Nachhaltigkeit – Einführung in das Themenfeld
Im täglichen Sprachgebrauch haben die Worte nachhaltig und Nachhaltigkeit eine schon fast inflationäre Verbreitung erfahren. Das sagt allerdings noch nichts darüber aus, ob die tatsächliche Substanz dieser Begriffe auch immer gegenwärtig ist. Klimawandel, beispielloser Ressourcen- und Naturverbrauch, soziale Spaltung zeigen, dass sich ökologische, soziale und ökonomische Krisen wechselseitig bedingen. Die derzeit dominierende Form ökonomischer Globalisierung ist nicht-nachhaltig. Nachhaltigkeit – als Übergang zu einem überlebensfähigen Entwicklungspfad der Menschheit – ist demgegenüber als ein radikales gesellschaftliches Reformkonzept zu entwickeln. Joachim Spangenberg, Mitglied des Gesprächskreises Nachhaltigkeit der Rosa Luxemburg Stiftung, bezeichnete Nachhaltigkeit als das anspruchsvollste Konzept gesellschaftlicher Entwicklung der Gegenwart und für die absehbare Zukunft. Übereinstimmend damit ist die rls um ein Programm für die politische Bildung bemüht, das diesem Anspruch genügt.
Die rls hat in den vergangenen zwei Jahren von diesem Grundverständnis der Überlebensfrage der menschlichen Zivilisation ausgehend ein eigenes Profil im Sinne der demokratisch-sozialistischen Grundströmung entwickelt. Ein facettenreiches Angebot zu diesem Themenfeld wurde erarbeitet.
Eine lebenswerte Welt zu bewahren, heißt für uns, eine Umwelt zu übergeben, die den nachfolgenden Generationen eine hohe Lebensqualität ermöglicht. Das muss eine lebensfähige und lebenswerte Gesellschaft mit einer Ökonomie sein, welche die Bedürfnisse der Gesellschaft erfüllen hilft, statt ihre Grundlagen weiterhin systematisch zu zerstören.
Eine solche zukunftsfähige Gesellschaft für alle schließt soziale Gerechtigkeit und Emanzipation ein. Es müssen Bedingungen dafür vorhanden sein, dass jede und jeder die Möglichkeit hat, gleichberechtigt und gleichgestellt an den gesellschaftlichen Angelegenheiten teilzuhaben. Das betrifft sowohl die sozialen Voraussetzungen als auch die Bildungsmöglichkeiten Dazu gehören selbstverständlich gerechte Geschlechterverhältnisse.
In den kommenden Jahren wird Nachhaltigkeit zu einer tragenden Profillinie in der Arbeit der rls weiterentwickelt werden. Das beinhaltet Aktivitäten der politischen Bildungsarbeit sowohl im Inland als auch im Ausland. Gegenstand sind die ökologischen, die ökonomischen, die sozialen Aspekte von nachhaltiger Entwicklung ebenso wie darauf ausgerichtete Institutionen. Gegenstand ist auch eine Kultur in der Gesellschaft, die solche Entwicklungen ermöglicht und befördert. Schlüsselthemen sind dabei Bildung, Wissenschaft, Innovation und Partizipation.
Entwicklungsbeispiele in Kommunen, in Regionen – ganz besonders im Zuge der EU-Osterweiterung – sind für uns und unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Interesse, selbstverständlich unter Einbeziehung globaler Prozesse.


