Documentation Linke Utopien - die Zukunft denken. Das Krisenjahr 1956

VI. Rosa-Luxemburg-Konferenz der RLS Sachsen.

Information

Event location

Ratskeller
Neues Rathaus
04109 Leipzig

Date

24.03.2006 - 25.03.2006

With

Michael Brie, Wolfgang Geier, Hans-Gert Gräbe, Karl-Heinz Gräfe, Andreas Heyer, Holger Politt, Siegfried Prokop, Schütrumpf, Helmut Seidel, Ernst Wurl, Ingrid und Gerhard Zwerenz

Themes

History

Das wesentliche Anliegen der Konferenz besteht darin, sich in zwei Komplexen dem Generalthema "Linke Utopien" anzunähern:

  • das Jahr 1956 in seiner Bedeutung für die Geschichte der linkssozialistischen Bewegung und insbesondere für die Perspektiven der DDR zu erörtern;
  • Platz und Funktion utopischen Denkens im politischen Handeln der Linken zu diskutieren;
  • dessen ideologiegeschichtlichen und politischen Status im untergegangenen Staatssozialismus und in der kommunistischen/sozialistischen Bewegung zu untersuchen;
  • neue Utopien und Wege utopischen Denkens vorzustellen und zu erörtern;
  • Anstöße zu einem theoretisch vertieften Zukunftsdenken zu vermitteln.

Der 50. Jahrestag der Wiederkehr des XX. Parteitages der KPdSU lässt nach seinen historischen Wirkungen in einer Situation fragen, da das Sowjetimperium bereits seit über einem Jahrzehnt zerfallen ist; auf seinen Trümmern und in den europäischen staatssozialistischen Ländern hat sich die Restauration des Kapitalismus in einer globalen und neoliberalen Variante vollzogen bzw. ist in vollem Gange. Von einer kommunistischen Weltbewegung kann keine Rede mehr sein. Die aus den Parteien bolschewistischen Typus hervorgegangenen linkssozialistischen Parteien ringen um die Neubestimmung ihrer politischen Programmatik und der Wege zur Bändigung und letztlich Überwindung einer antihumanistischen Weltordnung.

Mit den genannten Schwerpunkten öffnet sich ein weiter thematischer Spielraum, in dem als Schwerpunkte produktiver Diskussion angesehen werden können:

  • 1956 und seine Folgen als eine der wirkungsreichsten Wegscheiden in der Geschichte des "Realsozialismus" aus einer kritischen, durch die Erfahrung des Untergangs gereiften und auf neue For-schungen gegründeten Sicht zu untersuchen sowie das Urteil über die begriffliche Weite, die Wurzeln und die historische Rolle des Stalinismus zu vertiefen;
  • damit die grundsätzlich sich aufdrängende Frage nach der Substanz und dem Platz linksozialistischer Positionen zum utopischen Denken zu debattieren, generell wie insbesondere in der Marxschen Theorie und ihren späteren Variationen, bis zur politischen und theoretischen Praxis des "Realsozialismus";
  • auch einen neuen Umgang mit den verschiedenen Phänomenen utopischen Denkens zum Vorteil politischer Praxis in der Gegenwart ins Auge zu fassen
  • .

Organisatorische Hinweise:

Tagungsort: Ratskeller der Stadt Leipzig, Lotterstraße 1, 04109 Leipzig

Teilnehmergebühr: 5,00 €
Kostenbeteiligung Speisen Empfang: 5,00 €

Programm:

24. März, Freitag, 14:00-17:00 Uhr

14:00 - 14:15 Uhr

Eröffnung
Dr. Monika RUNGE, MdL , Vorsitzende der Stiftung

Das Krisenjahr 1956

Moderation: Gerhard ZWERENZ, Schmitten,

14:15 - 14:45 Uhr

Prof. Dr. Siegfried PROKOP, Bernau
Zwischen Tauwetter, Frühling und Frost - die DDR in den Monaten nach dem XX. Parteitag der KPdSU

14:45 - 15:05 Uhr

Dr. Jörn SCHÜTRUMPF, Berlin
1956 oder die Reformierfähigkeit des Stalinismus

15:05 - 15:25 Uhr

Ingrid ZWERENZ, Schmitten
Ernst Blochs letzte Vorlesung in Leipzig

15:25 - 15:45 Uhr

Dr. Holger POLITT, Leipzig/Warschau
Utopieverlust in Polens Ordnungssozialismus (1956 -1989)

15:45 - 16:05 Uhr

Prof Dr. Karl-Heinz GRÄFE, Freital
Die Krise des Stalinismus 1956 in Osteuropa und Chancen linkssozialistischer Entwicklungen

16:05 - 17:00 Uhr

Diskussion

17:30 - 19:00 Uhr

Kulturprogramm
mit der Gruppe "Ouijote", Chemnitz
"Nur diese eine Schwalbe" - Lieder von Mikis Theodorakis in deutscher Sprache

Ab 19:00 Uhr

Empfang anlässlich des 15. Gründungsjubiläums der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen

25. März, Sonnabend, 10:00-17:00 Uhr

10:00 - 12:00 Uhr

Fortsetzung: Das Krisenjahr 1956

Moderation: Prof. Dr. Klaus KINNER, Leipzig

10:00 - 10:20 Uhr

Prof. Dr. Wolfgang GEIER
1956 - Wirklichkeitsverluste und Wahrheitsverweigerungen. Miszellen zur Diskussion

10:20 - 10:40 Uhr

Prof. Dr. Joachim BIENER, Leipzig
Der 4. Schriftstellerkongress am 4.-6. Januar 1956 als verheißungsvoller Jahresauftakt

10:40 - 11:05 Uhr

Gerhard ZWERENZ, Schmitten
Bloch in Leipzig - oder die Front zwischen Stalin und Heidegger

11:05 - 12:00 Uhr

Diskussion

12:00 - 13:00 Uhr

Mittagspause


13:00 - 17:00 Uhr

Linke Utopien - die Zukunft denken

Moderation: Dr. Marion SCHÜTRUMPF, Berlin

13:00 - 13:30 Uhr

Prof. Dr. Helmut SEIDEL, Leipzig

Zum Verhältnis von Utopie und Wissenschaft. Philosophiehistorische Anmerkungen

13:30 - 14:00 Uhr

Dr. Ernst WURL, Berlin

Zur Beziehung zwischen Politik und Utopie im Lichte geschichtlicher Erfahrungen

14:00 - 14:30 Uhr

Prof. Dr. Michael BRIE, Berlin

Omnia sunt Communia

Die Zukunft des Kommunismus nach seinem Scheitern

14:30 - 15:00 Uhr

Pause

15:00 - 15:30 Uhr

Dr. Andreas HEYER, Halle

Sozialismus denken. Zum Stellenwert der postmateriellen Utopie

15:30 - 16:00 Uhr

Prof. Dr. Hans-Gert GRÄBE

Das "Prinzip Hoffnung" in der Wissensgesellschaft

16:00 - 17:00 Uhr

Diskussion

abschließende Bemerkungen von Dr. Monika RUNGE