15 May 2020 Film «Da sein. Leben helfen». Dokumentarfilm über Frauenhilfe in München

Mit anschließender Gesprächsrunde

Information

Event location

Online
Online / Livestream

Date

15.05.2020, 19:15 - 21:00 Hr

Themes

Geschlechterverhältnisse, Partizipation / Bürgerrechte, Wirtschafts- / Sozialpolitik, Online/Livestream

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«Da sein. Leben helfen». Dokumentarfilm über Frauenhilfe in München

Online-Filmvorführung mit anschließender Gesprächsrunde
Buch, Regie & Schnitt: Uli Bez. Kamera: Meike Birck. Eine Gemeinschaftsproduktion von Sozialdienst katholischer Frauen München und BEZMedien. D 2018 60 Min.

Der Film kann am Veranstaltungstag ab 19:00 Uhr auf Youtube hier angesehen werden.

Nach dem Film findet um 20:30 Uhr eine Gesprächsrunde in der Videokonferenz-Plattform «Zoom» statt. Dort haben Sie auch die Möglichkeit, ihre Fragen zum Film zu stellen.
Zugang:
https://us02web.zoom.us/j/88556628841; Meeting-ID: 885 5662 8841
Hinweise zur Datenverarbeitung finden Sie unter:
https://www.rosalux.de/dsgvo-zoom

Zum Film:
Frauen in schwierigen Lebenslagen kommen selten zu Wort. Sie haben keine Lobby, sie leben marginalisiert am Rande der Gesellschaft.

Im Dokumentarfilm «Da sein. Leben helfen» der Filmemacherin Ulrike Bez kommen sie zu Wort, äußern sich freimütig und selbstbewusst vor der Kamera. Sie erzählen ihre Geschichten von Obdachlosigkeit, Krankheit, Gewalt in der Partnerschaft und Ausgrenzung. Mit dabei auch junge Mütter mit psychischen Erkrankungen.

Die große Stärke des Films liegt in der Begegnung auf Augenhöhe und darin, dass er uns ganz nebenbei viel über strukturelle Diskriminierung erzählt und darüber, wie sexuelle und psychische Gewalt Frauenbiographien prägt. Unter den Klientinnen ist auch die Musikerin Bess von Brühl, die die Filmmusik komponiert hat. Kurz nach Ende der Dreharbeiten ist sie tödlich verunglückt.

«Da sein. Leben helfen» entstand in Kooperation mit dem Sozialdienst katholischer Frauen München, einem Verband, der sich seit über 100 Jahren für Frauen in Notlagen einsetzt. Entstanden ist ein facettenreiches Porträt darüber, was es bedeutet, christliche Werte wie Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert konkret, praktisch und alltagstauglich umzusetzen. Zudem bietet der Film einen spannenden Einblick in den Alltag der sozialen Arbeit und macht deutlich, welche Stärken in der Beziehungsarbeit auf Augenhöhe liegen. Was wir lernen ist: Ein Leben in Würde setzt Selbstbestimmung voraus.

Und: Würde braucht Freiheit.

Zur Gesprächsrunde:
Im Anschluss an den Film findet eine Gesprächsrunde statt, die sich mit dem Film beschäftigt und das Thema in Richtungen erweitert, die aus den Biographien und Tätigkeiten der Gesprächspartnerinnen deutlich werden

  • Ulrike Bez,  Filmemacherin, www.bezmedien.com 
    «Mein Lieblingsformat ist der klassische Dokumentarfilm. Dieser versucht nicht, die Wirklichkeit abzubilden, sondern macht den Filmstoff sinnlich erfahrbar. Dies kann nur gelingen, wenn kein journalistischer Kommentar zwischen Film und Publikum steht. Diese Praxis erschafft durch ihre Radikalität einen phantastischen Moment der Nähe. Als Filmemacherin bin ich Komplizin meines Filmstoffs. Meine bekanntesten Arbeiten sind: ‹Es geht durch die Welt ein Geflüster - Zeitzeug*innen der Revolution und Räterepublik in Baiern 1918/19›, ‹Töchter des Aufbruchs -  Wandergeschichten von Frauen›, ‹wer wagt beginnt“ - über genossenschaftliches Bauen und selbstverwaltetes Wohnen›. ‹Da sein. Leben helfen› läuft zum ersten Mal außerhalb von München. Dieser Film hat es besonders schwer, weil das Thema stark tabuisiert ist. Umso mehr freut es mich, dass er nun in Ulm zur Vorführung kommt».
  • Susanne Hirschberger, www.Betriebsseelsorge-Ulm.de
    «Ich bin die Betriebsseelsorgerin in Ulm. Mein Augenmerk habe ich auf die Biografie von Frauen und ihren Entwicklungsmöglichkeiten. In Zeiten von Gleichberechtigung weisen die Lohnabrechnungen von Frauen oft große Unterschiede zu männlichen Kollegen auf. Karriere ist gleichfalls deutlich langsamer und oft abrupt gebremst. Die Armut ist weiblich! Viele Frauen verlieren ihren Selbstwert, diesen herauszuputzen, zum Glänzen bringen, darin besteht mein Interesse. Politisch natürlich die Parität und die Gleichstellung in allen Bereichen verankern».
  • Brigitta Meyer, Landesfrauenbeauftragte der Partei DIE LINKE BW
    «Frauen stärken! Das sind Ziel und Auftrag meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als eine der beiden Landesfrauenbeauftragten der Partei DIE LINKE, BW. Wir setzen uns ein und erheben unsere Stimme für Chancengleichheit sowie gleichberechtigte Teilhabe von Frauen mit ihren vielfältigen Lebensentwürfen, Interessen und Lebenslagen sowohl innerhalb als auch im sichtbaren Wirken der Partei DIE LINKE.»
  • Rukiye Kaplan, Ulm, Vorstand des Mädchen- und Frauenladens Sie'ste in Ulm; Trägerin des Bundestverdienstkreuzes für ihr Engament für Integration und Gleichstellung
    Rukiye Kaplan kam 1972 als 18-jährige Frau zusammen mit ihrem Eheman Halil Ibrahim nach Ulm. Sie hat zwei Kinder und hat sich außer ihrer Familienarbeit intensiv um die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund bemüht, sei es durch Dolmetscherdienste oder ihrem Engagement in Vereinen und im schulischen Bereich. Ihr ehrenamtliches Engagement für interkulturelle Arbeit mit Mädchen und Frauen hat schließlich 1991 zur Gründung des Mädchen- und Frauenladens Sie'ste in Ulm geführt, in dem sie seither im Vorstand tätig ist. Für ihr außergewöhnliches bürgerliches Engagement erhielt sie 2001 von der Stadt Ulm das Band für Integration, 2008 die Landesmedaille Baden -Württemberg und 2013 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, überreicht von damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck.
  • Moderation: Christa Mayerhofer, Kabarettistin und Mitglied von DIE LINKE Ulm/Alb-Donau
    «Ich bin als Künstlerin politisch aktiv, und meine politischen Aktionen sind oft künstlerischer Natur. Das zeigt sich in meiner Vorliebe für Straßentheater und Kabarett. In meinem aktuellen Programm ‹Rentnermoritat› kämpft die Putzfrau in Unruhe wie eine Löwin für die Erwerbstätigenversicherung. In meinem neuen Programm ‹Biodeutsch?› wird geklärt, wo es biodeutsch, wenn überhaupt, geben könnte: auf dem Marktplatz bei den Kartoffeln. Da die Auftritte zur Zeit Corona bedingt ausfallen, stelle ich kleine Videos über die Rentenpolitik auf Facebook.

Trailer zum Film

 

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