27 May 2022 Diskussion/Vortrag COVID-19 im globalen Süden

Eine medizinische, soziale, politische und ökonomische Syndemie

Information

Event location

AZ Conni
Rudolf-Leonhard-Straße 39
01097 Dresden

Date

27.05.2022, 19:00 - 21:00 Hr

Themes

Globalisierung, Kapitalismusanalyse

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Mit Andreas Wulf (Medico International)
Eine Veranstaltung des AZ Conni in Kooperation mit der RLS Sachsen
 
Die Covid-19 Pandemie hat die ungleiche Verteilung von Gesundheitsrisiken, Ressourcen und Macht sowie die soziale und wirtschaftliche Folgen der Pandemie und ihrer Bekämpfung auf brutale, oftmals tödliche Weise verschärft. Wer Zugang zu Schutzinstrumenten, zu sozialen Sicherungen beim Jobverlust im Lockdown, zu Bildung und Arbeit im Homeoffice und Distance Learning hat und wer nicht, wurde in der Pandemie schonungslos offengelegt. 
Ein wichtiger Teilaspekt in dieser Debatte ging um die Verteilung von Covid-19 Impfstoffen entlang der wissenschaftlichen und ökonomischen Stärke von Nationalstaaten und dem politischen Umgang mit Patenten zur Absicherung der Gewinne von Pharmaunternehmen.
In den Kämpfen um einen gerechten Zugang zu den Mitteln zur Bewältigung der Pandemie aktualisieren sich auch die Erfahrungen, die in der AIDS Pandemie in den 2000er Jahren global gemacht wurden. Sowohl in den internationalen Debatten wie auch den lokalen Kämpfen von Gesundheitsaktivist*innen in ihren jeweiligen Ländern und Regionen. Medico international war über globale Gesundheitsnetzwerke und lokale Partnerorganisationen auf beiden Ebenen daran beteiligt.
Diese Erfahrungen werden im Vortrag vorgestellt und zur Diskussion gestellt.
 
Zur Veranstaltungsreihe
Krise in Zeitlupe? Die Covid-19-Pandemie und die Folgen für linke Kritik und Praxis
Wie lange ist die Zeit eigentlich her, in der man als überzeugte*r Linke*r einen ganz normalen Alltag zwischen Plenum, Demo, Hausprojekt und Boulderhalle führen konnte, angetrieben von der Wut auf Ungerechtigkeit, Ausgrenzung und Ausbeutung, die man mehr oder weniger treffend unter „Gesamtscheiße“ verbuchte? Stimmen, die in der Krise einen Katalysator zur Überwindung gesellschaftlicher Widersprüche erkannten, entpuppten sich schnell als Wunschvorstellung. Der Staat forderte die gemeinschaftliche Anstrengung, um möglichst wenig von seiner globalen Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen. Distanz wurde sozial – vorausgesetzt, man konnte sie sich leisten. Viele linke Organisationen und Strukturen standen vor einer Zerreißprobe. War der kapitalistische Staat nicht eigentlich das Problem und der weltweite Wettbewerb mit seiner Zerstörung unserer Lebensgrundlagen eine der Hauptursachen für die Pandemie? Sollte man in der konkreten Ausnahmesituation staatliche Maßnahmen unterstützen, weil eine individuelle Bewältigung der Situation nicht möglich war? Oder wären sogar viel härtere staatliche Maßnahmen nötig, um die Bedrohung einzudämmen? Gleichzeitig entstand vor dem Hintergrund eines vermeintlichen „Burgfriedens“ gegen das Virus eine heterogene Bewegung, die alle Strategien zur Eindämmung des Virus ablehnte und entweder das Virus selbst, die Gefahr durch das Virus oder die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu leugnete. Während in Deutschland Teile der Bundesregierung für drei verpflichtende Impfungen werben und die Querdenker*innen auf der Straße und im Internet noch einmal ihr Mobilisierungspotenzial deutlich verstärken können, fehlt es vor allem in afrikanischen Staaten völlig an Impfstoff, sodass die Gefahr neuer gefährlicher Mutationen hoch bleibt. Sowohl mit Blick auf Deutschland als auch auf die weltweite Situation erscheint die Corona-Pandemie als Brennglas, das gesellschaftliche Dynamiken und Unterdrückungsmechanismen sichtbar macht.
Wir finden daher, dass es Zeit ist, unsere Lähmung zu überwinden und selbst die Lupe in die Hand zu nehmen. Auch wenn Russlands Krieg gegen die Ukraine wenig Zeit zum Nachdenken lässt, ist Reflexion und Kritik eine der Grundvoraussetzungen für linke Praxis. Daher wollen wir gemeinsam mit euch und verschiedenen Referent*innen einen Blick auf die letzten zwei Jahre werfen. Uns ist dabei sowohl eine theoretische Auseinandersetzung mit den Entwicklungen als auch ein Blick auf die konkreten Auswirkungen des Virus sowie der Maßnahmen in verschiedenen Lebensbereichen bzw. für unterschiedliche Betroffenengruppen wichtig. Dazu gehören beispielsweise die Bedingungen in Unterkünften für Geflüchtete, die Folgen der Pandemie für Care-Arbeit und häusliche Gewalt sowie für das Gesundheitssystem. Vor allem möchten wir aber auch einen Raum für Diskussionen und Gespräche schaffen, für die in den letzten Jahren oft viel zu wenig Platz war.
 
Informationen zum Umgang mit Corona
Bei Veranstaltungen im Haus (Saal, Kneipe) gilt weiterhin 2G+ .
Wenn die Veranstaltungen draußen stattfinden, ist ein tagesaktueller Test erwünscht, aber nicht zwingend notwendig.
Bei uns gilt weiterhin im gesamten Haus Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (OP oder FFP2 Maske).
 
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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RLS Sachsen

Phone: +49 341 96085 31