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Veranstaltung

Workshop
15.07.2010 | 14:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Rosa-Luxemburg-Stiftung, Seminarraum 1, 1. OG, Berlin
Mit Albert Sterr, Nürnberg; Prof. Dr. Dieter Boris, Marburg; Raul Zelik, Berlin; Achim Wahl, Berlin; Tobias Lambert. Moderation: Karin Gabbert, RLS

Obamas Lateinamerikapolitik

Der Händedruck von Obama und Chávez machte Hoffnungen. Die US-Politik in Kolumbien und Honduras zeichnet ein anders Bild. Kontinuität statt Change? Workshop und Podiumsdiskussion.

Lateinamerika befindet sich am Scheideweg. 2010 ist ein entscheidendes Jahr für die weitere Entwicklung des Subkontinents, also der Weltgegend, in der hoffnungsvolle Ansätze für eine Politik jenseits des Neoliberalismus bereits auf der Regierungsebene angekommen sind. Nach einem Jahrfünft, das von der kontinuierlichen Stärkung radikalreformerischer Politik gekennzeichnet war, ist seit dem erfolgreichen Putsch in Honduras ein come back autoritärer und pro-neoliberaler Politik zu konstatieren. Derzeit ringen auf dem Subkontinent die linken Kräfte mit den Reformgegnern um die politische Initiative. Den  aktuellen Wahlerfolgen der Rechten in Chile und Kolumbien stehen jene der Linken in Bolivien und Uruguay gegenüber. In Venezuela und Brasilien stehen im Herbst Urnengänge bevor, wobei sich besonders in Venezuela scharfe Konfrontationen zwischen dem Chavez-Lager und dessen Gegnern abzeichnen. In mehreren Ländern kam es zu einem bemerkenswerten Aufschwung sozialer Basisbewegungen. Wie positioniert sich die Administration des US-Präsidenten Obama in dieser Gemengelage? Gibt es Ansätze für die Suche nach neuen, gleichberechtigten Beziehungen, wie von Obama auf dem Lateinamerika-Gipfel im April 2009 versprochen? Folgten den Gesten wie dem Händedruck mit Präsident Hugo Chávez auch Taten im Sinne einer Neuausrichtung der US-Außenpolitik? In der Linken Lateinamerikas sowie bei linken US-Lateinamerikafachleuten überwiegen mittlerweile Skepsis und Kritik. Im Großen und Ganzen setze Obama Bushs Lateinamerikapolitik bruchlos fort. Der gescheiterte «Krieg gegen die Drogen» werde durch die Militarisierung Mexikos noch verschärft und bei Themen wie den Beziehungen zum Iran, der Einrichtung von sieben US-Militärbasen in Kolumbien oder beim Umgang mit dem Putsch in Honduras kommt es immer wieder zu Kontroversen zwischen den USA und ihren engsten Verbündeten (Kolumbien, Mexiko, Peru) einerseits und den ALBA-Staaten um Venezuela und den Südamerikanern um Brasilien andererseits. Mit unserem Workshop wollen wir den Versuch unternehmen, eine erste Zwischenbilanz von Präsident Obamas Lateinamerikapolitik zu ziehen. Mit zwei übergreifenden Beiträgen sowie drei Länderbeispielen möchten wir die Diskussion eröffnen.

14 - 18 Uhr: Workshop

Die TeilnehmerInnenzahl ist begrenzt, Anmeldung für den Workshop bitte an tackenberg@rosalux.de.

  • Lateinamerika zwischen Reform und Gegenreform: Eine Bestandsaufnahme
    Albert Sterr, Nürnberg
  • Grundzüge der gegenwärtigen Lateinamerikapolitik der USA
    Prof. Dr. Dieter Boris, Marburg
  • Ausbau der militärischen Zusammenarbeit am Beispiel Kolumbiens
    Raul Zelik, Berlin
  • Brasilien/USA : Vor einer spannenden Neudefinition?
    Achim Wahl, Berlin
  • Honduras – Erstes Beispiel für das roll back des Linkstrends?
    Tobias Lambert

Nach einer kurzen gemeinsamen Debatte im Plenum bis 18:00 gibt es Essen.

18:30 Uhr: Öffentliche Podiumsdiskussion

Der Händedruck von Präsident Obama und Hugo Chávez im April 2009 machte Hoffnungen auf einen Neubeginn der Beziehungen der USA mit Lateinamerika. Sieben neue Militärstützpunkte in Kolumbien sowie der Umgang der US-Regierung mit dem Putsch in Honduras gelten in der Diskussion der lateinamerikanischen Linken als Wendemarken. Kontinuität statt Change?

In den letzten Wochen haben die Spannungen zwischen den USA und den Reformregierungen Südamerikas zugenommen. Brasiliens Initiative mit der Türkei in Sachen iranisches Atomprogramm sowie die Weigerung, Honduras wieder in die Organisation Amerikanischer Staaten aufzunehmen, haben für böse Worte gesorgt.

Nach drei Einführungsvorträgen soll das Thema kontrovers diskutiert werden.

Mit Albert Sterr, Prof. Dr. Dieter Boris, Raul Zelik. Moderation: Dr. Karin Gabbert, RLS

Kontakt

Uta Tackenberg

Telefon: (030) 44310-438
Fax: (030) 44310-184
Email: tackenberg@rosalux.de

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