Dokumentation Hans-und-Lea-Grundig-Preis

Kunst als Widerspruch – Preisverleihung und Ausstellungseröffnung

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Zeit

10.11.2022

Widerspruch, Widerstand, Migration, Flucht und Exil – immer mehr Menschen leben in mehreren Gesellschaften zugleich und wagen Kunst, die in ihrer Radikalität politisch ist. Im Jahr 2011 übernahm die Rosa-Luxemburg-Stiftung den Hans-und-Lea-Grundig-Preis. Unter ihrer Schirmherrschaft wird er seither in Erinnerung an Hans Grundig (1901–1958) und Lea Grundig (1906–1977) für künstlerische, kunsthistorische und kunstvermittelnde Leistungen vergeben.

Die aktuellen Preisträger*innen sind die Künstler*innen Rajkamal Kahlon (Berlin), Rudolf Herz (München), Natacha Nisic (Paris) und die Kunsthistorikerin Dorothea Schöne (Berlin). Mehr zu ihnen und den prämierten Arbeiten findet sich hier. Die Preisverleihung war ursprünglich für Mitte Dezember 2021 im Jüdischen Museum in Frankfurt am Main geplant, konnte pandemiebedingt aber nicht stattfinden und musste ins Jahr 2022 verschoben werden.

Kunst als Widerspruch

Details

Am 10. November 2022 ist in der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin der Hans und Lea Grundig-Preis an Kunstschaffende aus dem In- und Ausland verliehen worden. Zugleich fand die Eröffnung der Ausstellung «Kunst als Widerspruch» statt. Im Video gibt Kurator Oliver Sukrow Einblick in die Geschichte des Preises und die aktuellen Preisträger*innen erzählen über ihre Werke.

Die Ausstellung ist noch bis Ende März 2022 im Foyer des Neubaus der Rosa-Luxemburg-Stiftung in der Straße der Pariser Kommune in Berlin zu sehen. Mehr Infos: www.hans-und-lea-grundig.de

Alle im Film gezeigten Bilder wurden ausschließlich für die Ausstellung und deren Bewerbung zur Verfügung gestellt. Eine Weiternutzung und/oder Vervielfältigung ist nicht gestattet.

(c) für die Werkabbildungen (ab Minute):

1:16 Kunsthaus Dahlem
2:38 http:\\crownproject.art
4:18 Rajkamal Kahlon, «Die Völker der Erde»
5:05 Rudolf Herz, «Lenins Lager» und «Lenin on tour»

Mit der Zeremonie wird auch die Ausstellung «Kunst als Widerspruch» über die jüngere Geschichte des Hans und Lea Grundig-Preises eröffnet. In ihrem Mittelpunkt stehen die Preisträger*innen der vergangenen zehn Jahre und ihre Arbeiten sowie Leben und Werk des namengebenden antifaschistischen Künstlerpaars. Lea Grundig hatte den Preis im Jahr 1972 der Universität Greifswald gestiftet, wo er aus politischen Gründen seit Mitte der 1990er-Jahre nicht mehr vergeben wurde. Die Ausstellung läuft bis zum 30. März 2023.

«Ein Diasporist lebt und malt in zwei oder mehr Gesellschaften zugleich. Diasporistische Kunst ist von Grund auf widersprüchlich, sie ist internationalistisch und partikularistisch zugleich. Sie kann zusammenhanglos sein – eine ziemliche Blasphemie gegen die Logik der vorherrschenden Kunstlehre –, weil das Leben in der Diaspora oft zusammenhanglos und voller Spannungen ist; ketzerischer Einspruch ist ihr tägliches Lebenselixier.» (R.B. Kitaj: Erstes Manifest des Diasporismus, Zürich 1988)

Aktuelle Informationen zum Hans-und-Lea-Grundig-Preis: www.hans-und-lea-grundig.de

Zum Weiterlesen:
«Kunst als Widerspruch» – Der Hans- und Lea-Grundig-Preis 2011-2021, Broschur, 2021

Programm:

Ab 17 Uhr, Foyer:

Einlass und Vorabführung durch die Ausstellung «Kunst als Widerspruch» mit dem Kurator Dr. Oliver Sukrow (gegen 17:15 Uhr)

18 Uhr, Bibliothek:

Begrüßung

  • Dr. Dagmar Enkelmann (Vorstandsvorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung)
  • Dr. Rosa von der Schulenburg (Ko-Vorsitzende der Jury)

Preisverleihung in den Kategorien Kunstgeschichte und Kunstvermittlung

  • Laudationes: Kathleen Krenzlin, Henning Heine
  • Gespräch mit den Preisträgerinnen Dr. Dorothea Schöne und Natacha Nisic
  • Moderation: Dr. Angelika Timm

Preisverleihung in der Kategorie Bildende Kunst

  • Laudationes: Dr. Ines Weizman, Luise Schröder
  • Gespräch mit den Preisträger*innen Rajkamal Kahlon und Dr. Rudolf Herz
  • Moderation: Dr. Eckhart Gillen

Schlusswort und Eröffnung der Ausstellung «Kunst als Widerspruch»
Daniela Trochowski (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung)

19:30 Uhr, Foyer:

Empfang und Rundgang durch die Ausstellung «Kunst als Widerspruch»
Musikalische Begleitung: Puneh

In Kooperation mit der Hans-und-Lea-Grundig-Stiftung