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«Das Amt und die Vergangenheit»

Gebäude des Auswärtigen Amtes, Wilhelmstr. 75/76, mit Fahnen um 1935, Quelle: Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), Bild 146-1983-028-08 / CC-BY-SA

Moshe Zimmermann 2010, Quelle: RLS-Büro Tel Aviv

Im Januar und Februar 2011 veranstaltete die RLS Lesungen mit Prof. Moshe Zimmermann, Mitautor der Studie zur NS-Vergangenheit des Auswärtigen Amtes.

Die Lesereise:

Seit der Veröffentlichung Ende Oktober 2010 schlägt der Abschlussbericht der Historikerkommission zur Beteiligung des Auswärtigen Amts an der nationalsozialistischen Gewalt- und Vernichtungspolitik beachtliche Wellen. Einen der vier Autoren und Herausgeber, Prof. Moshe Zimmermann, konnte die Rosa-Luxemburg-Stiftung für eine Reihe von Lesungen und Diskussionen gewinnen.
Die Lesereise wurde in Kooperation mit dem Karl Blessing Verlag veranstaltet.

23.1. Kiel | 24.1. Hannover | 25.1. Magdeburg
26.1. Potsdam | 27.1. Berlin | 28.1. Leipzig
22.2. Erfurt | 23.2. Kassel | 24.2. Hamburg

Moshe Zimmermann stellte Motivation und Hintergründe der Arbeit dar. Weitere Bände wurden angekündigt. Videoausschnitte des Lesegesprächs am 27.1. in Berlin.

«Weitermachen hieß die Parole», Buchbesprechung von Holger Politt, dietz-Verlag

Das Amt und die Vergangenheit:

«Der Mythos, das Auswärtige Amt sei von 1933 bis 1945 ein Hort des Widerstands gewesen, gehört zu den langlebigsten Legenden über das Dritte Reich. Wie aber verhielten sich die Angehörigen des Auswärtigen Dienstes nach Hitlers Machtübernahme wirklich? Und wie stellten sie sich dann in der Bundesrepublik zu ihrer Vergangenheit? Vom ersten Tag an war das Auswärtige Amt unmittelbar in die Gewaltpolitik des NS-Regimes eingebunden. Es schirmte die ‹Judenpolitik› des Dritten Reichs nicht nur nach außen ab, sondern war in allen Phasen aktiv an ihr beteiligt.
Überall in Europa fungierten deutsche Diplomaten als Wegbereiter der ‹Endlösung›, sie wirkten mit an der ‹Erfassung› der Juden und an ihrer Deportation. Opposition aus dem Auswärtigen Dienst heraus blieb individuell und die Ausnahme. Nach Kriegsende wurden nur wenige Beamte für ihr Verhalten zur Rechenschaft gezogen, viele konnten auf ihre Wiederverwendung hoffen und setzten ihre Karriere fort.
Noch auf Jahrzehnte lagen über den außenpolitischen Entscheidungen der Bundesrepublik die Schatten der Vergangenheit. Gestützt auf zahlreiche bis heute unter Verschluss gehaltene Akten, räumt das Buch mit alten Legenden auf und korrigiert das Geschichtsbild einer der wichtigsten politischen Funktionseliten des Landes.»
Text: Karl Blessing Verlag

Der Autor:

Moshe Zimmermann, geboren 1943, Professor für Neuere Geschichte an der Hebrew University Jerusalem und Direktor des Koebner Center for German History, ist Kooperationspartner der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Deutschland und Israel. Die Stiftung hat Lesungen seines 2008 veröffentlichten Buches «Deutsche gegen Deutsche. Das Schicksal der Juden 1938–1945» veranstaltet. Das Koebner Center und das Regionalbüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv haben im November 2010 ein gemeinsames «Symposium zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit» realisiert.

Das Buch:

Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes, Moshe Zimmermann:
Das Amt und die Vergangenheit
Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik
Blessing Verlag, München 2010
ISBN 978-3-89667-430-2

Mehr Informationen auf der Sonderseite des Blessing Verlages.

Die OrganisatorInnen:

 

Lesungen

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