Mehr zum Thema Ernährungssouveränität

Grain storage bins at Ukulima in Limpopo, South Africa
Grain storage bins at Ukulima in Limpopo, South Africa, CC BY-NC-ND 2.0, Joseph King, via Flickr

Die enorme Herausforderung der Überwindung von Armut und Hunger in Zeiten von Klimaschocks wird ohne Ernährungssouveränität nicht zu lösen sein. Wir verstehen «Souveränität» einerseits als politische Mitbestimmung: Viele Akteure in der Landwirtschaft und innerhalb des Ernährungssystems - KleinbäuerInnen, LandarbeiterInnen, informelle Händler etc. - gehören zu den subalternen, politisch marginalisierten Klassen. Sie müssen ihre Rechte verteidigen und ihre Interessen kollektiv artikulieren können. Andererseits verstehen wir «Souveränität» als Kontrolle über Ressourcen wie Saatgut, Wasser und Land sowie als Zugangsrecht zu Märkten, Wissen und Kapital.

Ernährungssouveränität braucht einen radikalen, linken Politikwechsel: Statt auf rigorosen «Freihandel», die Verbreitung von Technologiepaketen transnationaler Agrochemiekonzerne und die Integration weniger Agrarbetriebe in die regulierten Lieferketten von Supermarkt- und Nahrungsmittelkonzernen müssen Staaten auf breitenwirksame Strategien setzen. Dazu gehören etwa die Förderung von Partnerschaften zwischen Forschung und bäuerlichen ProduzentInnen, agrarökologische Ansätze, Infrastruktur zur Stärkung von informellen Binnenmärkten, Bereitstellung neuer Technologien als Gemeingüter sowie die Durchsetzung grundlegender sozialer Rechte, etwa von LohnarbeiterInnen in der Landwirtschaft.

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Stärkung von sozialen Bewegungen und der Selbstorganisierung von LandarbeiterInnen, KleinbäuerInnen und anderen marginalisierten Gruppen in ländlichen Räumen.  Einige zentrale Partnerorganisationen der Rosa-Luxemburg-Stiftung sind Mitglied der globalen Kleinbäuerinnenbewegung La Via Campesina. Einer von 20 weiteren Akteuren, die im «Internationalen Planungskomitee für Ernährungssouveränität» (IPC) organisiert sind, ist der Internationale Dachverband der ArbeiterInnen im Landwirtschafts- und Ernährungssektor (IUF), mit denen wir ebenfalls zusammenarbeiten.
 

Dossier Ernährungssouveränität

Kontakt

Rolle Persondetails
Referent für Sozialökologischen Umbau / Stellvertretender Direktor Akademie für Politische Bildung Steffen Kühne
E-Mail: steffen.kuehne@rosalux.org
Telefon: (030) 44310-402
Raum: 742
Programmleiter Dialogprogramm Ernährungssouveränität Benjamin Luig
E-Mail: benjamin.luig@rosalux.org