| Ausstellung zum Thema «Treuhand»

Öffentliche Ausschreibung der Rosa Luxemburg Stiftung. Angebotsfrist: 21. Februar, 12 Uhr

Öffentliche Ausschreibung der Rosa Luxemburg Stiftung für eine Ausstellung zum Thema «Treuhand»

0. Vorbemerkung

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung e.V. ist eine bundesweit und international wirkende Institution politischer Bildung, ein Diskussionsforum für kritisches Denken und politische Alternativen sowie eine Forschungseinrichtung für progressive Gesellschaftsanalyse und -veränderung.

Die Ausstellung zum Thema «Treuhand» soll – aus ostdeutscher Perspektive mittels eines gesellschaftskritischen Ansatzes – die «Geschichte durch Geschichten» erzählen. Dabei geht es um eine Verknüpfung der persönlichen mit der betrieblichen Geschichte, die sowohl die Enteignungserfahrungen durch als auch den Widerstand gegen die Treuhandpolitik dokumentiert. In einer Kombination von Erfahrungsberichten Betroffener, verständlichen Begleittexten zur Kontextualisierung dieser Erfahrungen, Bild- und Tonmaterial sowie einem Begleitbuch sollen die dramatischen Auswirkungen die Politik der Treuhand dargestellt werden – und dass es durchaus Alternativen zu ihr gab.
 

1. Auftragsgegenstand
  • Darstellung der Geschichte der Treuhand aus ostdeutscher Perspektive
  • Erstellen der Materialien für eine Ausstellung, einschließlich Begleitbuch

1.1 Wert des Auftrags

Der Auftrag hat ein Gesamtvolumen von 50.000 Euro (inkl. projektbezogene Ausgaben wie etwa Reisekosten und Bildrechte)

1.2 Eignungskriterien

Für die Ausschreibung sind folgende Nachweise und Erklärungen abzugeben:

  • Drei qualifizierte Kundenreferenzen über durchgeführte Projekte
  • Eigenerklärung für die Vergabe von Lieferungen und Leistungen (Anlage 1)
  • Eigenerklärung zu Tariftreue, Mindestentlohnung und Sozialversicherungsbeiträgen (Anlage 2)
  • Akzeptanz der Vertragsbedingungen (Anlage 3)

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung e.V. ist nicht verpflichtet, das Höchstbudget aus dieser Rahmenvereinbarung in Anspruch zu nehmen, weder ganz noch teilweise.

1.3 Bewertungskriterien

Die Vergabe des Auftrags wird entschieden auf der Grundlage von

  • Umsetzungskonzept (inkl. Zeitplan)
  • Erfahrung mit ähnlichen Projekten
  • Stand der Vorarbeiten bzw. Qualität der Referenzen
2. Allgemeine Anforderungen

Die nachfolgend aufgeführten Anforderungen für das Projekt müssen vom Anbieter erfüllt werden und sind Bestandteil des Angebots:

  • Übergeordnete Ziele
  • Ökonomische und politische Auswirkungen der Treuhandprivatisierungen
  • Anschaulichkeit von Geschichte durch Geschichten und individuelle Schicksale der einstigen Beschäftigten
  • Vorrang der Erfahrungen von Mitarbeiter*innen unterer Hierarchieebenen (unter Berücksichtigung aller Beschäftigten)
  • Einbettung in die politischen und ökonomischen Interessen (etwa Ausschaltung potenzieller Konkurrenz), die zur Schließung der Betriebe beitrugen
  • Herausarbeitung der politischen Dimension der Grundausrichtung der Treuhand – es gab Alternativen (dazu ein Beispiel einer erfolgreichen Betriebsübernahme durch Belegschaft)
  • Berücksichtigung der Protestbewegungen, die sich gegen die Schließung der Betriebe engagierten

2.2 Umsetzungszeitraum

Die Umsetzungsfrist für die Erstellung aller Ausstellungsmaterialien (s. Leistungsbeschreibung) ist der 21.6.2019.

Die Frist für die Fertigstellung des Buchmanuskripts ist der 14.7.2019.

Die Bezahlung erfolgt in zwei Schritten: 50% der Gesamtsumme nach Vertragsabschluss, 50% nach vollständiger Leistungserbringung

2.3 Phasenübergreifende Leistungen

  • Projektmanagement
  • Abstimmungsverfahren mit Auftraggeber
  • Datenschutz

2.4 Projektdokumentation

Im Rahmen der Vorplanung, Konzeption, Umsetzung und Durchführung des Projektes ist eine Projektdokumentation in elektronischer Form zu führen. Hier sind alle relevanten Entscheidungen, darunter der Nachweis der Bildrechte für die Verwendung in der Ausstellung, zu dokumentieren.
 

3. Anforderungen

Gegenstand dieser Ausschreibung sind drei Leistungsphasen für die Erstellung einer Ausstellung zur Treuhand:

3.1 Leistungsphase I: Recherche und Auswahl der im Rahmen der Ausstellung darzustellenden Betriebe und der betroffenen Beschäftigen

3.2 Leistungsphase II: Durchführung der Interviews; Erstellung der Rohtextfassung, Auswahl der in der Ausstellung zu verwendenden Interviewauszüge (schriftlich); Formulierung des Ausstellungstextes; Beschaffung von Bildmaterial; Umsetzungsvorschlag für die in einer Audioinstallation zu verwendenden Interview-Ausschnitte; Gestaltungskonzept für die Ausstellung

3.3 Leistungsphase III: Erstellung des Begleitbuches, Umfang ca. 100 Seiten, Textfassung von 12 Geschichten, Einleitungstext, Textabstimmung, Freigaben, Rechtedokumentation, Seitenplan, Lektorat und Fotobearbeitung bis zur satzfertigen Fassung des Manuskripts

Die konkrete Umsetzung der Leistungsphasen, und hier insbesondere die Auswahl, muss jeweils mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung e.V. abgestimmt werden. Prioritäten sind dabei a) die für den Kontext der Ausstellung gebotene Anschaulichkeit und Verständlichkeit, und b) der Fokus auf die Abbildung der Erfahrungen von Mitarbeiter*innen unterer Hierarchieebenen (unter Berücksichtigung aller Ebenen).

Die Ausstellung soll einen gesellschaftlichen Reflexionsraum eröffnen für die Erfahrungen mit der Privatisierungspolitik der Treuhand und deren zumeist negativen Konsequenzen für die betroffenen Beschäftigten. Sie soll darstellen, was passiert, wenn eine Gesellschaft, die darauf nicht vorbereitet ist, vom Kapitalismus «überrannt» wird. Gleichzeitig soll die Ausstellung aber auch mögliche Alternativen, die seinerzeit bestanden, aufgreifen und an einem Beispiel andere, progressive Ergebnisse (erfolgreiche Betriebsübernahme durch Beschäftigte) abbilden.

Auf der Basis einer zwischen Auftraggeberin und -nehmer abgestimmten Konzeption erstellt der Auftragnehmer ein Umsetzungskonzept mit Zeitplan. Nach erfolgter Einigung auf erste Betriebe und Personen kann für diese bereits in Leistungsphase II eingetreten werden, bevor die vollständige Liste der Betriebe und Personen feststeht.

Zu 3.1 Leistungsphase I:

  • Auswahl der im Rahmen der Ausstellung darzustellenden Betriebe (in enger Abstimmung mit der RosaLuxemburg-Stiftung e.V.). Vorgesehen sind je zwei Betriebe für die fünf ostdeutschen Bundesländer und Ost-Berlin (zusammen zwölf Betriebe), sowie zusätzlich ein Betrieb, der erfolgreich von den Beschäftigten übernommen wurde (also insgesamt 13 Betriebe für die Ausstellung);
  • Auswahl der im Rahmen der Ausstellung zu präsentierenden betroffenen Beschäftigten (in enger Abstimmung mit der RosaLuxemburg-Stiftung e.V.). Vorgesehen sind 2-3 Beschäftigte pro Betrieb (bei insgesamt 13 Betrieben also ca. 33 Personen).

Zu 3.2 Leistungsphase II:

  • Durchführung der Interviews
  • Auswahl der in der Ausstellung zu verwendenden Interviewauszüge (schriftlich)
  • Erstellung der für die Rahmung der Ausstellung und für die Einbettung der Interviewsequenzen erforderlichen Texte
  • Umsetzungsvorschlag für die Integration multimedialer Inhalte (Audio); Auswahl der in der Ausstellung zu verwendenden Tonmitschnitte der Interviews
  • Recherche und Beschaffung von Bildmaterial, inklusive Klärung der rechtlichen Fragen zur Nutzbarkeit (Urheberrechte). Dabei je zwei Fotos der Betriebe (jeweils eines vor und nach der Privatisierung); der Interviewten; Fotos von den Protesten gegen die Betriebsschließungen

Zu 3.3 Leistungsphase III:

  • Fertigstellung aller Bestandteile der Ausstellung und Übergabe an die Auftraggeberin
  • Erarbeitung eines Begleitbuches (rund 100 Seiten) mit Textfassung von 13 auf den Interviews beruhenden Geschichten und einer Einleitung. (Der Auftraggeber wird ein kurzes Vorwort zur Verfügung stellen und übernimmt Satz, Layout und Druck.)

3.4 Geplanter Umfang der Nutzungsrechte:

  • Zeitlich unbegrenzte Nutzung der Ausstellung und des Begleitbuches im deutschsprachigen Raum und international
  • Zeitlich unbegrenzte Onlinenutzung unter www.rosalux.de 
Zeitplan Vergabeverfahren

Veröffentlichung: 31. Januar 2019

Angebotsfrist: 21. Februar 2019, 12 Uhr

Zuschlagsentscheidung, Absagen: 22. Februar 2019

Zuschlag, Vertragsbeginn: 26. Februar 2019
 

Angebote bitte vorzugsweise per E-Mail bis zum 21. Februar an:
Alrun Kaune-Nüßlein, alrun.kaune-nuesslein@rosalux.org

Dabei ist die Betreffzeile: Ausschreibung «Ausstellung zum Thema Treuhand» zu benennen.

Postadresse:

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Bereich: Politische Kommunikation
Alrun Kaune-Nüßlein
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Vermerk:

Die öffentliche Ausschreibung der Rosa Luxemburg Stiftung für eine Ausstellung zum Thema Treuhand wurde auch als PDF auf www.bund.de veröffentlicht am 31. Januar 2019, 15 Uhr unter der Kennziffer 2768267.