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6 January 2025: Discussion/Lecture : Jüdinnen und Juden in der internationalen Linken: Eine vergessene Allianz?

Key facts

Event location

Kleine Synagoge
An der Stadtmünze 4/5
99084 Erfurt

Date
06.01.2025, 18:00 - 20:00 Hr
Themes
Party / Movement History, Politics of Memory / Antifascism, German / European History

Description

Jüdinnen und Juden in der internationalen Linken: Eine vergessene Allianz?
«Der Arbeiter stimmt für die Liste des Bund». Wahlplakat des «Bund», Lettland, 1928 International Institute of Social History

Angesichts der polarisierten Debatten um Israel und den Nahen Osten mag es schwerfallen sich dies vorzustellen: Doch seit dem 19. Jahrhundert bis weit in das zwanzigste Jahrhundert hinein bestand eine Allianz zwischen beträchtlichen Teilen der jüdischen Emanzipationsbewegungen und der sozialistischen und Arbeiter*innenbewegung. Dies galt für das Russische Reich und die frühe Sowjetunion ebenso wie für Polen, für Großbritannien wie für die USA und ebenso für Südafrika, wo Jüdinnen und Juden weit überproportional auf Seiten der im Apartheid-System unterdrückten Schwarzen standen. Auch die kommunistischen, gewerkschaftlichen und antikolonialen Bewegungen in Tunesien und Marokko hatten zahlreiche jüdische Repräsentant*innen. Jüdinnen und Juden waren stark in sozialdemokratischen, kommunistischen und anderen linken Parteien und Organisationen vertreten. Erinnert sei an so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Moses Hess und Rosa Luxemburg in Deutschland, Leo Trotzki in Russland beziehungsweise der Sowjetunion, Otto Bauer und Bruno Kreisky in Österreich, Abraham Benaroya im Osmanischen Reich beziehungsweise in Griechenland und Joe Slovo in Südafrika.

Die Arbeiter*innenbewegung stand mehrheitlich auf der Seite von Jüdinnen und Juden im Kampf gegen den Antisemitismus. Doch konnte auch sie die Shoah nicht verhindern. Ebenso wenig waren  Bewegungen und Staaten, die sich auf den Sozialismus und Kommunismus beriefen, frei von Antisemitismus, wie sich etwa in der frühen Arbeiter*innenbewegung, in der Sowjetunion unter Stalin, in der CSSR in den «Slansky-Prozessen» 1952 und auch in sich links nennenden Gruppen in der Bundesrepublik und anderswo erschreckend deutlich zeigte.

Viele jüdische Sozialist*innen, die die Nazi-Diktatur überlebt hatten, wählten die Sowjetische Besatzungszone beziehungsweise die DDR bewusst als das Land, in dem sie eine antifaschistische neue Ordnung mit aufbauen wollten, so etwa Helene Weigel und Anna Seghers, Stephan Hermlin und Stefan Heym. Doch wie waren ihre und die Erfahrungen anderer Jüdinnen und Juden nach 1945 in der DDR und in der BRD? An welches gemeinsame Erbe lässt sich nicht nur erinnern, sondern auch aktuell anknüpfen? Und welchen Versäumnissen und Vergehen muss sich eine Linke stellen, will sie glaubhaft gegen jeden Antisemitismus antreten?
 
Diese und andere Fragen diskutieren:

  • Bodo Ramelow, Mitglied des Thüringer Landtags und Ministerpräsident a.D.
  • Prof. Dr. Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen
  • Dr. Angelika Timm, Nahostwissenschaftlerin und ehemalige Leiterin des Israel-Büros der RLS
  • Moderation:Dr. Florian Weis, Historiker, Co-Herausgeber der RLS-Reihe «Jüdinnen und Juden in der internationalen Linken»  

Veranstalterinnen: Rosa-Luxemburg-Stiftung und  Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen

Links:

Location

Contact

Dr. Florian Weis

Senior Fellow for Anti-Semitism and Jewish Left History and Present / Classes, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Phone: +49 30 44310 114

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