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8 November 2025: Convention/Conference : Gute Bildung – aber bitte sozial!

Bildungsratschlag Stuttgart

Key facts

Event location

Gewerkschaftshaus Stuttgart
Willi-Bleicher-Str. 20
70174 Stuttgart

Date
08.11.2025, 10:00 - 17:00 Hr
Themes
Educational Policy, Labour / Unions, Commons / Social Infrastructure

Description

Eltern, die nicht wissen, wie sie die zum Teil extrem hohen Gebühren für Kinderbetreuung zahlen sollen, wenn sie überhaupt einen Kita-Platz finden, unzuverlässige oder gekürzte Öffnungszeiten wegen Personalmangel, überlastete Erzieher*innen – dagegen protestieren Eltern überall im «Ländle».

Auch an den Schulen des Landes fehlen Lehrkräfte. Ausgerechnet an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren («Sonderschulen») wird die Unterrichtszeit gekürzt. Die Umstellung auf G9 bringt die Lehrkräfteversorgung in eine Schieflage. Der Ausbau der Ganztagsschulen wird ohne ausgebildete Fachkräfte nicht zu mehr Bildungsgerechtigkeit beitragen. Beim Übergang auf weiterführende Schulen vollzieht die Landesregierung eine Rolle rückwärts zu Aufnahmeprüfungen und entmündigt die Eltern. Inklusion bleibt auf der Strecke, soziale Selektion wird verstärkt, der Ausbau der Gemeinschaftsschulen kommt nicht voran. Mittelkürzungen durch Kommunen und Landkreise treffen Schulsozialarbeit ebenso wie EDV-Ausstattung von Beruflichen Schulen und die Reinigung von Schulen.

Angriffe von rechts sollen auch in Baden-Württemberg Lehrkräfte verunsichern, während gleichzeitig eine Militarisierung der Bildung droht. Doch wo bleibt die beschworene Stärkung der Politischen Bildung als Schul- und Unterrichtsprinzip sowie als Schulfach, eine Stärkung der Mitwirkung der Schüler*innen?

Ausgehend von diesen Herausforderungen wollen wir bei einem Bildungsratschlag über Alternativen für eine gerechte Bildung in Baden-Württemberg diskutieren. Was brauchen Kitas, was Schulen, um allen Kindern eine gute Bildung in Kita und Schule zu ermöglichen? Und wie müssen in Zeiten von zunehmender Demokratiefeindlichkeit und rechter Propaganda Kinder und Jugendliche politisch gebildet werden?

Nach einer einführenden Keynote durch Prof. Kai Maaz und einer politisch-ökonomischen Einordnung durch Prof. Christoph Butterwegge werden diese Themen in drei Workshops bearbeitet. Auf dem Abschlusspodium zur Frage, was es für eine sozial gerechte Bildung braucht, werden Handlungsoptionen und Forderungen an eine zukunftsweisende Bildungspolitik herausgearbeitet.

Zur besseren Planung der Räume und Verpflegung bitten wir um Anmeldung zur Tagung (s.o.)

Programm

10:15 Begrüßung durch Erhard Korn (Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg) und Dr.. Katrin Schäfgen (Referentin für Bildungspolitik, Rosa-Luxemburg-Stiftung)

10:30 Keynote Prof. Dr. Kai Maaz (DIPF – Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation): Auf dem Weg zu einem zukunftsfähigen Bildungssystem? Herausforderungen für Praxis, Politik und Wissenschaft

12:00 - 13.00 Mittagessen

13:30 - 13:30 Prof. Dr. Christoph Butterwegge : Bildungskatastrophe vs. Rüstungswahn

13:30 - 15:00 Workshops

Workshop I: Vom Rechtsanspruch zur Notbetreuung? Aktuelle Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung in Baden-Württemberg
Platzmangel und schlechte Betreuungsqualität, hohe Gebühren und unzuverlässige oder gekürzte Öffnungszeiten – dagegen protestieren Eltern überall im «Ländle». Kindertagesstätten selbst leiden unter Erzieher*innenmangel und überlasteten Fachkräften. Expert*innen aus Elternvertretung und Gewerkschaft diskutieren die aktuelle Lage der frühkindlichen Betreuung und Wege aus der Kita-Krise.
Referent*innen:
- Anna Radermacher (Landeselternbeirat Kindertagesbetreuung Baden-Württemberg)
- Petra Kilian (GEW)
- Anja Braekow (Verband Kitafachkräfte Baden-Württemberg) (angefragt)
Moderation: Renate Angstmann-Koch (Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg) und Sebastian Lucke (Die Linke, Ludwigsburg)

Workshop II: Spardiktat und Auslese. Missstände im aktuellen Schulsystem
Der Workshop beleuchtet die aktuellen Herausforderungen an baden-württembergischen Schulen – von Lehrkräftemangel über soziale Selektion beim Übergang auf weiterführende Schulen bis hin zu Mittelkürzungen durch Kommunen und Landkreise, die Ausstattung und Instandhaltung von Schulen ebenso treffen wie die Schulsozialarbeit. Auch bei der Inklusion wird gespart und der Ausbau der Gemeinschaftsschulen kommt nicht voran. Gemeinsam mit Expert*innen aus Gewerkschaften und Elternvertretungen werden Ursachen analysiert und Perspektiven für eine gerechtere Bildungspolitik diskutiert.
Referent*innen:
- Manja Reinhold (Landeselternbeirat Baden-Württemberg)
- Susanne Posselt (GEW, Bildungsrat von unten)
- N.N.
Moderation: Steve Burgstett (Junge GEW Baden-Württemberg), Anna Frey (Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg) (angefragt)

Workshop III: Politische Bildung in der Schule: Demokratieerziehung und Friedensbildung unter Druck
Politische Bildung als Schulprinzip und Unterrichtsfach steht zunehmend unter Druck. Der Anspruch, junge Menschen zu demokratischem Denken und Handeln zu befähigen, droht durch eine wachsende Militarisierung und Angriffe von rechts in den Hintergrund zu geraten. Lehrkräfte werden verunsichert, während Räume für kritische Auseinandersetzung und Friedensbildung enger werden. Im Workshop wird gemeinsam mit Expert*innen diskutiert, wie politische Bildung gestärkt und Demokratieerziehung sowie Friedensbildung als Kern schulischer Bildung gestärkt werden können.
Referent*innen:
- Klaus Pfisterer (DFG-VK Baden-Württemberg)
- Erhard Korn (Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg)
- N.N.
Moderation: Hannah Schultes (Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg)

15:00 - 15:30 Kaffeepause

15:30 – 17:00 Abschlusspodium: Was braucht es für gute Bildung?
- Manja Reinhold (Landeselternbeirat Baden-Württemberg)
- Steve Burgstett (Junge GEW)
- Mersedeh Ghazaei (Die Linke, angefragt)
- NN. (Landesschülerbeirat) (angefragt)
Moderation: Dr. Katrin Schäfgen (Referentin für Bildungspolitik, Rosa-Luxemburg-Stiftung)


 

Location

Contact

Dr. Katrin Schäfgen

Senior Fellow for School and Education Policy, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Phone: +49 30 44310 128

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