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Dokumentation : Revolte oder Ressentiment. Über den Populismus

Buchvorstellung und Podiumsdiskussion mit Eric Fassin

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort
Aquarium
Skalitzer Str. 6
10999 Berlin
Datum
28.05.2019
Veranstalter
Franziska Albrecht,
Themenbereiche
Parteien / Wahlanalysen, Europa, Westeuropa, Europa links

Details

Eric Fassin, Ines Schwerdtner und Morten Paul CC BY 2.0, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Revolte oder Ressentiment – vor dieser Wahl sieht der französische Soziologe Eric Fassin den Widerstand gegen die Verheerungen des Neoliberalismus mit dem Aufziehen eines „populistischen Moments“, nicht nur in Europa. Dass der Populismus dabei der Rechten nützt, aber für Linke nicht zu gebrauchen ist, ist der zentrale Befund seines pointierten Essays von 2017, der im Mai 2019 in deutscher Übersetzung erschienen ist. Angesichts der Proteste der Gilets jaunes (Gelbwestenbewegung) in Frankreich, dem Chaos um den Brexit in Großbritannien und den kürzlich stattgefunden Wahlen zum Europäischen Parlament wirft Eric Fassin Fragen auf, die auch weiterhin zu beantworten sind.

Die Podiumsdiskussion zwischen Eric Fassin und Ines Schwerdtner, Politikwissenschaftlerin und Chefin vom Dienst beim Ada Magazin / Jacobin, moderiert von Morten Paul, Lektor des August Verlags, wurde von rund 100 interessierten und teilweise kontrovers diskutierenden Zuhörer*innen verfolgt. Sie verdeutlichte einmal mehr die unterschiedlichen politischen Ansätze, wenn es um die Frage geht, wie linke Kräfte zu (mehr) Hegemonie kommen können. Fassin vertritt dabei die spannende und einleuchtende These, dass es politischer und gesellschaftlicher Alternativen zum Neoliberalismus und ihrer klaren Artikulation bedarf, ohne durch den Verfall in den Populismus und seinen verstärkten Bezug auf das Nationale einen Teil der Gesellschaft der Vielen auszuschließen. Des Weiteren bekräftigte Fassin mehrmals den Standpunkt, dass sich die Linke verstärkt um das den Nicht-Wähler*innen innewohnende Potential zu konzentrieren, anstatt auf eine (zumindest in Frankreich empirisch kaum nachzuweisende) Wählerwanderung zwischen rechtsextremen Kräften und der Linken zu hoffen.

Leider war der Abend zu kurz und die Positionen zu konträr, um alle Fragen hinreichend zu beantworten. Einen tiefgreifenden Denkanstoß haben die Diskussion und auch die Lektüre des Fassin-Buches allemal gegeben.

Veranstaltet vom Europareferat der Rosa-Luxemburg-Stiftung und August Verlag Berlin.

Eric Fassin, Ines Schwerdtner und Morten Paul CC BY 2.0, Rosa-Luxemburg-Stiftung

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