Für die Gesellschaft der Vielen

 
  
Viele sprachen nach dem Massaker von Hanau davon, wie unerklärlich und unbegreiflich die Tat doch sei. Für Serpil Temiz, die Mutter von Ferhat Unvar, war der Anschlag nicht unerklärlich: «Mein Kind soll nicht für nichts gestorben sein. Der Rassismus soll keine andere Familie mehr zerstören.» Die Kraft der Angehörigen, unmittelbar nach dem Anschlag Worte zu finden, zwingt die Gesellschaft zu einem Perspektivwechsel. Es sind die von Rassismus Betroffenen, die uns gerade alles erklären – die zeigen, wie eine Gesellschaft der Vielen funktioniert. 

Migration bleibt das bestimmende Feld, auf dem sich die Gesellschaft in einem demokratisierenden Sinn transformieren oder in nationalistischen Autoritarismus umschlagen wird.
 

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