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Publikation

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Autor/Innen: Max Lill
Erschienen: Januar 2015

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Trügerische Ruhe im bedrohten Paradies?

Zur Entwicklung von Ressentiments und rechtsextremen Stimmungslagen im Alltagsbewusstsein der Deutschen. Empirische Befunde und Erklärungsansätze von Max Lill.

 

Die politische Lage erscheint vielen Linken derzeit als desolat und zutiefst bedrohlich. Die Wahlerfolge der AfD und die Demonstrationen von «Pegida» werden als Hinweis darauf gedeutet, dass ressentimentgeladene und rechtsextreme Stimmungslagen in der gesellschaftlichen «Mitte» generell auf dem Vormarsch seien. Aber wird dieser Eindruck auch durch aktuelle sozialwissenschaftliche Untersuchungen bestätigt?

Die hier präsentierte Studie für die Rosa-Luxemburg-Stiftung zeigt, dass dies keineswegs der Fall ist. Die Verbreitung menschenfeindlicher Einstellungen ist demnach in den letzten Jahren sogar tendenziell zurückgegangen. Grund zur Entwarnung gibt es, angesichts der weiterhin hohen Latenz von Ressentiments, der gewachsenen Präsenz des Rechtspopulismus in Politik und Zivilgesellschaft und der Schwäche der Linken, dennoch nicht.

Wie lassen sich die empirischen Befunde vor dem Hintergrund der Umbrüche im politischen System und der Dynamik gesellschaftlicher Krisen deuten? Welche Rolle spielen Vermarktlichungsprozesse und alltägliche Krisenerfahrungen in Erwerbsarbeit und lebensweltlicher/familiärer Reproduktion für die Ausbildung von Ressentiments? Und was folgt daraus für die Strategiedebatten der Linken?

Inhalt:

  1. Rückgang von Ressentiments trotz Krise und Erfolgen des Rechtspopulismus?
  2. Bürgerliche Hegemonie und Bruchstellen im herrschenden Parteienblock
  3. Echos der Krise und die soziale Nahwelt als Ort des Schutzes vor dem Sturm
  4. Empirische Befunde zur Entwicklung von Ressentiments im Zeitverlauf

    1. Entwarnungsmeldungen vom Bodensee?
    2. Die Entwicklung «gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit»
    3. Der «Extremismus der Mitte» im Wandel

  5. 5. Einflussfaktoren, Haltungen und Deutungsmuster

    1. Sozial-demographische Einflussfaktoren und Parteipräferenzen
    2. Ressentiments begünstigende Haltungen und Deutungsmuster

  6. Der Markt als Form der autoritären Vergesellschaftung?
  7. Anerkennungsverluste, Schattenidentitäten und mystifizierte Krisen der Reproduktion
  8. Alltagskulturen, Milieus und gesellschaftspolitische Lager
  9. Politische Schlussfolgerungen