Gefährdetes Leben. Alltag und Protest in Flüchtlingsunterkünften in der Corona-Pandemie

Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland nahmen in der Corona-Pandemie vielerorts gefängnisähnliche Eigenschaften an und entwickelten sich zu Hotspots von dynamischen Infektionsgeschehen. Die Pandemie verschlechterte für viele Bewohner*innen die ohnehin belastenden Lebensumstände erheblich. Der Protest der Bewohner*innen finden jedoch, obwohl es in verschiedenen Unterkünften immer wieder zu Widerstand gegen mangelnden Infektionsschutz kam, in der Öffentlichkeit häufig wenig Aufmerksamkeit.   Nikolai Huke hat im Rahmen des Forschungsprojekts „Gefährdetes Leben. Alltag und Protest in Flüchtlingsunterkünften im Zuge der Corona-Pandemie“  16 Interviews mit Bewohner*innen auf Deutsch, Englisch, Französisch und Farsi geführt. Die Interviews offenbaren ein in vielerlei Hinsicht erschreckendes Bild der Lebensumstände in Flüchtlingsunterkünften. Die beschriebenen Probleme reichen von Rassismus, unzureichender medizinischer Versorgung, Lärmbelastung und fehlender Privatsphäre bis hin zu traumatischen Erfahrungen aufgrund von Abschiebungen und Security-Gewalt. Im Dossier, das in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung entstanden ist, dokumentieren wir Auszüge aus den Interviews.