Documentation Arbeitsverhältnisse im Kontext von "Diaspora, Exil, Migration"

Information

Event location

Schule für Erwachsenenbildung im Mehringhof
Gneisenaustr. 2a
10961 Berlin

Date

05.04.2002 - 07.04.2002

Themes

Gender Relations

Tagung vom 5. bis 7. April 2002 in Berlin

Das Verständnis von Arbeit ist eng verknüpft mit verschiedenen Mechanismen der Ausgrenzung. Nicht nur die Klassenhierarchie der Arbeitenden sondern auch der Begriff der Arbeit selbst werden grundlegend von rassistischen und sexistischen Vorstellungen geprägt. Ethnisierte Frauen und Lesben unterliegen struktureller Deklassierung. Die Arbeit, die von ihnen verrichtet wird, wird entwertet, dequalifiziert, unter Umständen illegalisiert oder als Nicht-Arbeit gekennzeichnet.

Bei der Tagung wird es darum gehen, die aktuelle Situation in den deutschsprachigen Ländern zu diskutieren. Für verschiedene Gruppen von minorisierten Frauen/Lesben realisiert sich das Phänomen der Deklassierung auf je andere Weise. Dazu trägt auch eine neue Einwanderungspolitik bei, die Migration im Sinne von Nützlichkeit forciert. Damit werden neue Kategorien geschaffen, wie die zwischen nützlichen und unnützen Minorisierten. Diese Einordnungen setzen sich fast zwangsläufig in bestimmte Klassenzugehörigkeiten um: sie eröffnen Ressourcen wie Bildung, Arbeit, Gesundheit, gesicherten Rechtsstatus - oder verwehren ihn.

Wir möchten uns auf der Tagung insbesondere mit konkreten Arbeitserfahrungen von minorisierten Frauen beschäftigen. Dabei möchten wir nicht nur die Arbeitsverhältnisse und Produktionsbedingungen betrachten, sondern insbesondere auch, wie diese sich entlang der Ebenen der Repräsentation und Förderung herstellen.

Im Februar 1997 wurde der Internationale Arbeitskreis Wi(e)dersprache als Forum für minorisierte Frauen und Lesben aus folgenden Überlegungen heraus gegründet: Die Beiträge von Menschen aus soziopolitischen Minderheitengruppen und insbesondere von den Frauen und Lesben dieser Gruppen bleiben zumeist aus den klassischen Arbeitervertretungen ausgeblendet. Was heute als die Totalität gesellschaftlicher Arbeit vermittelt wird, gibt nur ein Bruchteil der Arbeit der heutigen Gesellschaft in Deutschland wieder. Der AK Wi(e)dersprache hat sich demgegenüber zur Aufgabe gemacht, die politische und kulturelle Partizipation von minorisierten Feministinnen und ihre Vernetzung mit anderen emanzipatorischen Bewegungen zu fördern und zu stärken.

Die Tagung wird von der Rosa-Luxemburg-Stiftung unterstützt.

Programm und Anmeldung zur Tagung unter: www.femigra.com

Bericht zur Tagung von Birgit zur Nieden

Beiträge von der Konferenz: Arbeitsteilung unter Frauen - Migrantinnen in privaten Haushalten. am 24.3.2001 in Berlin

  • Bridget Anderson: DEMAND FOR PAID DOMESTIC WORK
  • Claudia Gather/Hanna Meißner: Haushaltsarbeit als Erwerbsarbeit - feministische Perspektiven?
  • Anja Lederer: Wahrnehmung rechtlicher Interessen von in Privathaushalten beschäftigten Migrantinnen im Spannungsfeld von eingeschränkten arbeits- und aufenthaltsrechtlichen Möglichkeiten und realen Zwängen
  • Susanne Schultz: Thesen und Gliederung des Beitrags der RESPECT-Initiative Berlin