15 July 2022 Tagung/Konferenz 7. Antifaschistischer Jugendkongress

Smash the Cis-tem, Destroy Borders

Information

Event location

AJZ Chemnitz
Chemnitztalstraße 54
09114 Chemnitz

Date

15.07.2022, 17:00 - 17.07.2022, 14:00 Hr

Themes

Geschlechterverhältnisse, Neonazismus / Rassismus, Soziale Bewegungen / Organisierung, Commons / Soziale Infrastruktur, Demokratischer Sozialismus, Gesellschaftstheorie, Kapitalismusanalyse, Sozialökologischer Umbau

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Eine Veranstaltung des Antifaschistischen Jugendkongress in Kooperation mit der RLS Sachsen
 

Hiermit laden wir euch vom 15. bis zum 17. Juli 2022 zum 7. Antifaschistischen Jugendkongress in das AJZ in Chemnitz ein. Wir wollen wieder mit euch zusammenkommen, um voneinander und miteinander zu lernen, ins Gespräch zu kommen, neue Kontakte zu knüpfen, uns zu empowern und gemeinsam eine tolle Zeit zu haben.
Dieses Jahr gehen wir mit dem JuKo weiter in die Tiefe und werfen einen Blick auf patriarchale Muster und rechte Bestrebungen. Dabei bleiben wir nicht in der Region stehen, sondern blicken über Sachsen und Deutschland hinaus. Gemeinsam wollen wir aufzeigen, wie sich Kämpfe gegen Patriarchat und Antifeminismus mit anderen Themenfeldern verbinden lassen. In diesem Sinne haben wir wieder spannende Workshops und Vorträge im Angebot.
 
Contentwarnung: Homofeindlichkeit und queerfeindliche Äußerungen werden wiedergegeben und Gewalthandlungen beschrieben
 
Wir wollen aufzeigen, dass Antifaschismus nur feministisch geht. Antifeminismus und Queerfeindlichkeit sind wichtige und verbindende Elemente bürgerlich-konservativer Ideologien und autoritären sowie faschistischen Denkens. So bestehen im Bible Belt im Erzgebirge nicht zufällig enge Verbindungen zwischen evangelikalen Christ*innen und der organisierten Rechten. Auch fallen Politiker*innen der Sachsen-CDU immer wieder mit rückständigen Äußerungen zu Familie und Geschlechterbildern auf. Im April 2018 wurde Christopher W. in Aue von Neonazis zu Tode gequält, aus Schwulenhass. Dass der Antifeminismus aber ein globales Problem ist, zeigen Regierungen und Bewegungen weltweit, die regelmäßig durch frauen- und queerfeindliche Politik sowie andere Gewalt auffallen. Dafür reicht schon ein Blick in die nahe europäische Nachbarschaft, zum Beispiel nach Polen, mit seiner Regierungspartei PiS.
Unter dem Eindruck des Angriffskrieges Putins und seiner Clique ist für uns aber auch klar: Wir sind solidarisch mit den Menschen, die unter dem Krieg leiden und sich ihm widersetzen. Doch inmitten von Aufrüstungstaumel und der Wiederkehr heroischer Männlichkeit muss die radikale Linke antimilitaristische Positionen (wieder) in ihren Kanon aufnehmen! Der Antimilitarismus muss feministisch sein und in den Kampf um das Große und Ganze eingebunden und lautstark auf die Straße getragen werden! Eine solche Sprachlosigkeit wie angesichts der Corona-Pandemie können wir uns nicht noch einmal leisten.
Auch im Kontext des Angriffskrieges zeigt sich, dass rechtes Denken nicht ohne Antifeminismus auskommt. So springen rechte Akteur*innen in Deutschland nur zu gern mit antifeministischen Tiraden auf den Aufrüstungszug auf. Angeblich hätte die “westliche Dekadenz” die Debatten hierzulande sich zu sehr um Gendersternchen und Transrechte drehen lassen. Wehrhaftigkeit, Ehre und falsch verstandener Mut seien dabei auf der Strecke geblieben. Der westliche Mann ist “verweichlicht” und wer in der Ukraine, aus welchen Gründen auch immer, dem Menschenrecht auf Wehrdienstverweigerung nachkommen will, ist ein “Feigling”. Aber auch der bürgerliche Mainstream und manche Linke rufen nach Aufrüstung und Wehrpflicht. Zudem wird meist vergessen, dass nicht nur cis Männern, sondern auch trans Personen mit männlichem Status die Ausreise aus der Ukraine verweigert wird. „Sie seien ja Männer” und sollten kämpfen. Unter den Vorzeichen des Krieges und seiner “besonderen” Männlichkeit ist dies in doppelter Weise perfide.
Die aktuelle Diskursverschiebung zu mehr Männlichkeit birgt die Gefahr, dass Antifeminismus und überholt geglaubte Männlichkeitsbilder wieder gesellschaftsfähig werden. Auch wird das Töten und Sterben für nationale Interessen enttabuisiert.
Ihr seht, es bleibt kompliziert und es gibt weiterhin viel zu tun! Auch wenn wir uns im Angesicht dessen manchmal von all diesen Baustellen und einem konservativen Vormarsch nur noch erschlagen fühlen, dürfen wir nicht vergessen, dass sich überall Menschen organisieren und sich gegen den antifeministischen Rollback und die autoritäre Formierung stellen. Ob mit antiautoritären Protesten in Russland, queerfeministischen Räumen in Polen oder mit Protesten gegen selbsternannte Lebensschützer*innen in Sachsen.
 
Kommt zum JuKo! Ein Wochenende voller Input, Diskussion, Austausch und Inspiration für Eure lokale Praxis.
 
 
In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung: Gesellschaftsanalyse und politische Bildung e.V.

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RLS Sachsen

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