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Presse release | Ihre Interviewpartner: Ursula Engelen-Kefer, Bert Rürup, Christoph Butterwegge

Und gleichnamige Fachtagung von Rosa-Luxemburg-Stiftung und DGB Köln-Bonn am 13. Januar 2017, 10.00 bis 16.30 Uhr, Comedia Theater, Grüner Saal, Vondelstraße 4-8, 50677 Köln

Am 13. Januar 2017 findet in Köln die Fachtagung „Rente mit Zukunft? Lösungsansätze für eine gerechte Alterssicherung“ in Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Stiftung und DGB-Köln-Bonn statt. Aus diesem Anlass kann ich Ihnen gleich mehrere Renten-Experten zum Gespräch anbieten.

Auf fünf Panels diskutieren Vertreter aus Gewerkschaften und Sozialverbänden, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft: Wie geht es weiter in der Rentenpolitik? Wie lässt sich Altersarmut effektiv stoppen? Wie sieht eine zukunftsfeste und gerechte Rente aus?

Die Fragen sind hochaktuell: Gut sechs Wochen nach dem Rentengipfel der Bundesregierung streitet die Öffentlichkeit über die Zukunftsfähigkeit des Rentensystems. Das Rentenniveau sinkt stetig. Immer mehr Menschen treibt die Angst vor Altersarmut und dem Verlust des Lebensstandards um. Private Absicherung kann die Lücken kaum schließen. Die Regierung setzt vorerst weiter auf die kapitalgedeckte Alterssicherung im Rahmen des Drei-Säulenmodells.

Auf dem Auftaktpanel stehen sich mit dem Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup und der langjährigen stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Ursula Engelen-Kefer ein Befürworter und eine dezidierte Kritikerin der privaten Alterssicherung gegenüber.

Engelen-Kefer fordert „dringend einen Paradigmenwechsel in der Rentenpolitik und eine Stärkung der gesetzlichen Rente, die Jüngere nicht gegen Ältere ausspielt“. Die gesetzliche Altersrente müsse einen angemessenen Lebensstandard auch im Alter sicherstellen. „Wir brauchen eine gerechte Verteilung von Einkommen, Vermögen, Kapitalerträgen, Bildungs- und Arbeitschancen. Das alles erreichen wir nur mit einer gerechten Steuer- und Gesellschaftspolitik.“

Für Bert Rürup ist es hingegen „theoretisch unstrittig, dass ein mischfinanziertes Alterssicherungssystem, das Umlagefinanzierung und Kapitaldeckung kombiniert, reinen Umlagesystemen oder einer rein kapitalgedeckten Altersvorsorge überlegen ist“. Nicht zuletzt, weil „mit dem Trend zum Rückgang der Lohnquote in nahezu allen entwickelten Industriestaaten auch die Finanzierungsbasis des umlagefinanzierten Systems schrumpft“. Sein Fazit: „Die Riester-Reform war gut gedacht, muss aber nachgebessert werden.“

Christoph Butterwegge, Armutsforscher und Kandidat der Partei DIE LINKE für das Amt des Bundespräsidenten, hingegen sagt: „Wer die Rente nachhaltig sichern will, muss grundlegend umdenken – weg von der kapitalmarktabhängigen Altersvorsorge, hin zu einer solidarischen Bürgerversicherung. SPD, Grüne und Linke haben diese bereits in ihren Programmen stehen – es ist an der Zeit, dass sie endlich gemeinsam dafür eintreten.“ Entsprechend scharf ist seine Kritik an bloßen „Schönheitsreparaturen“ durch das Rentenkonzept der Arbeitsministerin: „Wenn es bei der aktuellen Beschlusslage bleibt, werden selbst Durchschnittsverdiener in zwanzig Jahren kaum mehr als eine Minimalrente erhalten – und Geringverdiener blicken womöglich ganz in die Röhre.“

Gern vermitteln wir Ihnen ein Interview im Vorfeld oder am Rande der Konferenz mit Frau Engelen-Kefer, Herrn Rürup oder Herrn Butterwegge. Auch die weiteren an der Konferenz teilnehmenden Referenten (siehe Programm unten) stehen Ihnen auf Wunsch zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich mit Ihrem Gesprächswunsch an meine Kollegin Hannah Schurian. Sie erreichen Frau Schurian unter der Telefonnummer 0163-7318640 oder per Email an Hannah.Schurian@rosalux.de.

Mit freundlichem Gruß,
Jannine Hamilton
Presse | Rosa Luxemburg Stiftung
Franz-Mehring-Platz 1 | 10243 Berlin | Tel.: 030 44310-479 | Mobil: 0173 6096103 | Fax: 030 44310-222 | Raum 128 | E-Mail: hamilton@rosalux.de | www.rosalux.de


Konferenzprogramm

09:30 – 10:00 Uhr: Empfang und Begrüßungskaffee

10:00 Uhr – 10:10 Uhr: Begrüßung durch Dagmar Enkelmann (Vorsitzendes des Vorstandes der RLS) und Grußwort von Andreas Kossiski (DGB Köln-Bonn)

10:10 Uhr – 11:20 Uhr: Rentenpolitische Bilanz: wo stehen wir heute?
Mit Prof. Dr. Bert Rürup (Präsident Handelsblatt Research Institute), Prof. Dr. Ursula Engelen-Kefer (Leiterin AK Sozialversicherung des Sozialverband Deutschladn - SoVD) und Karl-Josef Laumann (MdB, stellv. Bundesvorsitzender Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft - CDA)

11:20 – 12:15 Uhr: Wie weiter mit der kapitalgedeckten Rente?
Mit Dr. Peter Schwark (Geschäftsführer Gesamtverband der Dt. Versicherungswirtschaft) und Prof. Dr. Camille Logeay (HTW Berlin)

12:15 – 13:15 Uhr: Mittagspause

13:15 – 14:15 Uhr: Ungleiche Arbeit, ungleiche Renten: Herausforderungen für die Arbeitsmarkt- und Geschlechterpolitik
Mit Christoph Butterwegge (Professor für Politikwissenschaft und Armutsforscher, Universität Köln) und Christoph Schmitz (ver.di Leiter Abteilung Grundsatz)

14:15 – 15:15 Uhr: Alternativen: Das Rentenkonzept der Linksfraktion in der Debatte.
Mit Matthias W. Birkwald (MdB, rentenpol. Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Bundestag) und Prof. Dr. Gerhard Bäcker (Uni Duisburg-Essen)

15:15 – 15.30 Uhr: Kaffeepause

15:30 – 16:30 Abschlusspanel: Generationen- oder Verteilungskonflikt?
Mit Anna Dethlefsen (Personalrätin, Bundestarifkommission ver.di), Janis Ehling (Bundesgeschäftsführer LINKE. SDS), Matthias Glomb (stellv. Bundesvorsitzender Jusos) und Antonia Rabente (DGB- Jugend Köln)

Moderation: Prof. Dr. Thomas Leif (Journalist und Autor)