16 June 2021 Workshop Gedenkveranstaltung «Soweto UpRising June 16»

Ameisenweise: Wissen teilen versus Aneignung

Information

Event location

Geschwister-Scholl-Platz
80539 München

Date

16.06.2021, 15:00 - 21:00 Hr

Themes

Südliches Afrika

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Gedenkveranstaltung «Soweto UpRising June 16»

In München wird künstlerisch den südafrikanischen Aufständen 1976, speziell dem Gedenktag 16. Juni gedacht. Die Schüler*innen und Studierenden im Bezirk des South Western Township in Johannesburg protestierten damals gegen die rassistische Bildungsreform und Apartheid. Am Jahrestag 16. Juni 2021 findet am Geschwister-Scholl-Platz zum zweiten Mal ein Treffen zu den Geschehnissen von damals statt.

Vor diesem Hintergrund lädt das PlusXkollektiv dazu ein, eine Brücke in die heutige Zeit schlagen und über die Begriffe Allyship, Wissensvermittlung und Freiräume diskutieren. 

◾Allyship ist die Praxis sich aktiv, reflektierend und kontinuierlich gegen ein diskriminierendes System einzusetzen. Ein Ally ist dabei selbst privilegiert und daher nicht negativ betroffen. Wir wollen gemeinsam erforschen, wie Teilhabe auf Augenhöhe möglich ist. Wie beteiligt sich die Zivilgesellschaft an Themen, die nicht nur für die Schwarze Community relevant sind ohne Rassismus zu reproduzieren?

◾Wissensvermittlung: Wissen teilen vs. Aneignung. Von Institutionen vermitteltes Wissen ist privilegiert. Akademisches Wissen und Zertifizierbares hat einen festen Wert in unserer Gesellschaft. Wie wird dieser Wert erhalten? Wer bekommt Zugang? Was bedeutet Diversität in Institutionen und Entscheidungsgremien? Wer spricht für wen?

◾Freiräume/Institutionen im Sinne von Bildung, Wohnen, Kunst, Kultur und Kontinuität. Für wen existieren Freiräume? Wie schaffen wir sie? Was fehlt oder ist unsichtbar?

Diese Veranstaltung steht auch in Kontinuität zu ehrenamtlicher Arbeit in Institutionen wie beispielsweise der Katholischen Stiftungshochschule München. Dort hat Vermittlungspraxis als Intervention stattgefunden, in bisher unsichtbaren geschlossenen Räumen. Behandelt wurden Themen wie Widerstand vs Abwehrmechanismus - Erinnerung als Kultur in den Jahren 2019, 2020 bis hin zu Covid, wo sich jetzt intersektionale Boxen im FreiRaum bewegen und Diversity zugänglich machen.

Die Gedenkveranstatlung steht im Kontext der Internationalen Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung 2015 - 2024 sowie der Weltkonferenzen gegen Rassismus.

Auf der Veranstaltung möchten wir dazu einladen, gemeinsam das südafrikanische Lied Shosholoza zu singen. Es wurde 1959 von Todd Matshikiza komponiert. Das isiZulu-Wort shosholoza bedeutet etwa «Mutig nach vorn schauen» oder «Wir greifen an». Ursprünglich wurde es von Ndebele-Bergarbeitern aus dem damaligen Rhodesien gesungen, während sie in die Minen in Transvaal einfuhren. Der Liedtext wird auf der Veranstaltung verteilt. 

Zum geschichtlichen Hintergrund: Der Aufstand in Soweto, auch als Schüleraufstand in Soweto bezeichnet, (englisch Soweto Uprising), begann am 16. Juni 1976 in Soweto in Südafrika. Er forderte zahlreiche Todesopfer und führte zu lange andauernden, landesweiten Protestaktionen gegen die rassistische Bildungspolitik und das gesamte Apartheidsregime des Landes. Soweto war 1976 ein südwestlicher Vorort der südafrikanischen Großstadt Johannesburg, der aus mindestens 28 Townships für Schwarze bestand. Auslöser des Aufstandes war der Erlass «Afrikaans Medium Decree», wonach Afrikaans, die Sprache der weißen burischen Herrschaftsschicht, als verbindliche Unterrichtssprache eingeführt werden sollte. Die schwarzen Schüler*innen, die diese Sprache zum Teil kaum beherrschten, sahen sich dadurch ihrer Chancen im Bildungssystem beraubt.

Das Kollektiv Plus X ruft zur gemeinschaftlichen Kunstaktion auf, um eine Blackbox zu erstellen, die dann belebt wird mit Bildern, Zitaten und Performances wird.

Eine Veranstaltung von PLUSXKollektiV in Kooperation mit dem KEV.

Contact

Dr. Julia Killet

Regional Office Director, Bavaria, Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern/Kurt-Eisner-Verein

Phone: +49 89 51996353