28 June 2022 Diskussion/Vortrag Das radikale Erbe der sozialen Arbeit

Reihe: Kritische Perspektiven auf die Radikalisierungsdebatte an der FH

Information

Event location

Fachhochschule, Raum 6.01.21
Altonaer Straße 25
99085 Erfurt

Date

28.06.2022, 18:00 - 20:00 Hr

Themes

Soziale Bewegungen / Organisierung, Kapitalismusanalyse

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Mit Michel Raab (Koch, Sozialarbeiter und Sozialwissenschaftler) beschäftigt sich beim Bildungskollektiv Biko mit Radikalisierungsprozessen.

Soziale Arbeit hat zum einen die Aufgabe, soziale Ordnung herzustellen, indem abweichendes Verhalten kontrolliert und sozial erwünschtes gefördert wird, zum anderen geht es darum, Selbstbestimmung zu ermöglichen. In Deutschland hat sich dieses Doppelmandat von Hilfe und Kontrolle in mehreren Zyklen als Kompromiss zwischen verschiedenen Interessengruppen herausgebildet: „Zwischen Klassenkampf und Sozialreform“ in den 1920er-Jahren, „zwischen Autonomie und Integration“ im Nachgang der 1968er-Revolte, zwischen Nutzer*innenorientierung und Verwaltung heute. In der Rückschau zeigt sich: die fortschrittlichsten Aspekte Sozialer Arbeit (z.B. Empowerment, Parteilichkeit, Partizipation, Selbstorganisierung) wurden in diesen Konflikten von radikalen Strömungen eingefordert und (zumindest zum Teil) erkämpft. Woraus folgt: Radikalität ist wichtig für sozialen Wandel, sie zu bekämpfen, bedeutet, den Druck, der in Richtung einer humaneren Gesellschaft aufgebracht wird, zu mindern und Stillstand herbeizuführen - letztlich Herrschaft zu sichern und damit nur noch die eine Hälfte des
Doppelmandats, nämlich Kontrolle, auszuüben. Das wiederum lässt sich als Teil eines neuen Autoritarismus, letztlich auch eines wiedererstarkenden Klassenkampfes von oben deuten. In Anschluss an die Diskussion dieser These wollen wir bei der Veranstaltung ausloten, wie sich progressive Sozialarbeiter*innen gegen diese autoritäre Strategie und für eine kritische Soziale Arbeit organisieren können.

Die Veranstaltung wird mit der freien Software "Big Blue Button" ins Internet übertragen, der entsprechende Raum ist unter http://radikaldemokratisch.arranca.de erreichbar.

Gemeinsam mit dem Bildungskollektiv

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Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen

Phone: 0361 5504115