30 June 2020 Diskussion/Vortrag Theo-Bergmann-Online-Lectures 2020 #3

Corona-Pandemie, Klimawandel und internationale Politik - Globales Problem, ungleiche nationale Betroffenheit, ungleiche Reaktionen

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Livestream
Online- Videovortrag & Diskussion

Date

30.06.2020, 19:00 - 21:00 Hr

Themes

Globalisierung, Online/Livestream, Klimagerechtigkeit

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Theo-Bergmann-Online-Lectures 2020 #3

Onlinevortrag & Diskussion mit Prof. John P. Neelsen

Aus Gründen des Infektionsschutzes finden die «Theodor Bergmann Lectures» 2020 als Veranstaltungsreihe online statt. Dies ist der zweite Termin der Reihe. Für weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe folgen sie diesem Link. Dort können sie auch die Videoaufzeichnungen vergangener Veranstaltungen nochmals ansehen.

Die Diskussion verfolgen unter: https://www.facebook.com/RLSBW/live. Über den Link kann die Veranstaltung auch im Stream angesehen werden, ohne einen eigenen Facebook-Account zu haben.

Die Diskussion verfolgen und anschließend mitdiskutieren im «Zoom-Meeting»: https://us02web.zoom.us/j/82253714867; Meeting-ID: 822 5371 4867

Zur Durchführung des Online-Meetings verwenden wir «zoom». Hinweise zur Datenverarbeitung finden Sie unter: https://www.rosalux.de/dsgvo-zoom

Für die Video-Diskussion ist eine Dauer von ca. 90 Minuten vorgesehen. Auf Facebook-Live wird nur die moderierte Diskussion zu Beginn gestreamt, nicht die anschließende allgemeine Diskussion, an der sich alle Teilnehmer*innen über Zoom beteiligen können.

Der Meeting-Raum https://us02web.zoom.us/j/82253714867 ist ab 18:50 Uhr geöffnet. (Hinweis: Sie können am «Zoom-Meeting» auch über den Browser teilnehmen, ohne den Client zu installieren, indem Sie die Installationsaufforderung zweimal ablehnen und anschließend die Option «Über den Browser beitreten» wählen; falls Sie Schwierigkeiten haben, versuchen Sie alternativ den Browser «Chrome» zu nutzen).

Der Soziologe John P. Neelsen beleuchtet in seinem Beitrag die unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Staaten des globalen Nordens bzw. Südens. Seit der Jahrtausendwende häufen sich weltweit die Wetterextreme mit Bränden, Überschwemmungen, Dürren und ersten Umweltflüchtlingen. Sie bestätigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand und Prognosen zum anthropogenen, die materiellen Rahmenbedingungen der historischen Gesellschaften verändernden Klimawandel. Trugen langjährige Trockenheit und Ernährungsunsicherheit ursächlich zur syrischen (arabischer Frühling) und südsudanesischen Aufstandsbewegung (Darfour) bei, lösten Benzinpreiserhöhungen die Bewegung der Gelbwesten in Frankreich aus. International droht zwischen Äthiopien und Ägypten ein erster Krieg um Wasser, hier um die Aufteilung des Nil. Hohes Bevölkerungswachstum und zunehmender Wassermangel gefährden existentiell Stromerzeugung und Bewässerung. Der jüngste «Global Risk Report 2020» des Weltwirtschaftsforums listet Klimawandel und Umweltdegradierung gleich fünfmal als wichtigste, wirtschaftliche Entwicklung, soziale Kohäsion und politische Stabilität bedrohende Faktoren auf.

Auf dem Hintergrund der Ursachen des Klimawandels und seiner Folgen für Umwelt und Natur werden zunächst dessen vor allem negative sozial-ökonomische Auswirkungen auf die Staaten des globalen Nordens bzw. Südens gegenüber den die geopolitischen Kräfteverhältnisse verändernden Effekten in Gestalt neuer Agrarflächen, Zugang zu Rohstofflagern und Handelsrouten wie Nordwest- bzw. Nordostpassage/Polare Seidenstraße einerseits, dem langfristigen Bedeutungsverlust der Rentierstaaten andererseits aufgezeigt. Abschließend wird der Klimawandel als zivilisatorische Bedrohung unter dem Aspekt von «global governance» durch die VN analysiert. Dabei wird deutlich, dass diese «Menschheitsaufgabe» (Merkel) zunehmend den Nationalinteressen untergeordnet, unter dem Druck des globalen Nordens der Klimawandel von der Entwicklungsfrage abgekoppelt und damit faktisch zur Disposition gestellt wird.

John P. Neelsen ist apl. Professor am Institut für Soziologie der Universität Tübingen. Seine Forschungsschwerpunkte sind Politische Ökonomie, Globalisierung, Nord-Süd-Beziehungen  und Südostasien. Er ist Vertrauensdozent der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

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