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Documentation : „Der Streik hat mir geholfen als junger Mensch Kraft aufzubauen“

Dokumentation zur Tagung „Gelingende und misslingende Solidarisierungen – 50 Jahre spontane Streiks“

Key facts

Event location
DGB-Haus
Friedrich-Ebert-Straße 34-38
40210 Düsseldorf
Date
01.09.2023 - 02.09.2023
Themes
Parteien- / Bewegungsgeschichte, Arbeit / Gewerkschaften, Kunst / Performance, Migration / Flucht, Gesellschaft der Vielen

Details

Andres Lara (rechts), ehem. spanischer Arbeiter bei Opel Bochum, berichtete von den betrieblichen Auseinandersetzungen 1972
Grußwort des Spaniers Andres Lara, Aktivist in den Betriebskämpfen bei Opel Bochum 1972 Foto: Sergej Lepke

„Für mich war die ganze Aktion, der ganze Streik ein Wendepunkt. Für vieles“. So erinnert Mitat Özdemir sich an die Streiktage im Sommer 1973. Der 1948 in der Türkei geborene war zur Zeit des Streiks bei Ford in Köln in den Wohnheimen des Konzerns als Sozialbetreuer tätig. Er erwähnt auch die Kraft, die nicht nur ihm der Streik für sein Leben, im Grunde bis heute, gab.

Aber sind solche Erinnerungen Teil des offiziellen Gedächtnisses der Bundesrepublik, Erinnerungen von damals „Gastarbeiter“ genannten Migrant*innen? Erst recht fehlt die Erinnerung an Arbeits- und andere Kämpfe von Migrant*innen, und eine Debatte darüber, welche Wirkung und Folgen diese auf die Gesellschaft hatten und haben.

Die Tagung „Gelingende und misslingende Solidarisierungen“ Anfang September in Düsseldorf widmete sich den Fragen von „Anerkennungskämpfen der Migration“, von Gemeinsamkeiten und Interessenkonflikten zwischen „einheimischen“ und eingewanderten Arbeiter*innen. Zum einen wurde an die stark, aber keineswegs ausschließlich migrantisch geprägten „spontanen“ Streiks nicht nur des Sommers 1973 erinnert (vgl. dazu den Beitrag von Simon Goeke). Genauso ging es zum anderen um die Wirkungen dieses Engagements von Einwanderer*innen auf die Gewerkschaften (vgl. dazu die Beiträge von Nihat Öztürk und Christiane Benner). Nicht zuletzt stellt sich die Frage, inwieweit sich heute auch für aktuelle gesellschaftliche Auseinandersetzungen produktiv daran anknüpfen lässt.

Ziel war es, Themen, Zugänge und Zielgruppen zu verbinden: Historische Erinnerung und die Würdigung von Zeitzeug*innen im Austausch mit Forschenden und Interessierten; Geschichts- und Erinnerungsfragen mit Gewerkschaftsthemen; Migrationsfragen mit aktuellen Arbeits- und Klassenthemen.

Die zweitägige Veranstaltung begann am Freitagabend mit einer Begrüßung durch Nuria Cafarao und Salvador Oberhaus von der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW und einem Grußwort von Andres Lara, einem spanischen Arbeiter bei Opel Bochum, der dort in den Betriebskämpfen 1972 einer der Aktivisten war. Anschließend präsentierten Mesut Bayraktar, Günfer Cölgeçen, Burçin Keskin, Lily Frank, Kutlu Yurtseven, Kaptan Bayraktar und Svenja Hauerstein die „Gastarbeiter-Monologe“.

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