Globale Solidarität

 
Unsere Welt gerät aus den Fugen: soziale Spaltung, Ungleichheit, Wirtschaftskrise, Klimakatastrophe und der Aufstieg eines neuen Autoritarismus stellen unsere Zivilisation grundlegend infrage. Der Kapitalismus ist gescheitert und es wird immer klarer, dass vernünftige Antworten auf diese drängenden Zukunftsfragen demokratisch und sozialistisch sein müssen.

Wahr ist aber auch: keines der Probleme kann allein auf nationaler Ebene gelöst werden. Um die Corona-Pandemie zu bekämpfen, die Klimakrise zu lösen, unsere Wirtschaft umzugestalten und eine bessere Zukunft zu bauen, muss die Linke in all ihrer Diversität den Internationalismus wiederentdecken und von Grund auf erneuern.
 

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Für die Gesellschaft der Vielen

 
  
Viele sprachen nach dem Massaker von Hanau davon, wie unerklärlich und unbegreiflich die Tat doch sei. Für Serpil Temiz, die Mutter von Ferhat Unvar, war der Anschlag nicht unerklärlich: «Mein Kind soll nicht für nichts gestorben sein. Der Rassismus soll keine andere Familie mehr zerstören.» Die Kraft der Angehörigen, unmittelbar nach dem Anschlag Worte zu finden, zwingt die Gesellschaft zu einem Perspektivwechsel. Es sind die von Rassismus Betroffenen, die uns gerade alles erklären – die zeigen, wie eine Gesellschaft der Vielen funktioniert. 

Migration bleibt das bestimmende Feld, auf dem sich die Gesellschaft in einem demokratisierenden Sinn transformieren oder in nationalistischen Autoritarismus umschlagen wird.
 

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