27 October 2022 Discussion/Lecture Chile nach dem Referendum – ein Vorbild neuer sozialer und ökologischer Bewegungen?

Bericht und Diskussion mit drei Vertreterinnen

Information

Event location

DGB Gewerkschaftshaus (KLUB)
Podium
Besenbinderhof 62
20097 Hamburg

Date

27.10.2022, 19:00 - 21:00 Hr

Themes

Socio-ecological Transformation, Political Parties / Election Analyses, Social Movements / Organizing, Participation / Civil Rights, Andes Region

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Chile nach dem Referendum – ein Vorbild neuer sozialer und ökologischer Bewegungen?
Capuchas feministas en La Serena 2020.jpg CC BY-SA 4.0, Valeria Rojas Bruna

In Chile schien bis vor kurzem die Chance für einen tiefgreifenden Wandel mit einer neuen Verfassung, die eine gerechte, nachhaltige und zukunftsfähige Gesellschaft beschreibt, zum Greifen nah. Von einem neuen linken Bündnis gestützter Präsident und progressive Mehrheiten im Parlament, als auch Kommunen mit sozialökologischen Selbstverwaltungsperspektiven stehen weiterhin für den Umbruch in Chile.
Die weltweite Hoffnung emanzipatorischer Bewegungen vor dem Referendum auf ein konkretes Vorbild, das zur Nachahmung motiviert, war hoch.
Propaganda der von Entmachtung bedrohten Eliten des Landes gegen angeblichen Wohlstandsverlust und mehr Rechte für Indigene und die tiefe Spaltung der Bevölkerung haben die neuen Ansätze der Verfassung scheitern lassen. Und nicht nur knapp. Es war eine krachende Niederlage der neuen Verfassungsvorlage im Referendum, die für herbe Enttäuschung sorgte.
Was passiert nun mit den großen Zielen und deren Enttäuschung? Wie wird die riesige Protestbewegung mit ihren Erfahrungen einer Vielzahl von Erfolgen und der dafür gebrachten Opfer mit der schweren Niederlage umgehen und ihren Weg fortsetzen?
Drei Frauen aus Chile, als Aktivistinnen aus dem Aufstand gegen patriarchale, ökozider Machtstrukturen seit ihren Anfängen der 2010er Jahre hervorgegangen, berichten an diesem Abend über ihr Chile im Umbruch.
Was haben sie vor und nach dem Referendum erlebt? Wie sieht die Fortsetzung des Ringens um eine neue Verfassung aus? Was lässt sich daraus auch für hiesige Verhältnisse lernen?

Elisa Giustinianovich war gewählte Vertreterin im verfassungsgebenden Konvent, arbeitete hier in der Kommission “Participación Popular y Equidad Territorial” und als Vizepräsidentin des Konvents an Vorschlägen des Verfassungsentwurfes. Sie ist Vertreterin der feministischen Coordinadora 8M in Punta Arenas, der Plataforma Feminista Constituyente y Plurinacional und der Umweltbewegung MAT. Sie ist von Beruf Chemikerin, entwickelt Biokonverter und arbeitet in der Umwelt-NGO CERES. 
Viviana Delgado ist seit März 2022 Abgeordnete im neugewählten chilenischen Parlament. In Santiago de Chile ist sie in lokalen sozialökologischen Bewegung aktiv und Teil der Movimiento Socioambiental Comunitario - Por el Agua y el Territorio (MOSACAT). 
Alejandra Salinas ist unabhängige Stadtvertreterin von Maipú/ Santiago der Chile, Vorsitzende des SMAPA-Ausschusses für die Kommunalisierung der Trink- und Abwasserversorgung und Teil der Movimiento Socioambiental Comunitario - Por el Agua y el Territorio (MOSACAT).
Ihr Ziel ist ein gemeinsames: die Weichenstellung des Übergangs in eine gerechte und nachhaltige Gesellschaft vorzunehmen. Jede auf einer anderen Ebene, die doch Hand-in-Hand gehen.
Die Veranstaltung wird vom Spanischen ins Deutsche übersetzt.


Diese Veranstaltung ist der Auftakt einer Speakerinnen Tour mit weiteren Terminen in Hamburg, Potsdam und Berlin. Die Speakerinnen Tour wird gemeinsam organisiert von Talide e.V., Arbeit&Leben Schwerin, dem Zentrum internationalen Dialogs der RLS, RLS MV, RLS BB, RLS HH, Helle Panke e.V. und weiteren lokalen Partner:innen.
Neben den öffentlichen Veranstaltungen dient die Tour der Vernetzung und des Austausches mit Akteur:innen aus Bewegung und Parlament.


Weitere Termine:
• 01.11./ 18:00 Uhr: Podium ‚Chile nach dem Referendum‘/ Potsdam/ Café hausZwei im freiLand Potsdam, Friedrich-Engels-Str. 212
• 02.11./ 19:00 Uhr: Podium ‚Chile nach dem Referendum‘ / Berlin/ Rosa-Luxemburg-Stiftung, Str. der Pariser Kommune 8A

Die Veranstaltung in Hamburg wird gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

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▸Keine Anmeldung erforderlich.
▸Bitte beachten: Aus Solidarität mit den anderen Teilnehmenden bitten wir darum, im Veranstaltungsraum eine FFP2-Maske zu tragen.

Location

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Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg

Phone: 040 28003705