16 August 2021 Diskussion/Vortrag Klimaneutralität, Green Deal, Emissionshandel – alles nur ein Bluff?

Welche radikalen Reformen wären in der Klimapolitik und im Finanzsektor nötig, um einen Ökozid zu verhindern?

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Event location

Online (Zoom)

Date

16.08.2021, 18:00 - 19:30 Hr

Themes

Sozialökologischer Umbau, Wirtschafts- / Sozialpolitik, Klimagerechtigkeit

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Klimaneutralität, Green Deal, Emissionshandel – alles nur ein Bluff?

“Klimaneutralität” ist das Schlagwort der Stunde, allerdings ein schwammiger Begriff, mit dem man der Frage: Wie hoch ist eigentlich unser Emissions-Restbudget aus dem Weg gehen kann. Helge Peukert betrachtet in »Klimaneutralität jetzt« (metropolis) (inter-)nationale Klimapolitik wie das Pariser Abkommen und das deutsche Klimaschutzgesetz und legt dar, warum die vorgesehen Maßnahmen ungenügend sind und die tatsächlichen weltweiten Emissionen weiter munter ansteigen. Er beschreibt einige Mogelpackungen wie die E-Mobilität und unterbreitet radikale Vorschläge für eine Postwachstumsgesellschaft, die die Nicht-Anwendung eines weltweiten Kohlenstoffpreises mit Kohlenstoffzöllen sanktioniert. Und er wagt mit Blick auf Wachstumszwänge und Krisen an ganz andere Emissionsrechte heran: Geldschöpfung und unser Finanzsystem.

Prof. Dr. Dr. Helge Peukert lehrt an der Universität Siegen im Masterstudiengang Plurale Ökonomik. Neben Ansätzen der heterodoxen Ökonomie befasst er sich mit dem Geld und Finanzsystem und den Grenzen des Wachstums. Er ist u. a. Mitglied der Monetative, des Netzwerks Plurale Ökonomik und des wissenschaftlichen Beirats von Attac.

Grünes Wachstum und Postwachstum: Bei Wirtschaftswachstum denken viele an verbesserten Lebensstandard und die Wahrung von Wohlstand. Weltweit wurden Millionen Menschen durch marktliberale Wachstumspolitiken der absoluten Armut enthoben. Damit ging bis jetzt auch immer eine Steigerung des Ressourcenverbrauchs und der Treibhausgasemissionen einher. Im globalen Norden scheint Wirtschaftswachstum als einzige Antwort auf technologische Arbeitslosigkeit und globalen Wettbewerb denkbar - eine Flucht nach vorne. Sie lässt Wirtschaftswachstum alternativlos erscheinen und legitimiert bestehende Ungleichheit mit den Arbeitsplatzverlusten, die bei ausbleibendem Wachstum drohen. Gleichzeitig aber überschreitet die Menschheit planetare Grenzen.

Dürfen wir angesichts von Umweltzerstörung und Erderwäremung weiter wachsen?. Kann es gelingen “grün” zu wachsen, also den Ressourcenverbrauch absolut von der Wirtschaftsleistung zu entkoppeln? Welche Wege gibt es, die Wirtschaftsleistung stabil zu halten, oder sogar zu schrumpfen? Und welche gesellschaftlichen Akteure können helfen eine solche Postwachstumsökonomie Wirklichkeit werden zu lassen?

Eine Veranstaltung in Kooperation mit den Rosa-Luxemburg-Stiftungen in Thüringen und Sachsen. Gefördert aus Mitteln der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.


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