autor/Innen: Lutz Brangsch
Erschienen: Januar 2014

Downloads

Lenin ehren

Die jährlich wiederkehrende Aneinanderreihung von Lenin, Luxemburg und Liebknecht wird weder Lenin, Luxemburg noch Liebknecht gerecht. Ein Plädoyer gegen die oberflächliche Lenin-Rezeption von Lutz Brangsch.

Wladimir Iljitsch Lenin, 1920 (Bundesarchiv, public domain)

 

Nicht umsonst steht an der Fassade am Franz-Mehring-Platz 1 in Berlin, in dem die Rosa-Luxemburg-Stiftung ihren Sitz hat, ein (verkürztes) Marx-Zitat: „Die soziale Revolution kann ihre Poesie nicht aus der Vergangenheit schöpfen, sondern nur aus der Zukunft.»

Marx setzt wenig später diesen Gedanken fort: «Proletarische Revolutionen …, wie die des neunzehnten Jahrhunderts, kritisieren beständig sich selbst, unterbrechen sich fortwährend in ihrem Lauf, kommen auf das scheinbar vollbrachte zurück, um es wieder von neuem anzufangen, verhöhnen gründlich-grausam die Halbheiten, Schwächen und Erbärmlichkeiten ihrer ersten Versuche, scheinen ihren Gegner nur niederzuwerfen, damit er neue Kräfte aus der Erde sauge und sich riesenhafter ihnen gegenüber wieder aufrichte, schrecken stets von neuem vor der unbestimmten Ungeheuerlichkeit ihrer eigenen Zwecke, bis die Situation geschaffen ist, die jede Umkehr unmöglich macht…»

Nicht umsonst, weil das das Credo des Luxemburgschen Schaffens in Theorie und Praxis war, wie auch der Maßstab emanzipatorischer politischer Bildung ist. Dieser Satz ist Aufforderung, die eigene Geschichte beständig neu und kritisch zu hinterfragen. Tradition und Erbe müssen mit Kritik verbunden werden, ansonsten erstarren sie in Quasi-Religion.

Weiter im PDF.