Festakt 20 Jahre RLS

Rosa-Luxemburg-Stiftung wird 20 Jahre

WissenschaftlerInnen, PolitikerInnen, BotschafterInnen, GewerkschafterInnen, VertreterInnen von der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie von der Friedrich-Naumann-Stiftung, AktivistInnen und Kulturschaffende aus dem linken Spektrum: Rund 250 Gäste feierten mit der Rosa Luxemburg Stiftung am 12. November 2010 ihr 20-jähriges Jubiläum im Großen Festsaal des Berliner Abgeordnetenhauses. Der Ort hat Geschichte – wurde dort Anfang 1919 von der Namenspatronin der Stiftung die Kommunistische Partei Deutschlands mitbegründet.

In ihrer Eröffnungsrede würdigte die Professorin Christa Luft, Mitglied des Vorstandes der Rosa-Luxemburg-Stiftung, das Engagement der zahlreichen MitarbeiterInnen und wünschte schließlich den Jüngsten der Stiftung weiterhin aufmerksam zu bleiben. Heinz Vietze, Vorsitzender des Vorstandes der Rosa-Luxemburg-Stiftung, wies in seiner Rede darauf hin, dass sich die Stiftung nach einem mitunter holprigen Weg seit 1990 zu einer gleichberechtigten Akteurin im politischen Raum etabliert hätte. In ihrem Grußwort bedankte sich Gesine Lötzsch, Vorsitzende der Partei DIE LINKE, bei der Stiftung: «Es ist ein Verdienst der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dass wir einen Programmentwurf haben, der die Partei eint und nicht spaltet, ein Programmentwurf, der auf der Höhe der Zeit ist und die wichtigen Fragen, die wir in der Gesellschaft zur Zeit diskutieren, benennt und Antworten versucht zu formulieren.»

Begleitheft zum Festakt

Mit Erinnerung und Identität beschäftigte sich Gregor Gysi, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, in seiner Ansprache. Frankreich sei zugleich stolz auf Jeanne d’Arc und Napoleon – zwei Persönlichkeiten, die unterschiedlicher nicht sein können. Die Deutschen hingegen würden es nicht hinbekommen Bismarck und Clara Zetkin auf die gleiche Weise zu akzeptieren: «Ich wünsche mir, dass wir das kulturell überwinden.»

Im Anschluss übergab Evelin Wittich, Direktorin der Akademie für politische Bildung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, den Bildungspreis der Stiftung. Der erste Preis ging an das Projekt «Vostok-Prozess», ein internationales Forum für junge Menschen, die sich zu linken Themen mit europäischer Perspektive engagieren. Ihr jährlicher Sommer-Event No linkhandler TypoScript configuration found for key tt_news.. findet im nordrussischen Murmansk statt und geht auf Initiativen der AG Russland des Jugendbildungsnetzwerks der Stiftung sowie der Humanistischen Jugendbewegung Murmansk zurück. Mit dem zweiten Preis wurde das theaterpädagogische Projekt «Fundstücke» des Grips-Theaters ausgezeichnet, in dem Jugendlichen ein Gefühl für das geteilte Deutschland vermittelt wird.

Zum Schluss stellte Florian Weis, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung auf einem Podium fünf «Gesichter der Stiftung» vor: Dazu gehörten die Historikerin Wilfriede Otto, die schon seit den 90er Jahren Mitglied der Stiftung ist, und die Arbeit stets in der Tradition der ArbeiterInnenbewegung sowie mit klarer antistalinistischer Kritik bereicherte. Die Sinologin Hilde Ettinger baute die Auslandarbeit der Stiftung maßgeblich mit auf – zunächst ehrenamtlich, dann auf ABM-Basis und seit 1999 hauptamtlich bis zum Rentenalter. Über ein Studienstipendium, dann Promotionsstipendium und Engagement, ist Jane Angerjärv heute im Studienwerk der Rosa-Luxemburg-Stiftung beschäftigt. Die Germanistin Julia Killet berichtete von ihrem Engagement im Vorstand der Landesstiftung NRW und der Jurist Klaus Lederer zeichnete den Weg von einem Promotionsstipendiaten bei der Stiftung zum Landesvorsitzenden der LINKEN in Berlin nach.

Nach dem Festakt feierten die Gäste noch bis in die Nacht im Foyer des Abgeordneten-Hauses weiter – wie es sich für einen 20. Geburtstag gehört.

Julia Killet, 16.11.2010