Dokumentation Im Schatten der Spiele

Fußball-WM in Brasilien: Vertreibung, Verdrängung, Widerstand.

Information

Veranstaltungsort

USCHI nation
Reichenberger Straße 111
10999 Berlin

Zeit

28.10.2013

Veranstalter

Susanne Schultz,

Mit

Cláudia Fávaro, Architektin/Stadtplanerin, Mitglied des lokalen Basiskomitees Comité Popular da Copa aus Porto Alegre; Thomas Fatheuer, KoBra-Netzwerk und FDCL Berlin; Moderation: Susanne Schultz, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Themenbereiche

International / Transnational, Stadt / Kommune / Region

 

Im Schatten der Spiele

„Copa para quem?“ Weltmeisterschaft, für wen? ist einer der Slogans der brasilianischen Bewegung der WM-Basiskomitees, die sich in allen Austragungsorten der WM 2014 in Brasilien in den letzten Jahren gebildet haben. Cláudia Fávaro war für das Basiskomitee des südbrasilianischen Porto Alegre im Herbst in Deutschland unterwegs, um über die problematischen sozialen Auswirkungen des Megaevents zu informieren und die Proteste im Vorfeld international zu vernetzen. AM 28. 10.2013 berichtete sie in einer Fußballkneipe in Berlin Kreuzberg über Vertreibung und Verdrängung sowie den Stand der Proteste und tauschte sich mit Thomas Fatheuer,  Vertreter von KoBra, der Koordination der Brasilieninitiativen in Deutschland,  aus.

Die WM-Basiskomitees entstanden, so Claudia Fávaro, Ende 2010, um auf Menschenrechtsverletzungen im Rahmen der WM aufmerksam zu machen -  ihr nationaler Zusammenschluss heißt ANCOP, Articulação Nacional dos Comitês Populares da Copa. Die 12 Komitees setzen sich aus sozialen Bewegungen (Frauenorganisationen, Stadtteilbewegungen, Bewegungen der StraßenhändlerInnen), Menschenrechsorganisationen, VertreterInnen der von Vertreibung oder Räumung betroffenen Bevölkerungsgruppen, StudentInnen, ForscherInnen sowie  politischen AktivistInnen zusammen. Sie sehen ihre wichtigste Aufgabe darin, gegen ein Modell von Stadt, das auf Ausschluss beruht, vorzugehen und Druck auf die Regierung auszuüben, demokratische Teilhabe bei der Planung des Megaevents zuzulassen. Geschätzt wird, dass über 250.000 Menschen von den Bauprojekten für die WM vertrieben wurden oder noch werden sollen .

WM-Proteste als Teil eines Kampfes für das Recht auf Stadt

Als die Massen-Proteste im Juni in ganz Brasilien losgingen, blieb kein Spiel des Confederation Cups im Männerfußball, der gerade in Brasilien ausgetragen wurde, ohne Proteste. Schnell war die Verbindung zwischen den Forderungen nach Zugang zu öffentlichem Nahverkehr, Bildung und Gesundheitsversorgung für alle und den Protesten gegen die WM der FIFA gezogen.Gemeinsames Motto ist Fávaro zufolge ein Recht auf Stadt, das über ein rein konsumistisches Modell von mehr Einkommen und Zugang zu Krediten hinausgehe. Während letzteres tatsächlich die positiven Effekte der Sozialpolitik unter den Präsidentschaften der PT (Arbeiterpartei) gewesen seien, machten die Proteste deutlich, dass die Bevölkerung mehr als nur eine andere Verteilung von Einkommen wolle und brauche. Im Zentrum der Proteste stehe eine gerechtere Teilhabe an der Stadt  - und dies mache der Ausgangspunkt der Proteste, die Forderung nach kostenlosem öffentlichen Nahverkehr mehr als deutlich.

In Bezug auf die Frage des öffentlichen Nachverkehrs kritisierte Favaro die Strategien der brasilianischen Regierung unter Dilma Rousseff, zwar einen nationalen Plan für Nahverkehr ausgerufen zu haben, de facto aber vor allem Privatprojekte ohne Beteiligung der Bevölkerung zuzulassen. So würden die anwohnenden Bevölkerung bei der  Planung von Straßentrassen und beim Straßenbau nicht berücksichtigt, sondern oftmals vertrieben. Das Kapital, das auch die WM finanziert, habe sich die Stadtpolitik inzwischen angeeignet und verdränge Bevölkerungen aus ihren Wohngebieten, je nach Wertsteigerungsprozess. Direktes Mittel der Vertreibung sei der repressive Einsatz der Sicherheitsorgane, aber auch nicht selten Brände, die niemals aufgeklärt würden. Die Großereignisse wie die WM 2014 und die Olympiade in Rio 2016 seien das I-Tüpfelchen in dieser Entwicklung. Fávaro bezog sich auf viele Erfahrungen in anderen Ländern, die immer dazu geführt hätten, ärmere Bevölkerungen zugunsten einer städtischen Infrastruktur für die Reichen zu verdrängen – seien es Shopping Center, Autotrassen,Gated Communities oder auch Stadien. Schon im Vorfeld der WM sei es so in Brasilien zu vielen Menschenrechtsverletzungen gekommen: Durch Zerstörung armer Siedlungen und die Vertreibung ihrer BewohnerInnen, durch Vertreibung von StraßenhändlerInnen und im Rahmen schlechter Arbeitsbedingungen beim Stadionbau. Die gesamten Anstrengungen des Städtebaus seien nun darauf ausgerichtet, dass TouristInnen vom Flughafen ins Hotel, vom Hotel zum Stadion, und vom Stadion wieder zurück kämen, während in notwendige Infrastruktur für die Masse der Bevölkerung nicht  investiert werde.

Gegen eine WM unter den Bedingungen der FIFA

Fávaro kritisierte, dass Präsident Lula schon 2007 ohne parlamentarische Beteiligung und ohne Information der Öffentlichkeit einen Vertrag mit der FIFA unterschrieben hat, in dem er sich verpflichtete, bestimmte Gesetze zugunsten der Bedingungen der FIFA zu reformieren. Dazu gehörte es, im Umkreis von 2 km um die Stadien ein Gebiet unter der Ägide der FIFA zu etablieren, in der etwa Menschen ohne vorgelegten Arbeitsvertrag sich nicht frei bewegen dürfen und zu dem also beispielsweise StraßenhändlerInnen keinen Zugang haben. Bereits beim Conferation Cup 2013 setzten die Sicherheitskräfte durch, dass trotz massiver Proteste kein Spiel beieinträchtigt wurde. Fávaro zeigte auch, welche Unternehmen von der FIFA profitieren. Neben den Sponsoren sind dies Massenmedien, insbesondere Rede Globo sowie die großen beteiligten Bauunternehmen wie etwa Odebrecht.

Zu Beginn ihrer Aktivitäten hatten sich die Basiskomitees als Ziel gesetzt, so Fávaro, eine WM für alle zu fordern, mit guten Arbeitsbedingungen auf dem Bau, ohne Vertreibungen und mit einem Zugang für möglichst viele Menschen zu den Spielen. Inzwischen sei aber offensichtlich, dass dieses Ziel nicht mehr erreicht werden könne. Die Karten werden so teuer sein, dass sich das ein Großteil der Bevölkerung nicht leisten wird können. Slogans wie “FIFA go Home” zeigten, dass in Brasilien alle für eine WM in ihrem Land seien, aber gegen die WM unter den Bedingungen der FIFA.

“Schlüssel gegen Schlüssel”: Ein Beispiel für erfolgreichen Widerstand

Nach einem erfolgreichen Beispiel ihrer Proteste gefragt, berichtete Fávaro von der Verbreiterung einer Straße zwischen dem Zentrum Porto Alegres und der touristisch wichtigen reichen Südzone der Stadt. Für den Ausbau der Straße sollen Ansiedlungen von insgesamt 1500 Familien geräumt werden. Die Stadtverwaltung hatte diesen Familien zunächst ein Gebiet zur Umsiedlung angeboten, das weit weg außerhalb des Stadtgebietes in der Peripherie lag. Sie behauptete, es stünden keine Ländereien zur Verfügung, während sie gleichzeitig 20 Hektar für Luxusbauten zur Verfügung gestellt hatte. Das Basiskomitee erstellte daraufhin eine Karte über die Landspekulationen im Stadtgebiet und forderte von der Stadtverwaltung, bestimmte Areale für die Familien zur enteignen. Dieser Kampf war erfolgreich, 17 Grundstücke in der Stadt wurden ausgewählt und  im September 2013 dann für diese Familien per Gesetz zur Verfügung gestellt. Leider wurde aber bis heute dort kein einziges Bauvorhaben für den nötigen Wohnungsbau begonnen. Dennoch vertreibt die Stadtregierung weiterhin Menschen für den Straßenbau. Sie werden derzeit mit Gutscheinen für die Mieten des sozialen Wohnungsbaus abgespeist. Allerdings erreichte es die Stadtverwaltung In vier Jahren bisher nur, 30 Prozent dieser Familien tatsächlich zu räumen. Denn: viele von ihnen leisten Widerstand und erklären in ihrer Kampagne “Schlüssel gegen Schlüssel”, nur dann das Gebiet für den Straßenbau zu verlassen, wenn ihnen eine andere Unterkunft fertig zur Verfügung gestellt werde.

Zur Beteiligung deutscher Unternehmen – an der WM und am brasilianischen Entwicklungsmodell

Thomas Fatheuer stellte verschiedene Dimensionen der deutschen Beteiligung an einer privatisierten, auf Marketing ausgerichteten WM in Brasilien hervor. So sei es nicht zufällig, dass Adidas einer der wichtigsten Sponsoren der FIFA sei. Dessen Konzernleitung habe eine entscheidende Rolle dabei gespielt hat, die FIFA in ein Wirtschaftsunternehmen zu verwandeln, das die Marke Fußball vermarktet. Als größtes globales Massenereignis sei die WM nun das Produkt des Konzerns FIFA, der dessen Vermarktung eben rücksichtslos durchsetze  - mit den von Fávaro beschriebenen Ergebnissen. Gleichzeitig sei die WM in Brasilien aber auch eine Gelegenheit, ein Debakel für die FIFA zu produzieren und zu zeigen, dass es in einem Land, in dem demokratische soziale Bewegungen agieren können, eine WM in diesem Stil nicht durchgesetzt werden könne – und vielleicht zukünftig nur noch in Ländern wie Katar möglich sein werde. Die Proteste hätten zudem schon in diesem Jahr das Bild von Brasilien in Frage gestellt, wie es die brasilianische Regierung gerne international verbreiten möchte. Dieses Bild sei das eines fröhlichen Brasiliens auf dem Weg zu mehr sozialer Gerechtigkeit. Die Proteste machten nun für alle sichtbar, dass dies zumindest eine verkürzte Erzählung sei. Fatheuer wies  auch allgemeiner auf die Beteiligung deutscher Unternehmen an einer auf Rohstoffexporte ausgerichteten Entwicklungsstrategie hin. Als Beispiele nannte er das Stahlwerk von Thyssen-Krupp bei Rio, bei dessen Bau soziale und Umweltstandards nicht eingehalten wurden oder auch den Versicherungskonzern Münchener Rück, der für die Versicherung eines der  größten Staudammbauten weltweit, des Belo Monte-Staudamms im Amazonasgebiet, sorgt. Die Proteste gegen die WM ermöglichten es, ein differenzierteres Bild von Brasilien als bisher nach Deutschland zu transportieren und auch die sozialen Bewegungen als Akteure sichtbar zumachen, die konkrete Vorschläge für eine andere gesellschaftliche Entwicklung in Brasilien machen.

Die in KoBra zusammengeschlossenen Brasiliengruppen sehen es somit laut Fatheuer als ihre Aufgabe zur Unterstützung der Proteste in Brasilien an, breit in Deutschland über die problematischen Auswirkungen der WM und des Entwicklungmodells zu informieren. Einige KoBra-Gruppen planten Veranstaltungen an Schulen und produzierten dafür Bildungsmaterialien, ebenso sollen JournalistInnen gebrieft werden. Auch seien Besuche bei Aktionärsversammlungen geplant, 2014 stünden Besuche bei Adidas und Continental an, so fügte Christian Russau von den Lateinamerika-Nachrichten hinzu. Die Hoffnung bestehe, dass die Protestaktionen der Kritischen AktionärInnen 2014 mehr mediale Aufmerksamkeit erhielten als bisher.

Gentrifizierung des Fußballs

Fatheuer fügte hinzu, dass auch ein Austausch zur Gentrifizierung des Fußballs selbst zwischen Fußballfans in Deutschland und Brasilien und deren Erfarhungenmit der WM 2006 im Vergleich zu 2014 sinnvoll sei. So wie die FIFA die WM mit einem unglau8blichen Aufwand öffentlicher Gelder in Brasilien durchsetze, betreibe sie die Gentrifizierung des Fußballs selbst - und dies kenne man auch aus Deutschland. Paradigmatisch für die Erfahrungen in Brasilien sei die Geschichte des Maracana-Stadions:  1950 gebaut, beherbergte es zunächst 200.000 Zuschauer, nach einem ersten Umbau 2007 für die panamerikanischen Spiele wurde es auf 83.000 Sitzplätze umgebaut. Kaum war der Zuschlag für die WM erteilt, wurde das Stadion 2010 schon wieder geschlossen und für 400 Millionen US-Dollar umgebaut, nur um die Auflagen der FIFA zu erfüllen - mit nun nur noch 75.000 Plätzen. Alle billigen Plätze und Stehplätze wurden entfernt und die billigste Karte beim Confederation Cup kostete nun 2013 100 Reais (35 Euros); die traditionellen Fanblocks hätten so nun keinen Zugang mehr. Die WM in Deutschland habe allerdings gezeigt, dass es auch bei FIFA-Auflagen Spielräume gebe, wenn man sich einmische und protestiere. So seien etwa im Stadion in Köln Sitze eingebaut worden, die wieder abmonitiert werden konnten und aus den Bechern des Sponsons Budweisers sei weiterhin das beliebte Kölsch serviert worden.

Zum Schluss des Informationsblocks der Veranstaltung stellte Christian Russau von den Lateinamerika-Nachrichten das Dossier zum Thema “Im Schatten der Spiele” vor, das in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung produziert wurde. Er hob aus dem Heft besonders die ZeugInnenaussagen der Betroffenen von Räumungen aus erster Hand hervor, als auch die Berichte über die Kooperation deutscher und österreichischer Fimen mit brasilianischen Polizei- und Überwachungsapparaten, die für die WM derzeit aufgerüstet werden.

Diskussion über die Einschätzung der Proteste 2013

In der anschließenden Diskussion ging es noch einmal um die Einschätzung der Protestbewegungen 2013 in Brasilien

Gefragt danach, ob die Proteste in Brasilien nicht vor allem Mittelschichtsproteste seien, erklärte Fávaro, zunächst sei die Initiative tatsächlich von einer Mittelschichtsjugend ausgegangen, die zu denen gehören, die in den letzten Jahren einen sozialen Aufstieg erlebt haben, und den Zugang zu einem erschwinglichen Nahverkehr einforderten.  Aber je größer die Proteste wurden, desto mehr schlossen sich auch die BewohnerInnen der städtischen Peripherien an – und je näher die WM rücke, desto stärker gewännen auch die Proteste gegen Vertreibung und Räumung für die FIFA an Bedeutung.

Diskutiert wurde weiterhin die Rolle der Black Blocs, des Schwarzen Blocks, in den Protesten- Fávaro erklärte, die Black Blocs hätten zunächst eher Schutzfunktionen für die DemonstrantInnen übernommen; im Zuge brutaler Polizeieinsätze seien aber auch sie in ihren Reaktionen zunehmend gewalttätiger geworden. Diese  Zuspitzung der Konfrontationen sei Ihrer Meinung nach nicht unwichtig für die Ausweitung der Proteste gewesen, ebenso wie sich mit zunehmenden Konfrontationen auch mehr Menschen dieser Taktik bedient hätten. Es sei die Logik solcher Kämpfe, dass antikapitalistische Haltungen und Positionen auch auf mehr Repression träfen als moderatere Proteste. Nichtdestotrotz seien die Black Blocs innerhalb der Bewegung höchst umstritten. Nicht alle sind damit einverstanden, die polizeiliche Gewalt einfach nur umgekehrt zu spiegeln und es gebe auch Leute, die den Protesten wegen dieser Gewalt den Rücken zugekehrt hätten.  Die Black Blocs seien selbst auch heterogen zusammengesetzt und – entgegen der Darstellung in den Medien als Mittelschichtsphänomen – seien nicht selten auch schwarze Jugendliche der Peripherie beteiligt, die ihr Leben lang mit Polizeigewalt konfrontiert seien. Aus dem Publikum kam dazu die Anmekrung, dass die Perspektive des Hinzukommens der schwarzen Jugendlichen vielleicht auch eine Perspektive aus der Seite von Mittelschichtsbewegungen sei, schließlich seien deren Kämpfe in den Peripherien der Städte langfristig und reichten weit über die aktuellen Proteste zurück.

Nach weiteren Ideen für Widerstand und das Recht auf Stadt gefragt, erklärte Fávaro, ein wichtiges Element der Proteste sei die Verteidigung des öffentlichen Raums. Schließlich gebe es etwa in ihrer Stadt Porto Alegre eine Vielzahl von Traditionen, Feste im öffentlichen Raum zu feiern und die Straße als Ort für alle zu verstehen. Am 14. August 2012 gab es deswegen gegen die Privatisierung des öffentlichen Raumes und die Schließung einiger populärer Lokale einen Protestakt, genannt: “Fest zur Verteidigung des öffentlichen Frohsinns”. Etwa 7.000 Menschen feierten mit Musik und Theater auf dem öffentlichen Platz, der nun Coca Cola gehöre – und symbolisch wurde das Maskottchen der Weltmeisterschaft, das Gürteltier  als überdimensionierte aufblasbare Figur gestürzt;  diese Aktion wurde danach in sechs weiteren Städten imitiert.

Für die Bewegungen in Brasilien sei es wichtig, dass international das glatte Bild von Brasilien demontiert werde, wie es die brasilianische Regierung exportieren wolle. Der Moment der WM sei günstig dafür.  Ob es gelänge, wie aus dem Publikum vorgeschlagen, die Abläufe der WM in Brasilien tatsächlich zu stören, um auf Vertreibung und Gentritizierung hinzuweisen, bleibe offen:  Schön sei die Idee eines besetzten Stadions oder eines ausgefallen Spiels allemal.

Susanne Schultz, Dezember 2013

Veranstaltungsankündigung

Das Jahr 2014, Jahr der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien, wirft seine Schatten voraus. Während sich mehrere hundert Millionen ZuschauerInnen weltweit darauf freuen, die Spiele zu verfolgen, droht Tausenden von Menschen in Brasilien die Zwangsräumung für die Bauvorhaben – wenn sie nicht schon vertrieben worden sind. Dazu kommt ein Immobilienboom sondergleichen: In den städtischen Ballungszentren explodieren die Preise für Wohnraum, sogar in den innerstädtischen Favelas.
In ganz Brasilien haben sich unterdessen lokale Basiskomitees gegründet, um Widerstand gegen Vertreibung und Verdrängung zu leisten. Welche Strategien entwickeln sie und wie können die Proteste in Deutschland bekannt gemacht und unterstützt werden?
Diskussion und Vorstellung des Dossiers «Im Schatten der Spiele» der Lateinamerika Nachrichten, das in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung entstanden ist.
Die Veranstaltung wird konsekutiv übersetzt.