Documentation Fremde und Fremd-Sein in der DDR

Zu den historischen Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland

Information

Event location

Zentrum für Demokratie
Michael-Brückner-Str. 1
12439 Berlin

Date

17.10.2012

Organizer

Friedrich Burschel,

Themes

German / European History, History, State / Democracy, Racism / Neonazism

Gibt es in Ostdeutschland eine besondere Anfälligkeit für Fremdenfeindlichkeit und Rassismus und wie kann sie in der DDR-Vergangenheit verortet werden? In der Öffentlichkeit werden diese Fragen auch durch die kürzlich aufgedeckte Mordserie der NSU zum wiederholten Mal diskutiert. Für jede Gesellschaft stellt die interkulturelle Begegnung eine enorme Herausforderung dar. War die DDR nur eine Ausreise- und nicht auch eine Einwanderungsgesellschaft?

Die Referent_innen fragen nach der Möglichkeit zur Integration der „Fremden“ bzw. des „Anderen“ in der ostdeutschen Gesellschaft vor dem Zusammenbruch des Staatssozialismus. Der Blick richtet sich nicht allein auf die „Fremden“, sondern vor allem auf die Strukturen, die „Fremdheit“ im SED-Staat konstituierten. Sowohl die gesellschaftliche Stellung „Fremder“ als auch der Umgang der SED mit ihnen war stets widersprüchlich. Das machte sich auch im Alltag – in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Bus – bemerkbar. „Pogrome können durchaus nur Minuten dauern.“, so Angelika Nguyen, Kind deutsch-vietnamesischer Eltern. Schließlich kam es nach 1989/90 im Zuge der mentalen wie wirtschaftlichen Verwerfungen zur Steigerung eines bereits vorhandenen gesellschaftlichen Spannungszustandes.

Vorträge von Dr. Patrice G. Poutrus (Lehrbeauftragter an der Professur für Zeitgeschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Susanne Harmsen (Ausstellungsmacherin und freie Journalistin) und Angelika Nguyen (Filmwissenschaftlerin und Autorin).

Die Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe «Bruderland ist abgebrannt!» Einwanderung, Rassismus, Antisemitismus und Neonazismus in der DDR.

In der Reihe fand auch eine Veranstaltung zum Thema "Vertragsarbeit in der DDR statt":