Postmigrantische Unordnung: Anti-Antisemitismus und Anti-Rassismus

Während der Holocaust als Teil der deutschen Geschichte anerkannt und der Antisemitismus staatlich geächtet ist, gilt dies nicht in gleichem Maße für Kolonialismus und Rassismus. Migrant*innen müssen sich ihre Stellung in der und gegen die Mehrheitsgesellschaft erkämpfen. Sie stehen dabei in einem – häufig nicht widerspruchsfreien – Verhältnis zur staatlichen Holocausterinnerung und offiziellen Ächtung des Antisemitismus. Der Linken bereitet es mitunter Schwierigkeiten, das Besondere von Shoah und Antisemitismus nicht im Kampf gegen die allgemeinen rassistischen Zustände zu opfern. Dabei grassiert nicht nur der Rassismus, auch antisemitische Einstellungen bleiben weit verbreitet. Das Ideal des Universalismus ist einmal mehr von Ungleichzeitigkeiten und divergierenden Interessen herausgefordert. Wenngleich die postmodernen Verhältnisse es erschweren – solidarische Bündnisse zwischen jüdischen, migrantisierten und linken Menschen zeugen immer wieder vom universalistischen Ideal.

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