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Documentation : 100 Jahre Acht-Stunden-Tag

Zeit für den nächsten Schritt

Key facts

Event location
Haus Dacheröden
Anger 37/38
99084 Erfurt
Date
27.10.2018
Organizer
Stephan Krull,
Themes
Geschichte, Deutsche / Europäische Geschichte, Arbeit / Gewerkschaften, Kämpfe um Arbeit, Kämpfe um Arbeitszeit

Details

Diskussion: Aspekte der Kämpfe um Zeit

Im November 1918 beschloss der Rat der Volksbeauftragten die den 8-Stunden-Tag einführende Anordnung über die Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter. Vorher und seither ist der 8-Stunden-Tag umkämpft, seit einiger Zeit wieder massiven Angriffen des Arbeitgeberlagers ausgesetzt. Mit einigen Unterbrechungen, etwa der Zeit des Nationalsozialismus, ist der 8-Stunden-Tag gesetzlicher Normalarbeitstag. Als gesetzlich verankerte Norm ist er von unschätzbarem Wert für die Gesundheit und den Schutz eines guten Lebens aller arbeitenden Menschen. Prof. Ingrid Kurz-Scherf, die Autorin der „Skizze eines phantastischen Tarifvertragsentwurfs“ zum 6-Stunden-Tag („Wem gehört die Zeit“, VSA, 1987) spricht über die Ambivalenzen des Kampfes um die Zeit.

Der lange Kampf um den 8-Stunden-Tag hat im Zuge seiner Realisierung zur Stabilisierung der Lebensverhältnisse und des kapitalistischen Systems geführt. Das war nicht unbedingt beabsichtigt von den Trägern dieses Kampfes – aber aus diesem Grund von seinen Gegnern zeitweilig zugelassen. Sehr anschaulich beschreibt Kurz-Scherf die Notwendigkeit und Dialektik einer großen gesellschaftlichen Bewegung als Voraussetzung und als Folge großer Schritte Arbeitszeitverkürzung.

Ergänzend zum Festvortrag von Prof. Ingrid Kurz-Scherf und dem Grußwort des Ministerpräsidenten Bodo Ramelow gab es ein Round-Table-Gespräche zu aktuellen Arbeitszeitaspekten:

  • Stress/Gesundheit (Prof. Friedhelm Nachreiner)
  • Geschlechtergerechtigkeit (Anne Pinnow, KNOE)
  • Ökologie/Postwachstum (Prof. Beate Zimpelmann)
  • Globalisierung (Anne Rieger, Österreich)

Moderation:Tom Strohschneider

Eine gemeinsame Veranstaltung mit Attac (AG ArbeitFairTeilen).

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